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, nützlichen Mannes und des Familien-Vaters, ohne dass ich ihn lindern konnte. Heute aber teilte ich das Entzükken, über die Nachricht von einem ihm zugedachten Amte, in welchem sein Genie und seine Menschenliebe, in einem weiten Felde der Ehre und Nutzbarkeit handeln können. Dieses Glück erhält er durch die Hand eines gerechten, edelmütigen Freundes, den die Vorsicht bestimmte, dem wahren Verdienste die Hand zu reichen, und an die Stelle zu führen, wo der Bedrängte Schutz von ihm erhalten, und ein ganzer Staat die Freude geniessen kann, dass ein tugendhafter Mann alle Kräfte seines Geistes und Lebens für das ihm anvertraute Amt verwendet. – Hätten Sie doch, o! meine Mariane, das reizende Gemisch gesehen, das aus der so natürlichen Freude, über die Erhaltung des gesehnten Glücks, des Danks gegen die Vorsicht, der Liebe gegen den Landsherrn, und des Segens für den Freund, entstand! Hätten Sie auch die frohen Gelübde, und die Entwürfe eines edlen, für die Nebenmenschen nützlichen Gebrauchs der Gewalt, mit angehört! – Gott segne den vortreflichen Mann, der die Träne der Freude über die Wange des besorgten Rechtschaffenen herunter träuflen machte! Und ewig lohne die göttliche Vorsicht den Fürsten, dessen Seele den grossen würdigen Entschluss fasste, das verfolgte Verdienst empor zu halten und zu beschützen! – Wie glänzend erschien auch in diesem Augenblicke die eheliche und väterliche Liebe! – Eine gefühlvolle Frau, deren ganzer Stolz in dem Namen ihres Mannes liegt, drückte die Hand ihres Gatten an ihre Brust, und sagte mit so viel Zuversicht und Glauben an Tugend: "O! mein teurer geliebter Mann, wie sehr freue ich mich, Deine Talente in völliger Wirksamkeit zu sehen! – Wie viel Gutes wirst Du tun! wie viele Glückliche machen! – Alle Menschen, die ich erblikke, sind mir lieber, als sonst. Die Glücklichen und Vergnügten werden Zeugen von Deiner Rechtschaffenheit sein, und die Leidenden von Dir getröstet und aufgerichtet werden! –" Was für eine Menge Gutes Du von mir denkst, meine Liebe! sagte er lächelnd. Auch wegen Dir, wegen Deiner Ruhe, bin ich froh! – Gegen seine Kinder wandte er sich, mit dem tränenden Auge und dem Tone der Seele eines treuen Vaters: "Um Eurentwillen danke ich Gott am meisten, für die Befestigung meines Wohlstands! Nun habt Ihr ein Vaterland. Die Erde weicht nicht mehr unter Euren wankenden Schritten, und ich habe ein Ziel vor mir, dem ich Euch zuführen kann. Niemals, o meine Kinder, werdet Ihr Enten Vater gegen seine Pflichten und gegen seinen Rächsten handeln sehen." – Die guten liebenswerten Kinder, die mit Bewegung den Armen ihres Vaters zuliefen, gerührt waren, und es nicht ausdrücken konnten! Herrn Fr**, in dessen zum Himmel erhobenen Gesicht sich edle Empfindungen, edle Entschlüsse zeigten – O, Mariane, der Dank, die Gelübde des tugendhaften Herzens sind gewiss der würdigste Weirauch, den die gütige Vorsehung von ihren armen Erdenkindern erhalten kann! – Was mich noch innig freute, war, dass kein einziger Entwurf von Eitelkeit die Gesinnungen des Vaters und der Mutter enteiligte. Madame G** sagte auf einmal zu ihrem Bruder: Was werden nun Deine Feinde sagen? – Feinde, meine Schwester? mein Herz kennt keinen, und Gott soll mich vor den Gesinnungen bewahren, die einen Feind bezeichnen. Missvergnügte werde ich sehen; denn es ist natürlich, dass diejenigen, welche den Platz suchten, den ich erhielt, unzufrieden sein werden: aber, der Gebrauch, den ich von Glück und Leben machen will, soll mir den Beifall edler Seelen erwerben, und auch diejenigen Widriggesinnten wieder günstig machen. Ich habe in sehr vielen Gelegenheiten meine Miteinwohner gerechte und schöne Handlungen ausüben gesehen, warum sollten sie gegen einen Mann unbillig sein, der ihnen den redlichsten uneigennützigsten Eifer für seine Pflichten und ihr Wohlergehen zeigen wird. Würden Sie nicht, meine Freundinn, mit mir in Ihrem Herzen gesagt haben: Gott segne dich, Menschenfreund! wegen deines Vertrauens auf Gerechtigkeit und Güte deines Nächsten! – Wie liebte ich den Mann, der alles, was seine Nächstenliebe erkalten konnte, zurück stiess, und bei der Empfindung von Glück an nichts, als gute Taten dachte! In mir erweckte er den Entschluss, der Idee von Feinden und Neidern niemals Platz zu geben, sondern mich zu befleissen, Freunde zu verdienen, weil gewiss der TuHerr Fr** fand die Gedanken seiner Frau ziemlich Frau G** hat keine Kinder, deswegen blieb sie bei Ihrer L i t e r a t u r v o n L u t h e r b i s T u c h o l s k y Rosalia. Siebzehnter Brief Ich bin noch auf einen Tag in dem Hause des Herrn Fr**. – Vorgestern endigte ich meinen Brief an Sie mit dem freudigen Tone, den ich allezeit habe, wenn ich eine sonderbare Wohltat des Himmels denke. Sie wissen, meine Freundinn, wie sehr ich an dem Gedanken von edlen Beweggründen zu unsern Handlungen hafte, und daher die Dankbarkeit für genossenes Gute und die Liebe gegen meinen Schöpfer, allein zu Triebfedern meiner übenden Tugenden angenommen habe; und es freut mich, dass mein Herz gewöhnt ist, viel eher die Grösse seiner Güte, als die von seiner Allmacht zu fühlen! Es ist mir daraus eine unerschöpfliche Quelle von unzerstörbarer Glückseligkeit entstanden, deren Genuss kein Zufall dieses Lebens in mir verhindern kann. Denn gewiss ist einmal, dass kein Augenblick unsers Daseins kommt und