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während die Schwarze zwei Lichter auf den Tisch stellte; "wir besprachen eben nur den ausserordentlichen Fall von heute. Ich bin aufrichtig betrübt über Murphy's Tod; er war jedenfalls ein Gegner, mit dem sich sprechen liess."

"Soda komme ich also mit meiner Nachricht zu spät," hustete Griswald, sich niederlassend; "ich habe noch einige Meilen weiter hinaus Geschäfte und dachte, Ihnen im Vorbeireiten die Sache mitzuteilen. Aberdarf ich in der Ladies Gegenwart von Geschäften reden?"

"Immer zu, Sir," erwiderte der Pflanzer; "leider haben Sie in der letzten Zeit mehr daran teil nehmen müssen, als mir lieb war."

"Wellich wollte nur fragen, um etwa nötige Schritte in Ihrem Interesse tun zu könnenhatten Sie mit Murphy bereits ein Uebereinkommen getroffen, was, falls der Anspruch jetzt durch einen andern Bevollmächtigten vertreten werden sollte, gegen diesen geltend gemacht werden könnte?"

"Ich muss Ihnen gestehen, Sir," sagte Elliot, sich langsam niedersetzend, "dass mir erst in der letzten Zeit manches Unklare in diesem Anspruche aufgestossen ist, weshalb ich mir auch von Mr. Murphy noch eine weitere Frist ausbitten liess. Wie die Sache jetzt steht, habe ich mich entschlossen, sie an mich kommen zu lassen."

"So? – merkwürdig, Sir!" erwiderte Griswald, sich den Schenkel reibend; "ich wünschte, Sie hätten mir Ihre Gedanken mitgeteilt, die vielleicht schon bei der Untersuchung des Documents von Wichtigkeit hätten sein können."

"Sie meinen doch nicht, dass drei der erfahrensten Advocaten von den Gedanken eines einfachen Farmers etwas hätten profitiren mögen?" lachte Elliot; "meine Bedenken sind ganz privater natur, und ich muss selbst abwarten wie weit sie Stich halten. Wissen Sie vielleicht schon, wer die Angelegenheit jetzt in die Hand bekommt?"

"Habe noch nicht die idee davon, Sir; es muss sich aber jedenfalls binnen Kurzem herausstellen, und deshalb meinte ich, es sei gut, Sie schon heute darauf aufmerksam zu machen."

"Ich danke Ihnen, Mr. Griswald; wir wollen aber, wie gesagt, erst einmal abwarten, was neuerdings in der Sache getan werden wird, und dann sehen Sie mich jedenfalls in Ihrer Office."

"Wie Sie meinen, Squirees ist Ihre eigene Sache," murmelte Griswald, "und so will ich mich nicht weiter aufhalten."

Er erhob sich, verbeugte sich gegen die Damen und verliess mit einem: "Gute Nacht, Sir!" das Zimmer.

"Hat hier der Teufel schon ein Ei in die Wirtschaft gelegt?" brummte er, als er sein Pferd bestiegen hatte und langsam davon ritt; "was will er mit seinen Bedenken? Bedenkenlächerlich! Der Anspruch gegen ihn bleibt immer bestehen, ob in dieser oder jener Handund dass der jetzige Eigentümer, oder wer diesen vertritt, recht beraten werde, dafür wird der Griswald sorgen."

Er zog die Zügel an und ritt im scharfen Trabe der Stadt wieder zu.

XI.

Als Helmstedt am Nachmittage den Sheriff verlassen und das Rocky-Creek-Haus erreicht hatte, war seine erste Frage nach dem jungen Menschen gewesen, welcher am Morgen mit Mr. Wells hier angekommen sei; aber da war Niemand, der etwas wissen wollte, kaum dass ihm überhaupt eine Antwort gegeben wurde. Als aber Mr. Helmstedt ungeduldig den Wirt, der ihn eben mit einem halben Wort abspeisen wollte, kräftig beim arme festielt und ihm erklärte, dass hinter den nächsten büsche ein Mord begangen worden, dass der Mann, welcher sich Wells nenne, sich bereits als den Mörder bekannt habe und in der Gewalt des Sheriffs seidass dieser Letztere ihn hierher sende, um Leute zur Bewachung der Leiche zu fordern und den jungen Begleiter des sogenannten Wells unter seine Obhut zu nehmen, als die anwesenden Gäste wie die Hausbewohner sich bei Helmstedts lauter Erzählung um die Sprechenden gruppirten, da hatte der Wirt andere saiten aufgezogen. Er hatte zwar überhaupt von einem mann, der Wells heisse, nichts wissen wollen, aber wenn es derselbe Fremde sei, der am Morgen angekommen, so überlasse er es Helmstedt selbst, in dessen Zimmer nachzusehen. Damit hatte er ihm einen Schlüssel eingehändigt und zwei von seinen Leuten nach dem von dem jungen mann bezeichneten platz gesandt, denen Alles, was sonst noch im haus Beine hatte, nachgeströmt war. Helmstedt hatte das ihm vom Wirte bezeichnete Zimmer geöffnet und dort wirklich einen halberwachsenen Knaben auf dem Bette liegend und in einem buch lesend getroffen, der indessen bei seinem Anblick überrascht aufgesprungen war. "kennen Sie mich noch, Manuel?" hatte der Eintretende, langsam auf ihn zugehend, gefragt, aber nur ein zweifelndes Kopfschütteln war die Antwort gewesen. Da hatte sich Helmstedt neben ihn auf das Bett gesetzt und ihn an die Zeit erinnert, wo er ihn als kleinen Pedlar mit seinem zertrümmerten Krame am Broadway in New-York getroffenhatte dem Knaben dann mitgeteilt, was dessen Oheim, der alte Isaak Hirsch, für ihn selbst getan und wie er ihn bei seinem tod zum Vormund Manuels eingesetzthatte diesem dann eine Uebersicht der Betrügereien gegeben, deren Opfer er geworden war, und ihm erzählt, wie jetzt die rächende Hand über seinen Entführer gekommen sei. – Der Knabe hatte mit grossem, verständigen Auge der Erzählung zugehört, er hatte Helmstedt lange betrachtet und endlich gesagt, er