glücklich werden, wenn die Weisheit alles regiert und wenn in der sittlichen Welt wie in der physischen nur eine Ursache der Aktion ist, die sich niemals verwirrt. Diese Weisheit liegt in dem primitiven Gesetz unserer Bestimmung; dieses primitive Gestz in der Moralität; diese Moralität in Religion. Ihre Folgen sind daher notwendig tugendhafte Beispiele, die auf das Herz, auf die Seele, auf den Willen wirken und grosse Nachahmungen erwecken.
Ordnung und Gutes können nur von Gott kommen; es liegt nur in den ewigen Verhältnissen, und diese Verhältnisse sind entüllt durch die Offenbarung. Da Ordnung und Gutes nur eine Quelle hat, so muss notwendig Unordnung und Böses erfolgen, wenn man diese Quelle verlässt. Dieses ist der Fall in unserem Jahrhundert. Die Menge der Bücher, anstatt sie uns der Tugend und unseren Pflichten naher führen sollten, entfernten sie uns mehr von den einfältigen Gesetzen der natur und der Offenbarung. Sie drückten unsern Geist tief ins Chaos der Elemente, erniedrigten uns zur Sinnlichkeit und zur Selbstliebe, die keine Ordnung, kein Gesetz, keine Tugend mehr kennt.
So ward das Band zerrissen, das die Fürsten an die Untertanen, die Untertanen an die Fürsten kettete; so entstanden Privatass und alle jene feindseligen Neigungen, die die Folgen der Entfernung von der Liebe sind, denn Liebe ist nur dort, wo Gott ist, und Gott nur dort, wo Religion ist.
Stellt eine Million Menschen an die Ufer eines reissenden Flusses; keiner wird es wagen, am hellen Tag sich ins wasser zu stürzen; tausend hände sind bereit zu seiner Rettung; wenn aber Dunkel und Nacht herrscht, so wird sich mancher verirren und ewig verloren sein. Diese Nacht ist die Nacht der Unwissenheit, die Nacht der Entfernung von der Weisheit - Entfernung von Gott, der allein Licht ist und dem Menschen durch die Offenbarung leuchtet.
Wenn ein Tollsinniger in dicken Finsternissen schreit: Folgt mir nach oder ihr geht zu grund, so werden viele dem falschen Schein des Lichts folgen; manche werden durch den Widerschein des Wassers betrogen in ihr Verderben rennen, und der Weise wird keinen retten können.
So ist das Bild der Aufklärung unseres Jahrhunderts; alles schreit nach Licht, und der grösste teil folgt doch nur Irrwischen oder dem Schein verführerischer Lampen.
Man kannte in unserem Jahrhundert wirklich den Wert der Religion zu wenig; statt sie von jenem Gesichtspunkt zu betrachten, in dem sie die Grundfeste des Gebäudes menschlicher Glückseligkeit ist, gab es eine Menge tollkühner Schwärmer, die, durch unrichtige Begriffe von Menschenfreiheit verführt, ihren wohltätigen Einfluss auf das Menschenherz zu hindern suchten. Sie wollten an die Stelle der christlichen Moralität die bloss natürliche setzen und überdachten nicht, wie sehr die erstere die zweite an Reinheit übertreffe, da sie das einzige wahre Verhältnis ist, wonach sich die Handlungen denkender Wesen richten müssen.
Die Kräfte des Geistes verhalten sich nach dem Willen denkender Wesen, denn nur im Willen liegt die Kraft, und Menschenfähigkeiten werden durch ihn zur Tat. Wie mehr dieser Wille den ewigen Verhältnissen der Menschenbestimmung, der Vernunft, unseren Fähigkeiten angemessen ist, wie mehr er sich auf einfache Prinzipien gründet, desto enger und fester wird das Band der Glückseligkeit der Völker.
In der natur gibt es nur eine Wahrheit, nur ein Grundgesetz, nur einen Mittelpunkt, aus welchem alle geraden Linien in tausend und tausend Radios sich verteilen; jede Linie, die nicht aus diesem Mittelpunkt gezogen wird, nicht von dem Umkreis gegen diesen Mittelpunkt trachtet, ist eine Linie, die die Ordnung der Dinge stört.
Dieser Mittelpunkt aller Dinge ist Gott; er der Schöpfer und Ursprung aller Geister, er die Kraft aller Kräfte, durch den nur allein jede Kraft nach Ordnung wirken kann.
Er ist die Richtschnur sittlicher Kräfte, ohne die die allgemeine wirkung zu einem Endzweck allgemeiner Liebe und der daraus entspringenden Glückseligkeit aufhört.
Das Organ, wodurch uns diese unendliche Kraft die Richtschnur unserer Verhältnisse mitteilt, ist die Religion, die Offenbarung. Ohne sie werden die Kräfte des Lebens zerstörende Kräfte, die Laute der Harmonie der Schöpfung Misstöne im Universum.
Nur wenn die Vernunft spricht (und die Vernunft spricht nur, wenn die Weisheit die Lippen öffnet), bildet sich das Herz nach edlen Gefühlen. Jede Bewegung der Seele, jede Begierde, die in unserem Herzen erwacht, bekommt ihre bestimmte Richtung, und diese Richtung der Seele gibt die Offenbarung. Unter dem Szepter der Ordnung, der Gerechtigkeit und der Sitten blüht das Glück der Menschen und erhält sich die Wohlfahrt der Nationen.
Die Religion allein ist die Erzeugerin der Sitten, denn sie ist die Grundlinie, worauf Sittlichkeit gebaut ist; ohne sie sind die gesetz stumpf, das Glück der Menschen feil und die Federn der Regierung ohne Spannkraft.
In der natur ist alles Einheit, alles Wiederholung, unendlicher Abdruck, eine Kette, eine Linie, die vom Unendlichen ins Endliche strömt. Wer diese Kette zerreisst, diese Linie von dem Mittelpunkt entfernt, entfernt sie von ihren ewigen Verhältnissen, und Entfernung von den ewigen Verhältnissen ist Zerstörung der Dinge, denn das Leben der Dinge liegt in der Ordnung und die Ordnung im Gesetz.
Zu welch unerhörtem Hochmut verleitete nicht der Selbststolz den Menschen, und wie weit hat die Frechheit der Menschen den Missbrauch des Geistes gebracht! Wie viele leidenschaftliche Menschen türmten Systeme ohne Grundlinien auf, wollten Könige und Menschen regieren, nach einer Ausmessung, die sie nach dem kleinen Geist ihrer Beobachtung machten. Alle diese gewagten und zerstörenden Meinungen vermeintlicher Philosophen oder Aufklärer gleichen jenem Staub, den ein