sagen. Lassen wir den Dingen ihren Lauf!"
"Very well, Sir, so wollen wir die Dinge abwarten; ich habe jetzt durchaus keine Zeit mehr, ich bin Ihr Diener, Sir."
"Vorläufig. Mr. Meier," sagte Helmstedt lächelnd, "müssen Sie mir schon erlauben, hier zu bleiben, bis ich den Manuel wieder unter meine Obhut nehmen kann. Ich glaube gern, dass ich Ihnen lästig bin, aber ich kann es jetzt bei dem besten Willen nicht ändern."
Meier sah ihn, die Augen bald niederschlagend, bald wieder öffnend, an. "Lästig? Ja, Sie sind mir lästig, Sir," begann er wieder; "aber ich wünschte, Sie würden es nicht noch mehr. Können Sie nicht ein Arrangement machen, dass ich das Vermögen wenigstens in meinem Geschäfte behalte? Was tut Ihnen das? Was täte es dem Manuel?"
"Ich glaube nicht, Mr. Meier, dass irgend ein rechtlicher Vormund das Geld seines Mündels zu FondsSpeculationen benutzen lassen würde," erwiderte Helmstedt. "Zu was bedürfen Sie es auch? Hatten Sie nicht Ihr ausgezeichnetes Brod, als Sie noch in Pearlstreet wohnten?"
"Pearlstreet, pschaw!" rief der Pfandleiher, die Lippen zu einem verächtlichen Ausdrucke verziehend. "Lassen Sie sich noch ein Wort sagen. Wollen Sie einen Anteil haben an meinen Geschäften und den Manuel in meinem haus lassen? Sagen Sie, wie viel Procente Sie verlangen; ich geb's Ihnen schriftlich, und Sie können ein gutes Stück Geld dabei machen, Sir!"
"Es ist besser, wir reden über die Sache nicht mehr," erwiderte Helmstedt, und liess sich bequem auf einen Stuhl am Fenster nieder.
Meier sah ihn von der Seite an und begann an seinen Nägeln zu kauen.
"Kann ich Ihnen durchaus nicht mit etwas dienen, Sir?" fragte er nach einer Weile.
"Sie würden mich verbinden, Mr. Meier, wenn Sie dem Manuel sagten, dass ich wegzugehen wünsche. Mrs. Meier kann ihn jeden Tag in der Office der Herren Smit und Johnson sehen, wo er seine Studien in der Advocatur wieder aufnehmen soll, oder auch im haus des Mr. Johnson, der ihn vorläufig in seiner Familie beherbergen wird."
"Well, Sir, wo logiren Sie?"
"Im Metropolitan-Hotel, Mr. Meier."
"Ich möchte Sie heute Abend noch einmal sehen."
Um Helmstedts Mund zuckte es, als fange er an sich zu belustigen.
"Wie Sie wollen, Sir, ich werde jedenfalls zu haus sein."
"So will ich den Manuel rufen!" sagte Meier eifrig und verliess das Zimmer.
Ein Jahr war vergangen. Schon längst hatte Helmstedts Scheidung von Elliots Tochter stattgefunden. Diese hatte gleich darauf eine Besuchsreise zu Verwandten im Osten angetreten, und eine lange Zeit glücklichen Stilllebens war für Helmstedt gefolgt. Die Vormittagszeit hatte er in seinem Arbeitszimmer, seinen begonnenen Studien obliegend, verbracht, und es hatte Paulinens Herzen keine geringe Genugtuung gewährt, als er ihr erzählte, dass ihre eigenen Worte es gewesen waren, welche ihn auf den Gedanken einer neuen Verfolgung der juristischen Laufbahn gebracht, als sie gehört, wie treu er diese Worte in seinem Gedächtniss bewahrt gehabt. Helmstedt hatte in NewYork ein Uebereinkommen mit der Advocatenfirma Smits und Johnson getroffen, um für die Zukunft den praktischen teil seiner Studien bei diesen zu machen; es war eine selbstverstandene Sache zwischen ihm und seiner Braut, wenn es auch noch niemals bestimmt ausgesprochen war, dass sie mit einander den Süden, in dem sie nie hätten ganz heimisch werden können, und der nur eine Reihe unangenehmer Erinnerungen für sie hatte, verlassen würden, sobald nur irgend Arrangements in Bezug auf Mortons hinterlassenes Grundeigentum getroffen werden konnten. Helmstedt bracht seine Nachmittage und Abende sämmtlich m Mortons haus zu, sah die alten Contobücher durch und rechnete oder machte in Gesellschaft des alten Doctors Ritte durch das ausgedehnte Eigentum, um einen vollkommenen Einblick in den Wert der Besitzungen zu ermöglichen. Es war eine grössere Hinterlassenschaft als er jemals geahnt und oft nur, wenn er in Paulinens Auge sah, die ganz in ihrer leib zu ihm aufgegangen schien, die erst recht zu leben begann, wenn Nachmittags der Tritt seines Pferdes vor dem haus laut wurde, warf er alle Bedenken seines Stolzes bei Seite, der ihm in einzelnen Stunden zuflüsterte, dass er sich doch nur durch seine künftige Frau zum reichen mann machen lasse.
Für Charlei hatte Pauline in Little Vallei ein neues bequem eingerichtetes Aufseherhaus bauen lassen, und dieser schien dort mit seiner Mary wie der Vogel im Hanfsamen zu leben. Die Schwarzen hatten einen heiligen Respect vor seiner Körperkraft bekommen, als er einen riesigen Neger, den bei dem frühern Aufseher keine Peitsche zur Arbeit hatte bringen können, wenn er nicht gewollt, wie ein Stück Holz über die Feldeinzäunung geworfen und ihm erklärt hatte, dass wer nicht arbeite auch nicht essen solle, und dass wenn der Faullenzer verhungere, er es sich selbst zuzuschreiben habe – als schon nach kurzer Zeit der Neger wie ein Bulldog, der seinen Meister gefunden, scheu herangeschlichen war und von selbst zur Arbeit gegriffen hatte. Die Meisten der Schwarzen aber hingen auch, wie Doctor Ford jede Woche berichtete, wie Kinder an dem deutschen Goliat, da er mit seinem allezeit fertigen, derben Humor die Arbeiter in guter Laune erhielt, wo er nur hinkam – ein williges Ohr für jeden hatte, der