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eine Tochter von Mooss, und ein Sohn der Ittens! nie ist mehr stille und wahre Tugend verbunden worden. Nun lag Meta vor ihr auf den Knieen, weinte und küsste van Gudens Hände: Ach Mutter! englische Mutter! sonst konnte sie nichts sagen. Indessen hatten wir auch eine Scene in unserm Hause, denn Frau Grafe kam von van Guden gerade mit einem glänzenden Gesicht voll guter Laune zu uns, und brachte das Fürstliche Decret für den jungen Itten auf Rehberg, und sagten mein Mann möge die Stelle, die er dem jungen Menschen zugedacht habe, jemand anders geben. Das war nun eine herzliche Freude unter uns, besonders auch, da Cleberg den jungen Itten aufsuchte, umarmte, und zu unsern Glückwünschen in mein Zimmer brachte. Die innerliche Freude des jungen Mannes war ein anfangender Rausch, der die Sprache hemmt und die Füsse wanken macht. Er bewegte uns ausserordentlich, indem er mit zusammengefalteten Händen ausrief, nach dem Hause seines Vaters hinübersehend: O meine lieben Eltern! was muss der Name von Cleberg für euch sein! Einer von euren Kindern so glücklich, so sehr glücklich durch dies edle Haus. Nun ergriff er eine meiner Hände, und eine von Frau Grafe, und küsste sie: Ewigen Dank! ewigen Seegen! stammelte er, und schwankte. Cleberg umfasste ihn, und sagte auch, auf unsern Erker weisend: Mein lieber Freund! Sie machen mir dieses Fenster recht lieb, weil ich da schwur, dass ich mir den Eingang in ihr Haus verschaffen wollte. – Frau Grafe blieb bei mir, während dass Cleberg mit dem jungen Mann am Arm zu den Ittens eilte, um das Glück anzukündigen. Er sagte: O keine Seligkeit der Erde kann dieser gleichen, welche gute Eltern bei dem Glück und der Tugend ihrer Kinder empfinden. Es war heiliges Entzücken bei der Frau Itten, als sie ihren Sohn umarmte, und mit ihrem mütterlichen Segen zu seiner Stelle einweihte. Ihr Dank gegen Frau Grafe und mich war Ergiessung der besten Gefühle der Menschheit. Mein Cleberg und mein Oheim waren äusserst gerührt, denn sie hatten bei weitem diese hohe Freude bei der Versorgung ihrer Töchter nicht geäussert.
Nun stimmte Frau Grafe wieder zu dem Muntern, und da sie mich von ihren Absichten unterrichtet hatte, so winkte sie dem Herrn Amtmann von Rehberg zu uns, und sagte ihm mit etwas ernstem Ton: er müsse sich nun auch bald nach einer guten artigen Frau umsehen. Er lächelte, errötete; sagte aber ganz bescheiden: Er glaubte zuerst verbunden zu sein, einen Beweis zu geben, dass er die Stelle verdiene, eh er es wage, eine ganze Haushaltung auf Rehberg zu führen. Ihre Bescheidenheit steht ganz schön; aber Sie denken doch, Herr Grafe musste wissen, dass Sie der Mann für den Plan sind: und ich will jetzt für eine Frau dazu sorgen. Itten blieb staunend bei mir, sprach nichts, sah vor sich hin; nur auf einmal wandte er um und ging fort, kam aber in einigen Augenblikken wieder, und gab mir ein Heft Papier, mit einer sehr bedenklichen Miene, und furchtsam sagte er: Sie hatten immer viele Güte für mich, lesen sie dieses Heft, und verhindern Sie um des Himmels willen jeden andern Vorschlag, oder – (stockend setzte er hinzu,) lassen sie mir das Amt wieder nehmen. Er entfernte sich ehrerbietig, und ging zu den Männern, ich aber in mein Schlafzimmer. Als ich unter der Türe den jungen Itten noch einmal anblickte, machte er eine bittende Bewegung gegen mich, und ich wurde um so viel begieriger auf sein Papier: Da fand ich einen Auszug von van Gudens Briefen, die er für sie abschreiben musste, und dieser Auszug betraf nur die Stellen, in denen van Guden von ihrer Meta Meldung tut, und immer war am Ende eines Absatzes ein Wunsch, dass er einmal diese Meta sehen möchte; oder ein Gebet für das Glück dieses herrlichen Mädchens. Bei dem Tag ihrer Ankunft mit van Guden steht die Beschreibung ihrer Gestalt und des Eindrucks, den sie auf ihn gemacht hatte: kurz, ein Tagebuch über alles, was er an ihr bemerkte, und was er fühlte. Sehnsucht nach Glück, um es mit ihr zu teilen. Der Vorsatz, niemals zu reden, um die unschuldsvolle Ruhe des Engels nicht zu stöhren, jeder Blick, den sie ihm gegönnt, jedes Wort, jeder Ton ihres Gesangs, alles war angemerkt, Einmal hatte er die Hand ihres Bruders gefasst, gerade in dem Augenblick, als Meta sie lossliess. Er fühlte noch die sanfte Wärme des Drucks der Schwesterliebe, und er war nur zu glücklich. – Ich weinte über dem Heft aus zärtlicher Bewegung, die das Bild dieser reinen Flamme eines tugendhaften Mannes mir gab. Ich freute mich über die Sicherheit seines Glücks, und kam wieder in die grosse Stube mit meinem Mantel: Itten blickte mich an, machte mir die Türe auf, und ich sagte ihm nur: Ich geh zur Frau Guden; edler junger Mann, hoffen Sie alles. Ich brachte sein Heft zu van Guden, die mir den Auftrit mit ihrer Meta erzählte; und dem guten Mädchen das Tagebuch ihres Geliebten zum lesen brachte. Als wir dachten, dass sie fertig sein könnte, ging van Guden zu ihr, und fand sie auf ihren Knien betend: Liebe Mutter, segnen Sie mich und meinen Itten. O wie glücklich bin ich, und, o mein Gott: ich will