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. Doch sehen Sie nur, unterbrach sie sich in ihrer Schilderung plötzlich selbst; es gibt wirklich ein Wetter!

Sie glückliche, lachte Benno, Sie können Ihre Phantasie zu hülfe nehmen, wenn nicht alles auf der Dechanei so zutrifft, wie Sie's sich gedacht und ausgemalt haben!

Ganz recht, bestätigte Lucinde, eben die Dechanei, die dachte' ich mir so ... mutatis mutandis

Mutatis mutandis? wiederholte Benno und sah sie, erstaunend über ihr Latein, an.

Ich meine die Kinder ...

Verstehe! Verstehe!

Es trat eine Pause ein, in der Lucinde den Triumph geniessen konnte, sich sagen zu dürfen: Du kalter, eingebildeter junger Mensch, glaubtest mich so über die Schultern ansehen und nach den Aussagen der alten Renate, Grützmacher's und wer weiss, ob nicht auch deines so grausamen, so tugendkalten und mich glücklichunglücklich machenden Bonaventura beurteilen zu können!

Und auch Benno fühlte vollkommen, was sie dachte. Nach einer Weile sagte er:

In der Hauptsache werden Sie es wirklich so in der schönen Dechanei finden! Sie könnte allerdings ganz in ein Gedicht von Clemens Brentano passen! Selbst die Pfauen fehlen nicht! Noch mehr, der Onkel hat einen alten Diener, dem er gestattet in den Sternen zu lesen ...

Das ist schlimm für seine Teller! unterbrach sie. Aber?

Frau von Gülpen ...

Frau von Gülpen?

Benno zuckte die Achseln und deutete an, dass mit diesem Namen die in Kocher am Fall zu erwartende Poesie ein Ende hätte.

Lucinde verstand diese Geberde. Mit tiefschneidender Ironie sagte sie:

Also Frau Renate die Zweite!

Und wie sie dann hinzufügte: O Männer! Männer! ... so war dies doch ein Ton, als hätte Benno aufspringen müssen, ihre arme zu fassen und sie niederzudrücken mit den Worten: Schwaches Weib, glaubst du denn allmächtig zu sein? ... Es war der Glutenstrom, den Armgart gestern aus ihr herausgehen gefühlt hatte, der Glutenstrom, unter dessen Gewalt vielleicht die Gräfin Paula vergangen wäre, wenn sie nicht Bonaventura durch ihre Entfernung gerettet hätte; aber auch der Glutenstrom wieder, der ihm sympatische Naturen heben und zum Gefühl der Unsterblichkeit hätte beleben können und von dem sich trennen zu müssen einst Klingsohrn zur Verzweiflung brachte.

Zum Glück für Benno's sich mehrende Aufregung gab es Zerstreuungen am Wege und bald auch kühlte er sich ab durch Lucindens rückkehrende Koketterie. Sie sprach von Armgart und verriet ihre Absicht, ihren Begleiter zu Vergleichungen zu veranlassen. Nun war es aber doch wie eine sanfte Musik, die über Benno sich ergoss, als er Armgart so nennen hörte. Mit jener ironischen Schärfe, die seinen Zügen nicht bitter oder gar faunisch wie Klingsohrn, nicht elegisch wie Serlo stand, sondern die eine grosse Anmut in dem männlichen, edelgeformten Antlitz verbreitete, die schönsten Zähne zeigte und den Augen eine schelmische Gutmütigkeit lieh, sagte er:

Lieber Himmel, mein fräulein! Sind Sie denn wirklich schon so alt, dass Sie sich an Armgart's Jugend ewig rächen zu müssen glauben! Lassen Sie doch die Kleine noch so kindisch sein wie sie ist! Hedemann, wie oft haben Sie ihr die Rettungstat aus Canada erzählen müssen?

Hedemann wandte sich und sagte, er selbst hätte das nur einmal getan, aber Herr de Jonge wohl ein Dutzend mal.

Herr de Jonge! fuhr Lucinde, die Vennon über seine Aeusserung nicht zürnte, fort. Wer ist Herr de Jonge? Ein Reisegefährte des Herrn Hedemann? Erzählen Sie! Wir geniessen das Gefühl, noch im Trokkenen zu sitzen! Sehen Sie nur dort drüben, oberhalb der schwarzen Berge, wie es da schon niedergiesst!

In Kocher am Fall! bestätigte Benno mit nachdenklichem und zerstreutem Tone.

Also, Herr Hedemann! Die Rettung aus Canada! Wer ist Herr de Jonge?

Sie werden ihn vielleicht in der Dechanei finden! erwiderte Hedemann und um gleichsam auf diese Art der Erzählung überhoben zu sein.

In der Dechanei? Um so mehr müssen wir auf ihn vorbereitet sein! Wer ist gerettet worden? Wer hat gerettet? Erzählen! Erzählen!

Diesem Humor liess sich nicht widerstehen ...

Benno zündete sich eine neue Cigarre an und begann:

Das beste Schiffsbauholz

Hedemann hielt sich auf dem Bock die Ohren zu, als wollte er sagen: Diese tausendmal wiederholte geschichte! Ich kann sie nicht wieder hören!

Das beste Schiffsbauholz, fuhr Benno mit um so grösserm Nachdruck fort ...

Die Cigarre war noch nicht im Gange ...

Das beste Schiffsbauholzwiederholte Lucinde, um gleichsam den Faden festzuhalten ...

Bieten die Urwälder Canadas! Sie wissen doch, fräulein, wo Canada liegt?

Lucinde dachte an ihre Langen-Nauenheimer Wandlandkarte und zeigte mit dem Sonnenschirm fest und sicher nach Westen hinaus.

Mutatis mutandis! bemerkte Benno ... Es konnte heissen: Wer Latein kann, weiss auch das! Oder: Da so herum ist allerdings richtig, aber Amerika besteht nicht aus Canada allein!

Das beste Schiffsbauholz, fuhr er fort, bieten die Urwälder Canadas, und die bequemste gelegenheit, es auf dem Lorenzostrom und von da ins Weltmeer und nach England und Holland zu transportiren, findet man bei den vielen Nebenströmen des Lorenzo durch die furchtbaren Fälle derselben. Ich weiss nicht, ob sich unser Freund Tiebold de Jonge, Sohn der grossen Handels- und Holzfirma "De Jonge's Erben" drüben in der Residenz des Kirchenfürsten, auf dem St