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: "ich glaube selbst, Sir!" hören. "Sarah ist jetzt euer Eigentum, Kinder," fuhr er fort, "und Ellen, die von Jugend auf an sie gewöhnt ist, wird sie schwer entbehren können, darum tut mir die Liebe, nehmt Cäsar zu euch und lasst die Beiden mit einander wirtschaftenbetrachtet den schwarzen Burschen als eine kleine Gabe zu eurer Hochzeit, und wenn ihr meint, er sei zu viel fressendes Kapital für eure jetzigen. Verhältnisse, so vermietet ihn an ihn selbst; er ist ein tüchtiger Zimmermann, der so viel verdienen kann, als er nur will. Wenn er euch auch eine ordentliche Miete für sich zahlt, so wird er doch noch Geld genug zurücklegen können, um selbst ein kleines Vermögen zu sammeln, und Niemand wird glücklicher dabei sein, als er selber. Abgemacht, wie?"

"Ich kann doch nichts dagegen sagen, wenn heute noch Jemand glücklich gemacht werden soll?" erwiderte Helmstedt, seine Hand in die Mortons legend; "im Uebrigen aber unterwerfe ich mich Allem, was meine kleine Frau über Verhältnisse der Art beschliessen wird; ich habe auch wohl noch nicht die Spur von Kenntniss darinund auch wohl kein eigentliches Recht!"

"Das wird sich Alles später finden und ordnen. Heute Abend scheint Mistress Helmstedt noch nicht viel von dem eigenen Rechte wissen zu wollen!" lachte Morton und warf einen blick voll Laune auf die junge Frau, die still an Helmstedts arme hing. "Geh, Mary," rief er der Schwarzen zu, "und sage den Beiden, wie es steht, ich werde nachher selbst kommen und ihnen eine Predigt halten. Und nun zu Tische, Kinder." – –

Eine halbe Stunde später geleitete Morton das junge Paar nach dem Hinterzimmer, in welchem Helmstedt am Morgen desselben Tages Ellen getroffen, und das vorläufig zur wohnung für Beide eingerichtet worden war. Er schüttelte Helmstedt derb die Hand, küsste Ellen auf die Stirnund die Tür schloss sich hinter Beiden, – Morton ging nach einem der hintern Flügel des Hauses, wo sich die Küche befand, aus welcher sich dann und wann das eigentümliche lachen fröhlicher Schwarzen hören liess. –

Pauline hatte, schon als sich das Abendessen seinem Ende zuneigte, still das Speisezimmer verlassen und im Dunkeln ihr Schlafzimmer gesucht. Da kniete sie vor ihrem Bette nieder und drückte den Kopf in die Kissen. Lange blieb sie so und nur ein zeitweiliges Zusammenzucken ihres ganzen Körpers liess auf den Zustand ihres inneren schliessen. Als sie sich endlich erhob, verriet nichts als noch ein unwillkürliches Schluchzen die überwundene Aufregung. Sie tauchte ein Tuch in das wasser auf dem Waschtische und presste es gegen die Augen; dann ging sie ruhig nach dem Parlor, um dort Mortons Rückkehr abzuwarten.

Schluss des Pedlar.