highChunks/1778_Hippel_037_4203.txt -- topic 10 topicPct 0.180000007153
das Wort Liebe, so wie die Teufel den lieben Gott aus, und f a n d f ü r g u t , Minen zu lieben – ein Teufel einen Engel!
Sie, nur sie! Alles, was ich bisher geliebt habe, ist Staub, Erde und Asche! schrie er. Ich vergass alles, was ich je von Mutterleib an geliebt habe, seitdem ich sie sah, sie hörte und ihre Hand drückte; s o s e h r liebt' ich sie, so r e i n ! – Sie schwebt mir vor Seel' und Sinn! Sie, nur sie! nur sie! rief er einmal über das andere und küsste den Hermann, der nicht wusste, wie geschwind er die hochwohlgeborne Hand erhaschen sollte, um ihr diesen Kuss ganz warm wieder abzugeben – bald jagte er den Hermann zu allen Teufeln und sah ihn als den Räuber dieses Kleinods an.
Dann wieder wie in G e d a n k e n , wie v o r
s i c h . Wenn ich denke: sie in Preussen, im Soldatenlande! o dann ist mir, als wenn ich Gift eingenommen hätte, und hab' ich's nicht? Es wütet in meinem Eingeweide, es schneidet in mir! Ist denn kein Gegengift? Da lieg' ich, ein abgerissener Ast, der von seinem Baum getrennt ist und welkt; wahrlich, ich welke! Herr, schrie er auf zu Herrmann, nicht wahr, ich welke?
Hermann, jubelfroh, dass er auf keine kategorische
Antwort bestand, bückte sich bis auf die Erde.
Sie hätte was aus mir gemacht! Sie hätte gemacht,
dass ich den Testamentsnickel geliebt hätte. Minen zu Gefallen hätt' ich es, und was hätt' ich nicht alles, ihr zu Gefallen – ihrer Liebe zu Gefallen! Hin ist sie – hin! hin! und Satanas weiss, welch ein Glücklicher auf mein Fundament baut. (Ich fiel dem Herrn v. E. ein.) Ich bin eifersüchtig, schrie er wieder, zum Rasendwerden! Die blaue Farbe, wo ich sie sehe, martert mich, denn – – war blau gekleidet. – Auf die Art, Hut und Haarlocken und Stiefel zu tragen, und auf alles, was sein war, bin ich gallenbitterböse!
Was ich geschrieben habe, das hab' ich geschrie
ben, was ich habe schreiben lassen, das hab' ich schreiben lassen. – Bin ich nicht mehr, viel mehr gefangen, wie sie? Ich, ich sitz' im Käfig! – lasst m i r die Freude, in die Stangen des Käfigs zu beissen. – Wenn jedwede e i n u n d e i n z i g e L i e b e , A d a m - u n d E v a s l i e b e , solche Leiden macht, so sind es Einfälle von Milzsüchtigen, eine einzige Liebe. Wer kann so lieben und leben?
Sonst war mein Stolz, in der Liebe wetterwendisch zu sein. Diese Grundsätze haben sich verlaufen, und das erschreckliche Gericht der Beständigkeit ist über mich eröffnet. Weh' mir, dass ich beständig bin! weh', weh' mir, dass ich es bin! – Vergib mir diese W e h ' s , liebe Mine, vergib sie mir; wohl mir, dass ich beständig bin, wohl! – Wahrlich, eine ganz nagelneue Empfindung für mich! – Hätt' ich ihr nur einen Kuss gegeben, so wüsst' ich doch wie's wäre wenn man einen Engel küsst. – Ihren Odem hab' ich von fern geschmeckt und wie Veilchen und Rosenduft eingesogen. – Meint ihr denn, lieben Freunde, dass ich sie hasse, ihr aus Wut mit Rüge und Bezichtigung nachsetze, meint ihr? Ich kann nicht O h ' s und A c h ' s rufen, allein hier liegen sie fingerdick im Herzen. Ich liebe sie. – Ich hasse sie, weil ich sie liebe; ich liebe sie unendlich. – Ein Schwanenbett soll ihr Gefängniss sein, Liebe, die liebste Liebe, ihre Ketten, sobald die Nachricht eingeht: Mine ist eingeschlossen. – Entzückt will ich schon über diese unbetagte Schuld sein, entzückt, noch ehe der Verfalltag kommt – all ihr Leiden sei wie abgeschnitten! Bis M e m e l soll sie zwar zum Schein leiden – der Teufel trau' den preussischen Staaten – aber dann im Triumph. – Mine, du bist mein, meine Gemahlin bist du; dir gehört mein Herz! Mit deinem Auge will ich getraut werden, mit dir Hochzeit halten, dir will ich das Ja zusagen und es halten so lange ein Stück von mir ist. – Wenn gleich nicht vor der grossen Welt, so doch im Stillen. – Im Stillen, wo sich's am besten liebt. – Mine, Liebe gehört in die Stille zu Hause. – Mine, die verbotene Frucht schmeckt am süssesten. Wär' alles Gebot und kein Verbot, so möchte der Teufel ein Mensch sein! – Nur einen Versuch, Mine. Komm, Mine! komm – komm! komm doch! Wird sie kommen?
Was meinen Sie, rechtsgelehrter lieber Achselträger? (zum Protokollisten, den Herr v. E. nicht von sich liess, um ohne Aufhören zu fragen:) W i r d sie? wird sie?
Dieser junge Mann, der den Herrn v.