sich auf den Zusammenhang der ganzen Farm – dazu sind die zeiten nicht eben brillant. Reissen Sie heute ein Stück ab, das erst neuer Gebäulichkeiten und neuer Einrichtungen bedarf, lassen Sie die Leute wissen, dass ich verkaufen m u ss , und ich will Ihnen danken, wenn Sie mir einen Käufer bringen, welcher nur die Hälfte des hier geltenden Ackerwertes zahlt. Ich weiss, dass ich in den sauren Apfel beissen muss, nur weiss ich noch nicht wie, um mir nicht die Zähne für alle Zeit zu verderben."
Nelson sah trübe vor sich nieder, und die Frau vom haus verfolgte mit ängstlichem Auge den gang ihres Mannes.
"Warten wir, bis dieser Murphy kommt, und erzählen Sie mir während der Zeit etwas Anderes," begann Elliot nach einer Weile wieder und strebte sein Gesicht aufzuklären. "Haben Sie nichts von dem Tun und Treiben des Deutschen wahrgenommen, der noch ein Stein in unserm Wege ist? Ich denke, er wird in den nächsten Tagen selbst kommen und mir seine Propositionen stellen – aber billiger als Mr. Murphy!" fuhr er bitter lächelnd fort.
"Es ist schwer, über die jetzige Lage des Menschen ein Urteil zu fällen," versetzte Nelson aufblickend. "So oft ich ihn sehe, liegt eine Ruhe und Sicherheit in seinem gesicht, als könne nichts seine Stellung hier erschüttern. Seit er aus der Akademie entlassen ist, verbringt er regelmässig die Stunde nach Mittag bei den Zeitungen im Hotel, woraus er sich Notizen macht; ausserdem hat er sich, wie ich höre, von seinem Tischnachbar die 'Reden grosser amerikanischer Staatsmänner' geliehen, und ich glaube, dass er seine meiste Zeit mit einem Studium der englischen Sprache ausfüllt. In Geldverlegenheit scheint er durchaus nicht zu sein. Gestern hat er sein Kostgeld im Hotel für einen monat vorausbezahlt, und am Abend sah ich seinen Schwarzen einen Wagen voll Welschkorn zu Pferdefutter abladen. Es will mir fast scheinen, als ständen ihm Mittel zu Gebote, welche ihm seinen Verdienst als Musiklehrer ganz entbehrlich machen."
"Mittel – hah, ich kenne seine Verhältnisse!" sagte Elliot mit dem Ausdruck gründlicher Verachtung. "Was er hat, stammt von mir oder ist aus Ellens früheren Ersparnissen angeschafft worden. Er mag noch etwas von seinem bisherigen Verdienst übrig haben, mit dem er vielleicht glaubt, den Leuten Sand in die Augen streuen zu können; das kann aber nur noch kurze Zeit anhalten, und dann sitzt er hier ohne auch nur das nötige Geld zu haben, um nach dem Osten zurückkehren zu können. Ich glaube kaum, dass weitere Schritte gegen ihn notwendig sind. Hat er noch Umgang?"
"Wohl kaum nennenswert, Sir – seine früheren Besuche bei den Familien der Stadt hat er, so viel ich erfahren, vollständig eingestellt – wie lange das aber anhalten wird, weiss ich nicht. Erst vorgestern sprachen sich ein halbes Dutzend Ladies dahin aus, er habe eine Manier zu grüssen, wenn er ein bekanntes Gesicht auf der Strasse treffe, man wisse nicht, solle man es stolz, oder verbindlich, oder beides zusammen nennen, jedenfalls aber sei es durchaus unmöglich, ihn unbeachtet zu lassen. Und wenn ich dazu das Bedauern rechne, welches sich bereits hier und da über den eingetretenen gänzlichen Mangel an Musikunterricht ausspricht, so scheint mir, dass wir bald die Zeit erleben können, wo er, wenn auch nicht in der Akademie, doch in den einzelnen Familien seine Beschäftigung wieder aufnimmt."
"Er wird es nicht tun, Gir, – niemals unter den jetzigen Umständen!" entgegnete Elliot mit zusammengezogenen Augenbrauen; "entweder lässt er seinen Hochmut fahren und geht auf meine Bedingungen hin eine Scheidung ein, oder er verlässt den Staat. Lassen Sie mich nur das Dringendste, den Murphy'schen Anspruch, geordnet haben, und dann nennen Sie mich einen Lügner, wenn ich nicht binnen Kurzem mein Wort löse."
Er setzte finster seine Wanderung durchs Zimmer fort, während sich Nelson, den Kopf wieder in die Hand gestützt, seinen Gedanken überliess, und die Hausfrau matt zurückgelehnt aufs Neue sich in ihrem Stuhl zu wiegen begann.
Fünf Minuten mochten wortlos verstrichen sein, als sich die Tür halb öffnete und das Gesicht einer Schwarzen erschien. "Mr. Murphy ist im Parlor, Sir!"
Elliot blieb stehen und sah nach seiner Frau zurück. "Es ist besser, Liebe, du lässt uns jetzt allein," sagte er halblaut, "ich mag die Angelegenheit nicht im Parlor verhandeln. – Ich lasse Mr. Murphy bitten, sich nach der Bibliotek zu bemühen. Zeige ihm den Weg, Flora," wandte er sich dann gegen die Schwarze, während die Hausfrau sich erhob und an den Pflanzer herantrat. "Ordne die Sache so glatt und so schnell als du kannst, John, und mache dir keinen Kummer um mich," sagte sie, ihre Hand auf seine Schulter legend, "was geopfert werden muss, geht ohne unsere Schuld verloren, und darum mache dir das Herz nicht zu schwer damit."
Er küsste sie leicht auf die Stirn und führte sie nach der Tür, welche in diesem Augenblick durch die Schwarze von aussen geöffnet ward, um den angekommenen Advocaten einzulassen. Murphy verbeugte sich tief vor der heraustretenden Hausfrau und wandte sich dann grüssend zu Elliot.
"Treten Sie ein, Sir!" sagte dieser und schloss hinter dem Advocaten die Tür. "Sie müssen entschuldigen, dass ich Ihnen