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fehlen, wie nicht die Nachtigall und die Rosen unter den Gräbern, so auch die Trinker nicht ... Massenhaft durchforschen sie die heiteren Katakomben des Testaccio ... Wilde und sanfte Gestalten gemischtPriester und Mönche sogarin Waffen, die meisten mit roter Blousedie Büchsen sind in Haufen zusammengestellt ... Der nahe Kirchhof stört da Niemandenhat doch der Tod seit Jahren in Italien furchtbare Ernten gehalten ... Trone brachen zusammen ... Völker kämpften gegen Völker ... Die letzte Entscheidung über Italiens Wiedergeburt ist nahe herbeigekommen ...

Die Waffenruhe trat ein durch den Tod des Stellvertreters Christi ...

Ihrer mehre sind sich in kurzer Frist gefolgt ... Einige Greise sanken in stürmischer Zeit dahin, wie schon sonst ein Stephan II. nur drei Tage auf jenem Stuhl sass, auf welchem man, nach Innocenz' III. Wort, "z w a r w e n i g e r , a l s G o t t , a b e r m e h r , a l s e i n M e n s c h i s t " – Bonifaz VII. ermordete ihn. Auch dieser wich in einem Jahre schon vor Donus II. Auch Clemens II. Freiherr von Horneburg, ein Deutscher, blieb in jener Schwebe zwischen Himmel und Erde nur ein Jahr; Gregor VIII. nur wenige Wochen ... So herab bis zu Pius VIII., der gleichfalls nur wenig über ein Jahr die Himmelsschlüssel trug ... Seitdem kamen andere und schon hatte Frankreich in Avignon, Oesterreich in Salzburg einen oder den andern wählen und krönen lassen ...

Das neuntägige Trauergeläut unterbrach den Kanonendonner in der Campagna und Roms Dictator, bestürmt von seinen Kriegern, bestürmt vom freisinnigen teil Europas, dass Er am wenigsten noch in Rom eine Papstwahl dulden möchte, erhob dennoch sein Schwert und sprach:

Der letzte der Reihe! ... Doch hört sein Wort! Ist es ein Prätendent auf die weltliche herrschaft Roms, wie sie alle waren, so senden wir ihn zu den beiden Heersäulen draussen, deren Bajonnete ihn halten mögen, den Schatten ohne Macht und Würde ... Ist es aber ein Nachfolger Petri im geist Petri, ein Friedensfürst und Apostel, so soll die Welt seine segnende Hand nicht entbehren ... Dann wird unser Schild ihn tragen ... Unser ihm zujubelnder Beifall feiert eine Erlösungsstunde der Menschheit ...

drei Tage dauerte nun schon das Conclave von nur noch dreissig Cardinälen ... Immer noch eine ansehnliche Zahl von Anwesenden unter den meist unvollständigen Siebzigin solcher Zeit –! ... Offen und ehrlich hatte der Dictator in die Welt gerufen, dass jeder, der den Purpur trüge, unbekümmert an die Tore Roms pochen dürfe; Rom würde ihm öffnen und ihn schützen ...

So ruhten denn nun seit zwölf Tagen die Waffen und an das Schreckensvolle, an brennende Dächer, stürzende Türme, an die Verheerungen der Seuchen, hatte sich die bedrängte Stadt schon wieder so gewöhnt, dass zwölf Ruhe- und Trauertage Festtage schienen ... An die Tore, die mit haushohen Barrikaden befestigt waren, hinter die Schanzkörbe der Mauern wagten sich die Frauen, die Kinder, die Greise ... Bang und erwartungsvoll umstanden sie die Batterieen, die mit brennenden Lunten den Monte Cavallo umgaben, wo die Cardinäle eingemauert und den Heiligen Geist erwartend sassen ...

Der Dictator hatte wieder sein Ross bestiegen und sprengte mit seinem Stab vom Fuss des Testaccio dem Tor der Bocca della Veritâ zu und zur Stadt zurück ... Er blickte sorglos ... Durch nichts verriet er, dass die Welt in diesem Augenblick einer Mine glich, die ein einziger Funke in die Luft sprengen und ihn vor allem selbst vernichten konnte ...

Lächelnd grüsste er zwei ihm wohlbekannte Damen in Trauer, welche die allgemeine Erlösung vom Schrecken dieser Tage benutzten, um den Sonnenschein, die Nachtigall, die Rosen und die Gräber zu besuchen ... Von bebenden Hoffnungen, schmerzlichen Erinnerungen bewegt, suchten sie Erholung auf dem Friedhof ...

Ein blühender Knabe von sieben bis acht Jahren sass munter und ruhig vor ihnen ...

Die Reiter bogen aus und liessen den offenen Wagen hindurch ... Mitten durch die Zelte und Gruppen der singenden oder sich im Kriegsspiel übenden Krieger hindurchfahrend, steigen die Frauen, der Knabe und ein Diener am Tor des Friedhofs der Protestanten aus ... Sie tragen Kränze in den Händen ...

Der kleine grüne Fleck dieses Todtenackers war in den letzten Stürmen sichtlich verschont geblieben ... Jetzt halten die beiden Damen in Trauerhohe, "G r a f H u g o v o n S a l e m - C a m p h a u

Sie nehmen dem Diener ihre Rosen und Lorberkränze ab, die dieser aus dem Wagen mitgebracht, und legen sie auf das Grab, das erst kürzlich seine Vollendung erhalten hatte ... Graf Hugo, nicht in die Dienste seiner Armee zurückgetreten, hatte auf Schloss Salem seiner Gattin gelebt und dem Sohn, den sie ihm gebar ... Benno Tiebold Bonaventura Graf von Dorste-Salem-Camphausen wurde luterisch getauft ... Graf Hugo starb bei allem Glück an einem Siechtum des Herzenses hatte seit Jahren der Kämpfe zu viel bestanden ... In Rom hatte er Genesung gehofft und heute vor einem Jahr erlosch sein Auge ... Das