, die sich wie ein helles Band aus der Dunkelheit hervorhob, liessen sich mehrere dunkle, davoneilende Schatten wahrnehmen. "Der Halunke scheint seiner Sache schon so gewiss zu sein, dass er nicht einmal mehr einen Nebenweg wählt!" rief Elliot, "können wir sie nicht abschneiden?"
"'S ist dies ein Stück der Hauptstrasse, was sie passiren müssen," erwiderte Isaac, "dort unten nach dem Riverhause zu geht's wieder ins Dickicht – aber ich denke, unser Weg soll noch kürzer werden. Folgen Sie dicht hinter mir!" Er bog links ab, überkletterte eine Einzäunung und durch die Stoppeln eines Maisfeldes schritt er, den Uebrigen voran, wieder dem Gebüsche zu. Ein schmaler Pfad, in der Nacht nur dem geübten Auge erkennbar, öffnete sich nach kurzer Zeit und der Wald nahm die Männer wieder auf. Der Boden war hier dick mit abgefallenem Laube bedeckt, die Schritte wurden leichter und rascher, aber oft schien es, als nehme der Führer seinen Weg mitten durch das Unterholz, und einer musste dicht hinter den Andern bleiben, um sich vor den zusammenschlagenden Zweigen zu schützen und nicht in der Dunkelheit von einander getrennt zu werden. "Seid Ihr recht, Isaac?" fragte Elliot nach einer Weile.
"Ohne sorge, Sir!" erwiderte dieser, "wenn der Pedlar, der das ganze Jahr durch die Gegend streift, seinen Weg nicht kennen soll, dann weiss ich nicht, wer ausserdem."
Eine Viertelstunde war im scharfen Schritte verflossen, als sich aus der Ferne ein Brausen wie das eines Wasserfalles hörbar machte, auf Augenblicke wieder schwieg und dann von Neuem begann.
"Was ist das, hört Ihr nichts, Isaac?" fragte Elliot stutzend.
"Nur jetzt nicht angehalten Sir!" entgegnete der Pedlar, seine Schritte noch mehr beeilend, "'s ist das Dampfboot, das im Flusse auf die Spitzbuben wartet; jetzt kommt es darauf an, welche Partei zuerst das Ufer erreicht – wer von uns die Büchsen hat, mag neue Zündhütchen aufstecken, im Falle sie nass geworden sein sollten!"
Vorwärts ging es, so schnell es die Hindernisse des Weges erlauben wollten, nach einigen Minuten lief der Pfad in die Strasse nahe dem Riverhause aus; ohne aber nur einen blick um sich zu werfen, schlug der Pedlar den von hier aus nach dem Flusse führenden Weg ein; seine Schritte schienen mit Hilfe seines Stockes halbe Sprünge zu werden, dass die Nachfolgenden trotz Spannung und Erwartung kaum nachzufolgen vermochten und nur in Elliot schienen durch die nahe Entscheidung frische Kräfte erwacht zu sein. Das Brausen des Dampfbootes trat mit jedem Schritte deutlicher hervor – "wir schneiden sie ab, nur rasch!" rief Isaac an der Spitze des Zuges; da klang vom Flusse ein Geräusch herüber, wie das Fallen schwerer Gegenstände auf einen hohlen Boden, das bisherige Brausen erstarb plötzlich – die letzte Wendung des Weges lag vor den Verfolgern und kaum zwanzig Schritte davon zeigte sich hell der freie Himmel über dem Flusse, von den ersten Lichtblicken des aufgehenden Mondes beschienen; in wenigen Secunden war die kurze Strecke zurückgelegt – in demselben Augenblicke aber, in welchem Isaac das hohe Ufer erreichte, stiess auch unten das Boot vom land und ging mit voller Dampfkraft den Fluss hinab.
"God –!" rief Elliot im vollen Ausbruche der Enttäuschung und starrte dem davon eilenden Boote nach, "da geht's hin – und bei meiner Seligkeit, dort sieht eins von den schwarzen Gesichtern über das Deck." Isaac stand eine Minute wie zu Stein geworden; dann stützte er sich auf seinen Stock und sank langsam, als verlasse ihn alle Kraft, in sich zusammen. "Wirklich zu spät!" sagte er, "ich hörte die Davonläufer auf die Platform hinunterspringen, aber ich wollte mir selbst nicht glauben – und fort ist der weisse Teufel mit ihnen." – Die Schwarzen sahen mit einem Ausdruck von halber Verblüffteit dem entschlüpfenden Fahrzeug nach und nur Helmstedt, den das Bild des dunklen Flusses überraschte, wie er sich hier zwischen der wildromantischen Bergformation hinwand, hatte einen blick für die übrige Gegend. "Ich weiss nicht, ob es etwas nützen kann," sagte er nach augenblicklicher Pause, "aber dort scheint ein anderes Boot den Fluss herunter zu kommen!"
Elliot fuhr in die Höhe. "Halloh, das gäbe noch die einzige Möglichkeit eines Erfolges!" rief er und blickte stromaufwärts, wo eine doppelte Rauchwolke sich in dem Mondlicht abzeichnete und rasch heranzog, "bei Gott, das ist einer unserer grösseren Dampfer, das gibt Hoffnung; es soll mir kein Betrag zu hoch sein, wenn ich nur dadurch dem Schufte aus Genick kommen und ihm seinen Streich wett machen kann. Brennt die Laterne an, Isaac, rasch, dass wir signalisiren können, der Mond lässt den Fluss unten noch in vollem Dunkel."
"Aller Augen hatten sich dem herankommenden Dampfboote zugewandt – das andere war bereits in der nächsten Flussbiegung verschwunden"; Isaac zog ein Taschenfeuerzeug hervor und bald brannte das Licht. "Ich glaube kaum, Sir, dass wir viel ausrichten werden," sagte er, "und von der Energie, welche sich bis jetzt in seinem ganzen Wesen ausgedrückt, war kein Schatten mehr in seiner stimme hörbar, ich glaube, wir s o l l e n den Menschen nicht haben, sonst wäre ich trotz aller Mühe und Umsicht heute nicht überall zu spät gekommen – zu spät im Riverhause