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Platz, während sein Akolut Vorrichtungen traf zur Messe, die er hier morgen halten wollte ... Mit dem Pfingsttage naht die österliche Zeit ihrem Ende ... Schon waren die drei "bitte-Tage" vorüber. Die morgende Vigilienfaste gehörte diesem Kloster als ein ganz besonderer Gründungs- und Seelenläuterungstag ...

Es war draussen heiss, in der Kirche kühl ... Hinter einem Gitter, das Bonaventura nicht ganz übersehen konnte, sassen die Harrenden in ihren braunen Kutten mit leichten weissen Mänteln und weissen Schleiern, einen schwarzen ledernen Gurt um den Leib ... Von jeder, die sich ihm nahte, hörte man auf dem steinernen Boden das Knarren der groben Lederschuhe, die anderswo die heilige Terese entfernt hat, als sie aus den Karmeliterinnen Barfüsserinnen machte, wie ihr Freund, der heilige Petrus von Alcantara, den Orden der Franciscaner verschärfte ...

Wer sollte glauben, dass auch diese abgeschlossene Frauenwelt Erlebnisse zu berichten hatte ... Ihre Verrichtungen waren so einfach ... Gebet, Messe, Essen und Trinken, weibliche arbeiten, Singen, Beten und Schlafen ... Das war die Ordnung jedes Tages, etwa bei vier oder fünf ausgenommen, die Unterricht gabeneine Licenz, zu deren Erlangung bis nach Rom hin hatte berichtet werden müssen ...

Nach den ersten fünf oder sechs Beichten, die schon die Zeit bis fast gegen elf Uhr einnahmenTreudchen Lei musste als Neuling bis zuletzt bleibenübersah der still horchende und murmelnde Märtyrer schon das ganze Seelenleben eines Nonnenklosters ... Die hochbetagte Oberin sprach wie ein Kind ... Sie schien seit Jahren dieselben Fehler zu bekennen ... Sie hatte am Rosenkranzgebet einzelne Kugeln übersprungen ... Sie hatte um des geliebten Schlafes willen sich einigemal krank melden lassen ... Sie hatte bei einem Uebermass von Fliegen in ihrem Zimmer sie durch eine Jagd getödtet in den Zwischenpausen ihrerGebete ... Alledem sprach Bonaventura milde und den Fehl eigentlich in anderm suchend, als die Beichtende .... Da seine Gewohnheit war, durch eine plötzliche Querfrage eingelernte Beichten zu durchkreuzen und lehrreiche Stockungen des Gewissens hervorzubringen, so gestand ihm auch diese gute alte Frau zuletzt ein, dass sie allerdings in Streit und Zank lebte ... Zunächst galt dann das Bedürfniss der Neue über leidenschaftliche Ausbrüche ihres Temperaments einerHenne, die regelmässig vom benachbarten Professhause der Jesuiten über die Mauer flog und durchaus ihre Eier hier bei den Karmeliterinnen im Garten legte. Um diese Henne und um diese Eier war das ganze Kloster in Aufruhr! ... Die Aufwärterin von drüben, die Hanne Sterz, begehrte von der verflogenen Henne die Eier und im Kloster war man verschworen, sie nicht herauszugeben, die Vicarin ausgenommen, Schwester Terese ... Das war nun die grosse, wochenlang alles ergreifende Frage unter diesen Frauen ... Daran waren alle beteiligt ... Wie oft sass Bonaventura zu St.-Wolfgang in seiner Jasminund Nachtviolenlaube und las die Worte der Braut im Hohen lied: "Erquicket mich mit Blumen, labet mich mit Aepfeln, denn ich bin krank vor Liebe!" oder er übersetzte Lope de Vega's Sonett von jenen beiden Frauen, von denen Eva sogleich nach reisen Aepfeln griff und alles verlor, Maria aber nur nach der künftigen Blüte aus der Wurzel Jesse und alles gewannRenate konnte aber auch da während dessen mit den Nachbarn um Aepfel zanken, die über den Zaun gefallen waren, um Trauben, die bei ihnen reisten, während der Stamm im Pfarrgarten stand ... Auf alles das ist ein katolischer Priester auch in der beichte gefasst ... Dass sich aber auch ein Kloster von achtzehn Bewohnern um die Eier einer Henne in Gewissensscrupeln befand, entsetzte ihnum Paula's willen ...

Die Schwestern dürften die Eier der Gartenverwüsterin und Klosterfriedensbrecherin dem Nachbar vorentalten, entschied er, wenn sie dies in der Absicht, zu strafen, täten und die nachlässige Besitzerin der Henne gewöhnen wollten, ihre Henne besser zu hüten ... Sie würden es aber wahrscheinlich mit Schadenfreude getan und sich am Besitz der Eier listig erfreut haben ... Da wäre es denn freilich ein Raub ... "Sammeln Sie jetzt die Eier und sind es ihrer jedesmal eine Mandel, so schicken Sie sie nebenan ins Waisenhaus!" ...

Als die äbtissin mit diesem Bescheid gegangen war, kamen die alten Nonnen zuerst ... Das Warten schien ihnen beschwerlich zu fallen ... Roter hatte es auch so eingeführt, wahrscheinlich, um sie rascher zu entfernen ... Fanatismus für Formalitäten, wie er namentlich im ehelosen Stand die Frauen mit der Zeit alle Stadien der Qual für sich und andere durchmachen lässt, sprach sich umständlich genug aus ... Einige hatten dabei ein nervöses Zucken, andere eine Sprechweise, die vor Ueberhastung nicht einen einzigen geordneten Satz vorbringen konnte ... Dann hatte die Art, wie die von ihm auferlegten Bussen sofort ausgeführt wurden, wenn er den sich Entfernenden nachsah, etwas Erschreckendes durch den Mechanismus und den eiligen Eifer der Formalität ohne jeden Duft der Innerlichkeit ... Das Schönste am weib, die scheue Unsicherheit in solchen Bewegungen, die der natur und dem sonstigen Triebe des Weibes widersprechen, fiel hier weg ... Das Zusammenleben in einem weiblichen Freistaat hob die Grazie auf, die aus dem Zusammenleben mit Männern entspringt ... Er sah eine Nonne eine Betglocke an Stricken so hastig ziehen, wie