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meiner grossen Freude? Dass sie mein ist, dass sie mein ist! Das ist alles, was ich sagen, was ich preisen kann. Eben wollt ich fort in Günzburg. Ein Transport Rekruten, den wir noch erwarteten, hatt' uns länger aufgehalten. Da kam der Engel meiner Liebe, der mich retten sollte, und mir Freude bringen über Alles. Nein Onkel kam, der teure Gottesmann, und sagte, dass ich nicht sterben sollte, sondern leben; dass Terese mein sei, dass die Leiden sich geendigt haben mit dem Tode meines Vaters. Gott sei seiner Seele gnädig! Er warf Blut aus nach dem Sturz vom Pferd, und starb. Dass Terese mein sei, diess, sonst nichts, konnt ich begreifen, und auch diess nur wenig. Nach drei Tagen sank ich ihr ans Herz, und glaubte zu vergehen. – O Bruder, wenn du fühlen kannst, was das heisse: Das zu finden, was man schon verlohren gab, so fühls! Ich weis nicht, ob ich lebe? Das nur weis ich, lieber, teu In sechs Tagen wird uns, die wir lang schon Eins sind, auch des Priesters Hand vereinigen. O Schwager, dass du hier wärst, und mit uns dich freuen könntest! Freue dich mit Marianen! Du wirst auch glücklich werden; denn es ist nicht möglich, dass ein Mensch auf Erden unglücklich sei. Meine Terese wird dir auch schreiben. – Hier ist schon ihr Brief. Ich küss' ihn tausendmal. Bruder, nun sink ich wieder an ihr Herz. Sie sieht mich an; diess schreib ich in ihrem Arm. Leb wohl, du Geliebtester! Freund, Schwager, Alles! Leb wohl! Ich bin ein Gott. K.F. Kronhelm. Teresens Brief, der in den vorigen mit eingeschlossen war, ist dieser: Mein Herz, o geliebtester und bester Bruder, ist so voll von unaussprechlichem Entzücken, dass ich dir mit Worten wenig, oder nichts sagen kann. Mein Kronhelm ist seit vier Tagen hier, und wird in sechs Tagen ganz mein. In diesem Wort, o Bruder, liegt die Seligkeit von Jahrhunderten! Er kam an einem Abend, als ich mit dem besten Vater in der Laube sass. Ich ward in seinem Arm ohnmächtig, und sah, als ich wieder zu mir selber kam, ihn und seinen teuren Onkel vor mir. Ich wuste es schon, dass er nun auf konnt ich dem vortreflichsten von allen Menschen, seinem besten Onkel danken. Aber meine Worte waren nichts, gegen das, was mein Herz fühlte. Mein ganzes Leben ist nicht hinreichend, diesem Mann zu sagen, was ich ihm schuldig bin, und wie ich ihn über alles ehre. – Der ganze Abend war für mich, und für uns alle der wehmütigste, und seligste. Nun erfuhr ich erst, was mein Kronhelm noch um meinetwillen ausgestanden hatte. Gott! wie nah war ich dem Verderben, und so ruhig, weil ich nichts davon wuste! Wenn doch wir Menschen alles wüsten, welch ein Elend wärs um unser Leben! – Aber was der arme Jüngling um mich ausgestanden hat! Gott im Himmel weis, ich bin so vieler Liebe nicht wert. Nur anbeten kann ich ihn, und danken, und meinem teuren Kronhelm all mein Leben, jeden Atemzug in meinem Leben widmen. – Könnt ich ihn doch so glücklich machen, als ers wert ist! Keinen andern Wunsch trag ich Gott in meinem täglichen Gebet vor. Hätt ich das Unglück gewust, das unsrer Liebe drohte, ich lebte nicht mehr; denn der Uebergang von solcher Hofnung in das tiefste Elend hätte mich getödtet. Und nun bin ich so ganz, so überschwänglich glücklich. O Bruder, du hast nie ein glücklicheres Geschöpf gekannt, als mich. Würdest du doch eben so glücklich mit deiner Mariane! Ich kann dirs nicht verhehlen, dass ich um deine Liebe weis. Mein Kronhelm hat es mir erzählt. Werd ihm drüber nicht böse, ich bitte dich, du würdest mich betrüben. Er gestand es mir in der zärtlichen Vertraulichkeit, in der wir gestern Abend in der Laube beieinander sassen! Er kann und darf mir nichts verhehlen; ich verhehl ihm auch nichts; und was er mir sagte, war ja nur zu deinem Besten. Doch du kannst ihm nicht böse werden; wer das könnte, müste selbst bös sein. Ich freue mich unendlich, liebster Bruder, über deine Liebe. Mariane muss, nach dem, was mir Kronhelm von ihr sagte, ganz deiner Liebe wert, und ein Engel sein. O sei recht glücklich mit ihr; mache sie ganz glücklich, und lass deinen Traum vom Klosterleben fahren! Du kannst durch den geheimen Rat leicht ein gutes weltliches Amt im Baierischen kriegen. Wir wollen mit ihm drüber reden. Wenn doch alle Welt so glücklich wär, als ich und Kronhelm! Wenn doch du und Mariane es am ersten würden! Er sagte mir, Mariane sei mir gut. Das freut mich unaussprechlich; ich bin ihrs gewiss auch herzlich; – sag es ihr, und küsse sie in meinem Namen, und erbitt mir ihre teure Freundschaft! Vielleicht schreib ich einmal an sie, wenn ich erst aus diesem Taumel von Seligkeit heraus bin; jetzt ist mir mein Kronhelm Alles in Allem, und er soll es ewig bleiben. – Eben ging er vor meinem Zimmer vorbei. Mein Herz schlägt ihm zu; ich muss aufhören.