, Prälaten (der Englischen Kirche), Ketzereien, Schismatiker und Profanen auszurotten«.
Dies waren Bemühungen der anhänglichkeit an alte Lehrbegriffe und des Einflusses der Priesterschaft auf die Versammlungen des staates und auf den Charakter des volkes. -Bemühungen die ihren unglücklichen Erfolg zur Seite hatten; bürgerliche Kriege, blutige Schlachten, Rebellionen und Aufruhr hervorbrachten und mit dem gänzlichen Umsturz der Monarchie und der Majestätsrechte sich endigten. Ist es weise zu wünschen, dass die alten Lehrbegriffe, die Monarchen das Leben kosteten, Reiche zertrümmerten und das Blut der Bürger strömen machten, wieder hervorgesucht werden? Dass der Charakter der Nationen verschlimmert und der gesittete Bürger zur elenden denkart eines niederträchtigen Pöbels gewöhnt werde?
Doch näher zur Beleuchtung dieser Sache. Was vermochte in dem eben berührten Fall nicht der durch Priester geleitete Jan Hagel? Wie ausharrend war nicht seine Wut, da er in der Meinung, für seine Lehrbegriffe, von denen der dumme Pöbel gewöhnlich gar nichts versteht, zu streiten, sich den schaudervollsten Ausbrüchen seiner Raserei überliess? O! Ihr Regenten und Staatsmänner! sollte es für die Vorteile der Staaten, die Ihr regiert und deren Wohl Euch anvertraut ist, gesorgt sein, wenn Ihr Eure Kronen wankend und die Säulen Eures Trones zitternd macht, indem Ihr Euren Völkern die alten Waffen der Religionswut in festgesetzten Lehrvorschriften in die Hand gebt? Gesorgt heissen für den Staat, wenn Ihr einem verderbenschwangeren Geschlecht altgläubiger Priester Einflüsse auf Euch und Euer Volk einräumt, welche der dumme, mitgemeinte Glaube solcher armseligen Eiferer für die Lehrbegriffe, stärker oder minder, einmal haben muss?
Was erzeugte die römische Religion und der Einfluss der Priesterschaft in Spanien für Wirkungen auf den Nationalcharakter? Fragt die Männer, die in Tlaxkala das Blut der schuldlosen Mexikaner vergossen. - Die Cortez, Pizarros und die zahllosen Opfer, welche der Religionshass und die Wut eines gläubigen Volkes millionenweise vertilgten. Rühren Euch die Tränen zerfleischter Unglücklicher und das Gewinsel gemarterter Elender nicht? Lag Guatumozin auf Rosen, da die Spanier diesen letzten Kaiser eines unermesslichen Reichs wie einen Ketzer auf einem glühenden Rost brateten? War der Volkscharakter edel, der solche Unmenschlichkeiten, wovor die natur zurückschaudert, begehen konnte? Und was hatte ihn gebildet? Der Glaube, dass jeder ein Ketzer sei, der jenseits dem Ozean lebte und nicht an den Priester zu Rom glaubte.
Aber - werdet ihr sagen - anders ist es bei Protestanten, als bei abergläubischen Katoliken! Wir wollen sehen. Sind Euch die Schlachtopfer unbekannt, welche die Reformierten in England schlachteten - die Cranmers, Moore, Lamberts, Ascur usw.? Der letzte Aufstand, der vor einigen Jahren in London vorfiel, und wobei so viel Bürgerblut vergossen, so viele Menschen unglücklich gemacht und der Aufruhr im Volk auf die höchste Stufe gespannt wurde, geschah er nicht aus Erbitterung gegen die Katoliken, deren Lehre die 39 Artikel der hohen englischen Kirche verdammen?
Ist nicht Preussen die Krone aufgeklärter Staaten? Hat nicht beinahe ein halbes Jahrhundert hindurch, da der Weiseste aller Könige regierte, die Aufklärung mit mächtigen Schritten den Charakter des besseren Teils der Nation veredelt? Und in diesen zeiten, unter dieser weisen Regierung, entstand etwa kein Aufruhr unter der niederen Klasse und dem vornehmen und geringen dummen Pöbel, da man - bloss ein neues Gesangbuch einführen wollte? Priester, voll anhänglichkeit an symbolische Bücher, bliesen das Feuer der Rebellion an! Priester wiegelten das Volk und stupide pfaffen die Gemeinden gegen besserdenkende Lehrer auf! Ha! wenn der Schrekken vor Friedrichs mächtigem Arm nicht der Dummheit ein eisernes Gebiss in den schäumenden Rachen gelegt hätte, was würden bei einem so wenig wichtigen Fall unter dem Volk nicht für Auftritte gewütet haben? - einem Fall, wo man noch kein symbolisches Buch abschaffen wollte. Denkt euch diesen Staat nun ohnmächtig - denkt Euch eine neue verbesserte Liturgie, welche die Weisheit der Zeit für das Bedürfnis aufgeklärterer Menschen einführen wollte - würden die, die eines besseren Gesangs halber würdige Geistliche mit Worten an dem Altar ihres Heiligtums misshandelten, sie da und dann nicht erwürgt haben? Würden die W — s und W —s und K — und Z —s und B— und St— und S— und T —, mit der Scharwache des protestantischen Labres des Krämer A — p — z umgeben, nicht alle aufgeklärten Männer in der Wut ihres heiligen Religionseifers dem Herrn zur Ehre geschlachtet haben?
Die Wut altgläubiger Priester und des abergläubischen Pöbels, wenn kein Zaum sie zurückhält, durchbricht alle Damme der Mässigung und ergiesst sich, wie aus dem Schlund des Ätna ein verheerender Feuerstrom, über Städte und Länder. Blut bezeichnet die Pfade des Religionshasses, und Verwüstung haust, wo er hindurchzog. Es wäre nicht weise, in dem aufgeklärtesten Zeitpunkt dem Volk mit Gewalt Lehrbegriffe zu entreissen, die es zwar nicht kennt und von denen es den Ton kaum versteht, weil es sich durch die Priester seines Aberglaubens unbedingt leiten lasst. Ist dies nicht weise! wie wolltet ihr eine Bemühung nennen, das Volk noch fester an die Lehrsysteme zu binden, die Priester erfanden und Priester verteidigen - eben weil sie unaufgeklärte Priester sind? Hiesse dies den Volkscharakter veredeln, wenn man ihm scheinbare Rechte erteilte, seinem alten Aberglauben sich mit grösserer anhänglichkeit zu überlassen?
Nicht Gewalt - nur die Allmacht der Zeit und Wahrheit veredelt den Charakter der Nationen. Aber nie bewirkt diesen grossen Endzweck das Zurückkehren zur Finsternis verflossener Jahrhunderte - nie das Bestreben, anstatt durch eine aufgeklärtere Religion und Erziehung den Bürger zu bilden, ihn immer tiefer in seine Vorurteile zu versenken und untüchtiger zu gutem moralischen Leben