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gar nie an."

"Matilde liess geschehen, dass sie nach dem Sternenhofe geheissen wurde, der Name war ihr lieber. So mag es wohl gekommen sein, dass Ihr keinen andern gehört habt. Für Gustav wird die Erlaubnis zur Führung dieses Namens nachgesucht werden."

"Aber die Tarona, erzählte man mir, sei gerade in jenem Winter, an welchem ich Natalien in der Loge gesehen habe, nicht in der Stadt gewesen", sagte ich, und dachte an Preborn, welcher mir diese Tatsache mitgeteilt hatte.

"Ganz richtig," erwiderte mein Gastfreund, "wir sind auch nur zur Aufführung des König Lear hingefahren. Ich war in der Loge hinter Natalien, habe Euch aber nicht gesehen."

"Ich Euch auch nicht", antwortete ich.

"Natalie hat uns von dem jungen mann erzählt, der ihr im Schauspielhause aufgefallen sei," erwiderte er, "aber erst nach langer Zeit konnte sie uns eröffnen, dass Ihr es gewesen seid."

"Habe ich Euch nicht einmal im Winter in der Stadt nach der Wiedergenesung des Kaisers, mit Euren Ehrenzeichen geschmückt, fahren gesehen?" fragte ich.

"Das ist möglich," antwortete er, "ich war in jener Zeit in der Stadt und an dem hof."

"Nun, mein sehr lieber junger Freund," sagte er nach einer Weile, "ich habe Euch von meinem Leben erzählt, da Ihr einer der Unseren werden sollt, ich habe zu Euch von meinem tiefsten Herzen geredet, und jetzt enden wir dieses Gespräch."

"Ich bin Euch Dank schuldig," antwortete ich, "allein all das Gehörte ist noch zu mächtig und neu in mir, als dass ich jetzt die Worte des Dankes finden könnte. Nur eins berührt mich fast wie ein Schmerz, dass Ihr mit Matilden nach Eurer Wiedervereinigung nicht in einen nähern Bund getreten seid."

Der Greis errötete bei diesen Worten, er errötete so tief und zugleich so schon, wie ich es nie an ihm gesehen hatte.

"Die Zeit war vorüber," antwortete er, "das Verhältnis wäre nicht mehr so schön gewesen, und Matilde hat es auch wohl nie gewünscht."

Er war schon früher aufgestanden, jetzt reichte er mir die Hand, drückte die meine herzlich, und verliess das Zimmer.

Ich blieb eine geraume Weile stehen, und suchte meine Gedanken zur Sammlung zu bringen. Das wäre mir nie zu Sinne gekommen, als ich zum ersten Male zu diesem haus heraufstieg und des andern Tages seinen Inhalt: sah, dass alles so kommen würde, wie es kam, und dass das alles zu meinem Eigentume bestimmt sei. Auch begriff ich jetzt, weshalb er meistens, wenn er von seinem Besitze sprach, das Wort 'unser' gebrauchte. Er bezog es schon auf Matilden und ihre Kinder.

Nachdem ich noch eine Zeit in meiner wohnung verweilt hatte, verliess ich sie, um in frischer Luft einen Spaziergang zu machen und noch das Gehörte in mir ausklingen zu lassen.

5. Der Abschluss

Am nächsten Tage ging ich im Laufe des Vormittages zu einer Stunde, an welcher ich meinen Gastfreund weniger beschäftigt wusste, in gewähltem Anzuge in seine stube, und dankte ihm innig für das Vertrauen, welches er mir geschenkt habe, und für die achtung, welche er mir dadurch erweise, dass er mich würdig erachte, Nataliens Gatte zu werden.

"Was das Vertrauen anbelangt," erwiderte er, "so ist es natürlich, dass man nicht jeden, der uns ferne steht, in unsere innersten Angelegenheiten einweiht; aber eben so natürlich ist es, dass derjenige, der für die Zukunft einen teil, ich möchte sagen, unserer Familie ausmachen wird, auch alles wisse, was diese Familie betrifft. Ich habe Euch das Wesentlichste gesagt, einzelne kleine Umstände, die der Vorstellungskraft nicht immer gegenwärtig sind, ändern wohl an der Sachlage nichts. Was die Hochachtung anbelangt, die darin liegt, dass ich Euch zu Nataliens Gatten geeignet erachte, so habt Ihr vor allen Männern dieser Erde den unermesslichen Vorzug, dass Euch Natalie liebt, und Euch und keinen andern will; aber auch trotz dieses Vorzuges würden Matilde und ich, dem man hierin ein Recht eingeräumt hat, nie eingewilligt haben, wenn uns Euer Wesen nicht die Zuversicht eingeflösst hätte, dass da ein dauernd glückliches Familienband geknüpft werden könne. Was die Hochachtung anbelangt, die ich Euch, abgesehen von dieser Angelegenheit, schuldig bin, so habe ich meiner Meinung nach Euch die Beweise derselben gegeben. Wenn ich auch gedacht habe, Ihr dürftet Nataliens künftiger Gatte sein, so war der Eintritt dieses Ereignisses so unbestimmt, da es ja auf die Entstehung einer gegenseitigen Neigung ankam, dass der Gedanke daran auf mein Benehmen gegen Euch keinen Einfluss haben konnte, ja im Verlaufe der zeiten war der Gedanke erst der Sohn meiner Meinung von Euch."

"Ihr habt mir wirklich so viele Beweise Eures Wohlwollens und Eurer Schonung gegeben," antwortete ich, "dass ich gar nicht weiss, wie ich sie verdiene; denn Vorzüge von was immer für einer Art sind gar nicht an mir."

"Das Urteil über den Grund, woraus achtung und Neigung oder Missachtung und Abneigung entsteht, muss immer andern überlassen werden; denn wenn man zuletzt auch annähernd weiss, was man in einem Fache geleistet hat, wenn man sich auch seines guten Willens im Wandel bewusst ist, so kennt man doch alle Abschattungen seines Wesens nicht,