standen Tische und Gestelle herum, so wie in seiner Mitte ein langer Tisch angebracht war, damit ich meine Sachen, die ich etwa von dem Gebirge brächte, ausbreiten könnte. Das zweite Zimmer war kleiner, und war zu meinem Schlaf- und Wohngemache hergerichtet.
Der alte Mann reichte mir die Schlüssel zu dieser wohnung. Auch zeigte man mir in der leichten gemauerten Hütte, die nicht weit hinter der Schreinerei an der westlichen Grenze des Gartens lag und in früheren zeiten zu den Steinarbeiten benutzt worden war, einen Raum, den man ausgeleert hatte, und in welchen ich Gegenstände, die ich gesammelt hätte, bis auf weitere Verfügung niederlegen könnte. Sollte ich mehr brauchen, so könne noch mehr geräumt werden, da jetzt die arbeiten mit den Steinen fast beendigt seien und selten etwas gesägt, geschliffen oder geglättet werde. Ich war über diese Aufmerksamkeiten so gerührt, dass ich fast keinen Dank dafür zu sagen vermochte. Ich begriff nicht, was ich mir denn für Verdienste um den Mann oder seine Umgebung erworben habe, dass man solche Anstalten mache. Das Eine gereichte zu meiner Beruhigung, dass ich aus diesen Vorrichtungen sah, dass ich in dem haus nicht unwillkommen sei; denn sonst wäre man nicht auf den Gedanken derselben geraten. Dieses Bewusstsein versprach meinen Bewegungen in den hiesigen Verhältnissen viel mehr Freiheit zu geben. Ich stattete endlich doch meinen Dank ab, und man nahm ihn mit Vergnügen auf.
Da ich in meiner wohnung meine Wandersachen abgelegt hatte und die ersten allgemeinen gespräche vorüber waren, wollte ich einen übersichtlichen gang durch den Garten machen. Ich ging bei der Seitentür des Hauses hinaus, und da ich auf den kleinen Raum kam, der hier eingefasst ist, kam der grosse Hofhund auf mich zu und wedelte. Als ich sah, dass der alte Hilan mich erkenne und begrüsse, war ich so kindisch, mich darüber zu freuen, weil es mir war, als sei ich kein Fremder, sondern gehöre gewissermassen zur Familie.
Am nächsten Tage nach meiner Ankunft erschien der Wagen mit meinem Gepäcke und mit der Marmorplatte. Ich liess abladen, und übergab die Platte meinem Gastfreunde mit dem Bedeuten, dass ich ihm in derselben eine Erinnerung aus dem Gebirge bringe. Zugleich händigte ich ihm das kleinere, geschliffene Stück zur genaueren Einsicht in die natur des Marmors ein. Er besah das Stück und dann auch die Platte sehr sorgfältig. Hierauf sagte er: "Dieser Marmor ist ausserordentlich schön, ich habe ihn noch gar nicht in meiner Sammlung, auch scheint die Platte dicht und ohne Unterbrechung zu sein, so dass ein reiner Schliff auf ihr möglich sein wird, ich bin sehr erfreut, in dem Besitze dieses Stockes zu sein, und danke Euch sehr dafür. Allein in meinem haus kann er als Bestandteil desselben nicht verwendet werden, weil dort nur solche Stücke angebracht sind, welche ich selber gesammelt habe, und weil ich an dieser Art der Sammlung und an der Verbuchung darüber eine solche Freude habe, dass ich auch in der Zukunft nicht von diesem Grundsatze abgehe. Es wird aber ganz gewiss aus diesem Marmor etwas gemacht werden, das seiner nicht unwert ist, ich hege die Hoffnung, dass es auch Euch gefallen wird, und ich wünsche, dass die gelegenheit seiner Verwendung Euch und mir zur Freude gereiche."
Ich hatte ohnehin ungefähr so etwas erwartet, und war beruhigt.
Der Marmor wurde in die Steinhütte gebracht, um dort zu liegen, bis man über ihn verfügen würde. Meine übrigen Dinge aber liess ich in meine wohnung bringen.
Ich ging im Sommer immer sehr leicht gekleidet, entweder in ungebleichtem oder gestreiftem Linnen. Den Kopf bedeckte meistens ein leichter Strohhut. Um nun hier nicht aufzufallen, und um weniger von der einfachen Kleidung der Hausbewohner abzustechen, nahm ich ein paar solcher Anzüge samt einem Strohhute aus dem Koffer, kleidete mich in einen, und legte dafür meinen Reiseanzug für eine künftige Wanderung zurück.
Mein Gastfreund hatte auf seiner Besitzung eine etwas eigentümliche Tracht teils eingeführt, teils nahmen sie die Leute selber an. Die Dienerinnen des Hauses waren in die Landestracht gekleidet, nur dort, wo diese, wie namentlich in unserem Gebirge, ungefällig war oder in das Hässliche ging, wurde sie durch den Einfluss des Hausbesitzers gemildert und mit kleinen Zutaten versehen, die mir schön erschienen. Diese Zutaten fanden im Anfange Widerstand, aber da sie von dem alten Herrn geschenkt wurden und man ihn nicht kränken wollte, wurden sie angenommen, und später von den Umwohnerinnen nicht nur beneidet, sondern auch nachgeahmt. Die Männer, welche in dem haus dienten oder in dem Meierhofe arbeiteten oder in dem Garten beschäftigt waren, trugen gefärbtes Linnen, nur war dasselbe nicht so dunkel, als es bei uns im Gebirge gebräuchlich ist. Eine Jacke oder eine andere Art Überrock hatten sie im Sommer nicht, sondern sie gingen in lediglichen Hemdärmeln, und um den Hals hatten sie ein loses Tuch geschlungen. Auf dem haupt trugen einige, wie der Hausherr, nichts, andere hatten den gewöhnlichen Strohhut. Eustach schien in seiner Kleidung niemanden nachzuahmen, sondern sie selbst zu wählen. Er ging auch in gestreiftem Linnen, meistens rostbraun mit grau oder weiss; aber die Streifen waren fast handbreit, oder es hatte der ganze Stoff nur zwei Farben, die Hälfte des Längenblattes braun, die Hälfte weiss. Oft hatte er einen Strohhut, oft gar nichts auf dem haupt. Seine Arbeiter hatten ähnliche Anzüge, auf denen selten ein Schmutzfleck zu sehen war; denn bei der Arbeit hatten