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und selbst das Verhältnis zu Risach hatte an Rundung und Festigkeit gewonnen. Den Abschluss der Familienzusammengehörigkeit wird dann Gustav bringen.

Was mich selber anbelangt, so hatte ich nach der gemeinschaftlichen Reise in die höheren land die Frage an mich gestellt, ob ein Umgang mit lieben Freunden, ob die Kunst, die Dichtung! die Wissenschaft das Leben umschreibe und vollende, oder ob es noch ein Ferneres gäbe, das es umschliesse und es mit weit grösserem Glück erfülle. Dieses grössere Glück, ein Glück, das unerschöpflich scheint, ist mir nun von einer ganz anderen Seite gekommen, als ich damals ahnte. Ob ich es nun in der Wissenschaft, der ich nie abtrünnig werden wollte, weit werde bringen können, ob mir Gott die Gnade geben wird, unter den Grossen derselben zu sein, das weiss ich nicht; aber eines ist gewiss, das reine Familienleben, wie es Risach verlangt, ist gegründet, es wird, wie unsre Neigung und unsre Herzen verbürgen, in ungeminderter Fülle dauern, ich werde meine Habe verwalten, werde sonst noch nützen, und jedes, selbst das wissenschaftliche Bestreben hat nun Einfachheit, Halt und Bedeutung.