auf die Spur, der in seiner Eifersucht bald ausgefunden hatte, wer ihm seine Sarah abwendig gemacht; – well, Sir, ich habe ihn angestellt, um unter den Schwarzen selbst dem Plan des Spitzbuben auf die Fährte zu kommen, fragen Sie ihn jetzt, was er weiss – ich habe erst vor ein paar Stunden genug aus dieses Mr. Bakers eigenem mund gehört, um Ihnen zu sagen, dass jetzt, in diesem Augenblicke, Ihre Schwarzen entführt, nachher aber im Süden wieder verkauft werden sollen."
"Baker?" sagte Elliot und fuhr mit der Hand nach dem kopf. "Baker?"
"Wenn Sie entschuldigen wollen, Master," begann Cäsar unruhig, "Mr. Baker hat Sarah und die Andern wirklich um elf Uhr in den Busch an das hintere Torgatter bestellt; sie haben geglaubt, ich ginge auch mit – und es muss schon elf vorbei sein!"
"Baker – wir werden sehen!" sagte Elliot, wie plötzlich zu einem Entschlusse gelangt. "Geh', Cäsar, und rufe Dick, er soll schnell kommen!" Dann trat er rasch vom Portico herunter und schritt nach der hintern Seite des Hauses. "Das Beste wird sein, wir ziehen die Pferde heraus; kommt her, Isaac!"
"Lassen Sie ruhig die Tiere, wo sie sind," erwiderte der Pedlar, "die Spitzbuben haben jedenfalls den Waldweg eingeschlagen, wo Nachts kein Pferd sicher treten kann, und wenn wir ihnen auf der grossen Strasse auch zuvorkommen wollten, so kann doch bei dieser Finsterniss dort Niemand scharf reiten, ohne den Hals zu wagen."
Eben erschien Dick mit der Laterne. "Lassen Sie uns den eigenen Füssen vertrauen, und ich führe Sie!" fuhr der Alte fort, "pochen Sie Helmstedt heraus und ziehen Sie dann rasch Ihre Stiefeln an, ich werde mit den beiden Schwarzen für alle Fälle Ihre Büchsen aus der Bibliotek holen und laden, und in fünf Minuten können wir auf dem Wege sein!"
"Ihr mögt Recht haben!" erwiderte Elliot, "besorgt das Notwendige und ich werde mit Helmstedt sogleich wieder bei der Hand sein." Er eilte nach dem haus zurück – der Pedlar störte das Licht in der Laterne heller auf und folgte mit den Negern. Als sie die Halle erreicht und den Seitengang nach der Bibliotek einschlagen wollten, kam ihnen Elliot aus dem entgegengesetzten, der nach Helmstedts Zimmer führte, schon wieder entgegen. "Der Deutsche ist nicht da!" rief er, "sein Zimmer ist offen, aber sein Bett noch unberührt, leuchtet einen Augenblick mit der Laterne her!"
"Er muss noch irgendwo auswärts sein," sagte Isaac, als sich das leere Zimmer zeigte und das Bett nur einen Eindruck von Elliots Hand verriet, "ich pochte schon vorher vergebens an seine Fensterladen; aber lassen Sie uns nicht dabei aufhalten; es wäre gut, wenn er da wäre, es muss aber auch so gehen, vorwärts!"
Sie trennten sich in Eile, als aber der Schein der Laterne verschwunden war, kam Helmstedt hinter einem Tragepfeiler der Treppe hervor, wohin ihn bei seiner Flucht aus Ellens Zimmer Elliots Eintritt ins Haus getrieben hatte. Hastig trat er in seine stube, suchte im Finstern Stiefel und Kopfbedeckung und machte sich dann durch die Hintertür wieder ins Freie; er wollte sich, um jeden Verdacht zu vermeiden, den Anschein geben, als komme er wirklich erst nach haus; eben setzte ein neuer Blitz den Himmel in Feuer, Donnerschlag auf Donnerschlag erfolgte und einzelne schwere Tropfen begannen zu fallen; – als er das Haus umschritten hatte, hörte er wieder Elliots stimme und die möglichst unbefangene Miene annehmend, eilte er durch die offene Vordertür ins Haus.
Siebentes Kapitel.
Eine Sklavenjagd.
Wenige Minuten darauf trat die Gesellschaft auf den Portico heraus – Dick beschäftigt, die Laterne an einen Stock zu binden.
"Einen Augenblick!" sagte Elliot zu dem Schwarzen. "Jetzt, da Mr. Helmstedt da ist, magst du hier bleiben, wenn du willst – ich mag dir nicht zumuten, deine eigenen Kameraden jagen zu helfen. Ich würde sie ruhig laufen lassen und keinen Finger nach Ihnen strecken – das wäre ihre sicherste Strafe – wenn's mir nicht darum zu tun wäre, dem weissen Menschenräuber den Weg zu verlegen. Gib' die Laterne her!"
"Haben Sie keine sorge um mich, Sir!" erwiderte Dick, den letzten Knoten festziehend. "Ich habe schon die ganze Zeit her gedacht, dass es bald ein paar schwarze Narren geben würde, seit der weisse Mann hier Abends hinter, den Zäunen herumschlich. Ich gehöre nicht zu der Sorte: 's tut kein weisser Mensch 'was umsonst für den weissen; möchte also wissen, warum er sich für den schwarzen aufopfern sollte!"
"Da ist wenigstens gesunder Verstand darin!" lachte Isaac; "nun aber keine Worte weiter verloren, wir haben ohnedies nur noch die Hoffnung, dass sie sich verspätet haben oder auf keine Verfolgung rechnen."
Lang aufgerichtet und die Andern einen halben Kopf überragend, die Laterne an dem daran befestigten Stocke hoch haltend, schritt der Pedlar mit weiten Schritten den vier Männern durch die Dunkelheit voran. Es wurde die grade Richtung über die Felder und Einzäunungen hinweg bis zu dem Wege genommen, der an der Seite von Elliots Besitzungen hinlief und den Baker kaum eine Viertelstunde vorher verfolgt hatte.
"Jetzt müssen wir weiter ohne