, man sah es gestern und vorgestern, unbehaglich gewordenen Lage zu auffallend ...
Inzwischen blickten Alle auf Armgart ... Sie verschlang die Worte aus Bonaventuras mund ...
Die Diener waren wieder abwesend ...
Ohne zu grelle Hervorhebung liess Bonaventura, wenn auch mit Beben, die Worte fallen:
Sie werden bald vernehmen ... was ich in Witoborn schon aus Jedermanns mund erfuhr ... Terschka ist ja seltsamerweise ... nicht in der Lage, jemals – zurückkehren zu können ...
Alle horchten auf ...
Terschka – war das nicht, was er uns allen erschien ...
Armgart hatte sich erhoben ... Jeder erwartete, sie würde ausrufen: Er ist vermählt! ...
Bonaventura sprach leise:
Terschka ist – ein Priester ...
Das Wort des Erstaunens erstarb auf aller Lippen ...
Noch mehr, fuhr Bonaventura fort und dämpfte die stimme – man sagt es in der Stadt allgemein, er gehört dem Orden – der Gesellschaft Jesu an und hat in Rom das vierte Gelübde abgelegt ... Mein Stiefvater – scheint – die gesetz gegen ihn geltend gemacht zu haben, die keinen Jesuiten im land dulden ... Oder – – man vermutet, dass seine Mission zu Ende ist und man ihn schleunigst nach Rom zurückberief ... Nur zurückhaltend spricht man von diesem seltsamen Vorfall; doch scheint die Nachricht – unwiderleglich zu sein ...
Es gibt eine magische Lichtwirkung, die plötzlich die blühendsten, lebensfrischesten Physiognomieen in Larven verwandelt ...
So die wirkung dieser Mitteilung ...
Was musste man von Terschka's Metamorphose, was von seiner Verbindung mit den Camphausens in Wien, was von seinem Leben hier auf dem schloss denken? ...
Monika, die den Beziehungen Terschka's zur Familie des Grafen Hugo so nahe stand, konnte sich kaum im Sitzen erhalten ... Ihre Lippen bebten; ihr Auge rollte; ihre Brust hob sich; sie hatte einen – Fluch auf der Zunge ... Das sahen alle ...
Ihr Gatte betrachtete sie mit gleicher Empfindung und mass den Anteil, den er aus ihren Beziehungen zur Mutter des Grafen Hugo vollkommen zu würdigen wusste ... Er verstand die Entrüstung aus gleicher Gesinnung ...
Dennoch stammelte Monika:
Fast glaube' ich, man muss dem mann nicht zu sehr zürnen! ... Er war vielleicht mehr ein Opfer, als ein Werkzeug! ...
Mehr konnte sie nicht sagen ... Denn alles war erschreckt durch Armgart ...
Diese stand wie wenn sie eine Geisterwelt um sich sähe ... Nicht dass sich ihr sofort das Rätsel des briefes entüllte, nicht dass sie sofort verstand, wie Terschka nur gerade diese Last der Seele hatte abschütteln, deshalb convertiren wollen ... sie sah nichts, als dass Terschka für die Mutter aufhörte ein Mann zu sein, aufhörte, verwirrend und bestrickend in Frauenseelen einzugreifen ... Ein Priester! ... Erlöst von einer Last, die von ihrem Herzen fiel, stiess sie einen lauten Ton der Freude aus. Sie stürzte auf die Mutter zu ... Jetzt erst, jetzt sie wiedergewinnend, jetzt ganz an sie glaubend, nachholend, was sie an ihr versäumt hatte, lichtumflossen nach so langer dunkler Irrung, umarmte sie die Befremdete stürmisch, küsste ihre Stirn, ihre Lippen, ihre hände, umfasste ihren Leib und entfloh aus dem Zimmer ...
Was ist dem Mädchen? riefen alle – ausser Bonaventura und Paula ...
Monika verstand allmählich auch das beharrliche und auffallende Schweigen beider und sagte, sich in ihren Vorstellungen Licht suchend:
Welch ein Wahn? ...
Sie sah purpurrot vor Bonaventura nieder und gedachte nun beschämt ihrer beichte ...
Die Tante kannte Terschka's Neigung für ihre Schwester. Aber ihrer Verlegenheit half die Nachwirkung des Schreckens über Terschka. Von allem Unangenehmen gleich zur Abwehr gestimmt, hatte sie das Bedürfniss des Polterns ...
Sie ist eine Närrin! ... rief sie Armgart nach ...
Bald aber stockte auch ihre Rede – voll Grauen über die Verstellungskunst, deren Zeuge sie hier einen Winter über gewesen waren ...
Der Onkel gab sich offener. Er verweilte mit unausgesetztem Erstaunen bei der Mitteilung des Domherrn und fand sie für die Entüllung römischer Zustände ausserordentlich ...
Armgart's Platz blieb leer ... Man ass und suchte in zerstreuendem Gespräch Fassung zu gewinnen ... Was stören und die eben gewonnene Einheit trüben konnte, wurde vermieden ... Levinus rügte nichts am Bruder, die Tante nichts an ihrer Schwester ... dafür behielten Ulrich und Monika für sich, was beide tiefschmerzlich von Rom, seinem Bau, seinem Bann über die Welt empfanden ...
Bonaventura und Paula empfanden alles das nicht minder ...
Dennoch erhielt Onkel Levinus scheinbar Recht, als er das Glas erhob und sprach:
Der Mensch ist so glücklich, wenn er die erste Summe seiner Ersparnisse zurücklegen und sagen kann: Das haben wir denn nun – und das Uebrige findet sich! ... Halten wir uns an das Glück, das wir sehen und – mit Händen schütteln! ... Hoffen wir, dass im Schoos der Zukunft mehr, mehr, viel mehr zu unserer Freude verborgen liegen wird, als wir ahnen! ...
Darauf klangen auch alle an ...
Die Tante lachte über das Levinus'sche