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N a n e t t e , Geliebte, rief ich mit dem vollen Tone der Liebe, wir sind uns Vaterland und Welt. Was hält uns hier unter Menschen, die uns nicht verstehen, nicht lieben? Ohne Hass lass uns sie fliehen. In A m e r i k a leuchtet eine eben so freundliche Sonne, stralt ein eben so reiner Himmel. Dort wohnt ein freies Volk, dort freut der Genius der Menschheit sich wieder seiner Rechte, dort lassen die neuen glücklichen Verhältnisse eines jugendlichen Staates noch lange keine widrige Reform befürchten. Lass uns dahin! – Alles, was du vielleicht bei dem Tausche zu verlieren glaubst, soll dir die Liebe ersezzen, die dir aus diesem Herzen so frisch, so erquikkend entgegen wallt. Ich finde meinen Himmel, wo N a n e t t e lebt. – Ich sah ihr süsses Auge sich mit Tränen füllen. Ueberraschung und Liebe kämpften in ihrem Herzen. E i n e Träne floss dem Andenken hier genossener Jugendfreuden – die a n d r e schon weihte sich ganz dem Gefühl unsrer Liebe. Eine feierliche Rührung umfloss ihre Stirn; bald rötete das Hochgefühl des Entschlusses, ihre Wangen, und ihr Blick ward Schwur. Ich wusste, dass einmal gefasste Entschliessung auf ewig alle Reue bei ihr ausschloss. Bei starken Seelen wagt man n i c h t s , wenn man A l l e s wagt. Sie drükte mir die Einwilligung auf meine Lippen. Es war der reinste, süsseste Triumpf der glücklichsten Liebe.