1858_Gutzkow_031_385.txt

etroitement da vorbei, wo neulich Monsieur Hammaker gehabt hat un très mauvais accident

Kannten Sieauch den? hauchte Lucinde, aufs neue erbebend ...

Monsieur Hammaker sah mir gleich den alten Picard anwie ichil y a cinq moishierher bin geflohen und ich sass ihm vis à vis im Trankgässchen und mir schmeckte nicht der Heurige. Den Posten hier verschafft' er mir durch die ihm bekannte Madame Jeanette, eine alte Freundin meines Vaters. Er verlangte bloss als don gratuit von mireine kleine Affaireden roten Hahn auf ein Schloss – à peu près zwanzig Meilen von hier

Westerhof? rief Lucinde entsetzt ...

Comment –? fiel Bickert überrascht ein und hielt das Bündel, als wollt' er es Lucinden übergeben, die schon vor Abscheu nur vor seinem Aussehen die Hand zurückzog ...

Sapristi, wo wissen SieIch kenne einen, der alle Tage auf mich wartet! Tausend Taler, und dann nach Amerika! sagte Monsieur Hammaker, und auch zusammen wollten wir gehen. Aber er hatte noch nicht genug, le petit maitre, er wollte Extrapost. Die hat er bekommen! Als ich ihm die Nacht begegnete, wo er in die Sieben Berge machen wollte mit einem sehr hübschen Koffer, sagt' er mir: Adieu Picard! Folgen Sie mir bald! Machen Sie nur ein complimentanan

Den Oberprocurator Nück –?

Diacre! Woher wissen Sie –? Mademoiselle! Ich ging nicht. Ich dachte, er wird mich zum haus hinauswerfen, wenn ich um die tausend Taler kommefür Reisegeld! MaisNeulich, da zog ich an der Klingelich hatte das Leben hiernein, nein, denken Sie nur nicht MarcebillenstrasseAber es stand wieder einmal quarante sept mit mir. Hier das Leben unter den Ratten, die schlechte Kost, die Furcht; ich dachte: Du verdienst dir dein Reisegeld, gehst erst in den Dom und sagst's en confessionIch bin versucht, wollt' ich sagen, ein gross Feuer zu legen und ein Papierso war le mot d'ordredans une bibliotèqueund ich tät' es gern; wer kann hier leben! Unter den Ratten! Hunde füttern! Hanne Sterz um den Bart gehen! Einen Bart hat sie, Mademoiselle! ... Da knie' ich im Confessional und fange an zu sprechen und sage meine Sünden und ich sehe auf und ...

Ihr seht den Domherrn von Asselyn!

Einen Geist, der mir spricht: Was entielt damals der Sarg? ...

Gestanden Sie es ihm?

Da! Nehmen Sie, Mademoiselle!

Jetzt griff Lucinde nach dem Bündel in heftigster Bewegung. So abschreckend feucht das Tuch war, sie empfand keinen Widerwillen mehr ...

Plaudern werden Sie nicht! wiederholte Bickert und beleuchtete unheimlich die Gestalt und äussere Erscheinung der Verkleideten ... Und eine wiederum ballend erhobene Faust deutete die Möglichkeit seiner Rache an ...

Dann aber sagte er:

Gut! geben Sie das

An den Domherrn von Asselyn

Im Kapitelhause

Und was entält es?

Eine Schriftkein Geldnur eine Schriftin Lateintant je crois

Damit ging er weiter ...

Und die Reise nach Amerika? Schloss Westerhof? Das Papier? rief sie hinter ihm her ...

Der Knecht hörte nicht die verhallenden Worte und ging voraus ...

Lucinde folgte atemlos ... Sie hatte das kleine Bündel in ihre Mappe gezwängt und sich dabei aufgehalten ... Mit dem Schirme tastete sie, um dem Schimmer der Laterne zu folgen ...

Noch einige hundert Schritte in dem links sich erstreckenden engern Gange ging es so fort.

Dann standen sie an einer kleinen, mit verrosteten Eisenklammern beschlagenen Tür ...

Bickert gab Lucinden die Laterne und zog sein Schlüsselbund ...

Leise steckte er einen mit wunderlichem Zierrat versehenen alten Schlüssel in das noch wohlerhaltene Schloss ...

Mit knarrendem Tone ging noch ein Riegel zurück und die Tür öffnete sich ...

Halten Sie sich an mich! sagte der Führer und stieg einige sich windende steinerne Stufen in die Höhe, während die Laterne zurückblieb ...

Bald kam eine zweite Tür ...

Bickert horchte ... Er wollte lauschen, ob niemand in der Nähe war ...

Wo kommen wir hinaus? fragte Lucinde, von den Anstrengungen erschöpft ...

Statt zu antworten schärfte Bickert sein Ohr nur noch vorsichtiger ...

Jetzt war es Lucinden, als hörte sie einen heiligen Gesang. Es war wie ein Strom klingender Luft, der auf sie niederwallte. Die Töne schwollen und erhoben sich. Wie aus erquickenden Quellen ringssprühender Staub, so rieselte sie es an ... Nach so langer dumpfer Stille wurde ihr der Ton fast zum Licht, das Licht zur Welle, Geistiges wie leiblich sie Berührendes ... Sie konnte sich nicht mehr aufrecht halten ...

Les chanteurs! Es ist die Domschule! flüsterte Bikkert und öffnete ...

Es strömte wie Lobgesang des Lebens auf sie ein ...

Hier jetzt den Corridor hinauf, dann à travers la maison!

Bickert drängte Lucinden schon vorwärts ...

Nach einem noch einmal weniger drohend, als schon hoffnungssicher gesprochenen: Mais Mademoiselle –! stand sie plötzlich allein ... Bickert war verschwunden.

Ein schmaler gang zwischen zwei hohen Mauern führte Lucinden in einen grösseren