, wie wir uns bewillkommt hatten, der Wagen war vorgefahren, und wir schlugen die Richtung zurück ein, in der wir vor vier Tagen gekommen waren.
Ich fuhr mit meinem Gastfreunde nur bis an die Poststrasse, und auf derselben bis zur ersten Post. Dort trennten wir uns. Er fuhr auf Nebenwegen dem Asperhofe zu, weil er mir zu lieb einen Umweg gemacht hatte, ich aber schlug mit Postpferden die Richtung gegen das Kargrat ein. Ich war entschlossen, im Kargrat für jetzt ganz abzubrechen und also die Gegenstände, die ich noch dort hatte, fortschaffen zu lassen. Als ich in dem kleinen Orte eingetroffen war, richtete ich meine Verhältnisse zurecht, liess alle meine Dinge einpacken, und schickte sie fort. Ich nahm von dem Pfarrer, welchen ich kennen gelernt hatte, Abschied, verabschiedete mich auch von meinen Wirtsleuten und von den anderen Menschen, die mir bekannt geworden waren, sagte, dass ich nicht weiss, wann ich in das Kargrat zurückkehren werde, um meine arbeiten, welche ich wegen eines schnell eingetretenen Umstandes hatte abbrechen müssen, fortzusetzen, und reiste wieder ab.
Ich ging jetzt in das Lautertal, um es zu besuchen. Es war in der Richtung nach meiner Heimat ein geringer Umweg, und ich wollte das Tal, das mir lieb geworden war, wieder sehen. Besonders aber führte mich ein Zweck dahin. Obwohl ich wenig Hoffnung hatte, dass mein Auftrag, den ich in dem Tale gegeben hatte, zu forschen, ob sich nicht doch noch die Ergänzungen zu den Vertäflungen meines Vaters fänden, einen Erfolg haben werde, so wollte ich doch nicht nach haus reisen, ohne in dieser Hinsicht Nachfrage gehalten zu haben. Die gewünschten Ergänzungen hatten sich zwar nicht gefunden, auch keine Spur zu denselben war entdeckt worden; aber manche Leute hatte ich gesehen, denen ich in früheren Tagen geneigt worden war, Gegenstände hatte ich erblickt, von denen ich in vergangenen Jahren zu meinem Vergnügen umringt gewesen war, und manches kleine Zwiegespräch hatte ich gepflogen, welches mir und den Leuten, mit denen es gepflogen worden war, zu einiger Erquickung gereichte.
Ich ging auch in das Rotmoor. Dort fand ich die arbeiten noch in einem höheren Masse entwickelt und im Gange, als sie es bei meiner letzten Anwesenheit gewesen waren. Von mehreren Orten hatte man Bestellungen eingesendet, selbst von unserer Stadt, wo das Becken der Einbeere bekannt geworden war und manchen Beifall gefunden hatte, waren Briefe geschickt worden. Fremde kamen zu zeiten in diese abgelegene Gegend, machten Käufe und hinterliessen Aufträge. Ich sah also, dass sich manches hier gebessert habe, betrachtete die arbeiten, und bestellte auch wieder einige neue, weil ich teils noch Stücke schönen Marmors hatte, aus denen irgend etwas gemacht werden konnte, und weil anderen Teils in dem Garten des Vaters zur Brüstung oder zu anderen Stellen noch Gegenstände fehlten. Die Leute hatten mich recht freundlich und zuvorkommend empfangen, sie zeigten mir, was im Gange war, welche Verbesserungen sie eingeführt hatten, und welche sie noch beabsichtigen. Sie liessen hiebei nicht unerwähnt, dass ich der kleinen Anstalt immer zugetan gewesen sei, und dass ich zu den Verbesserungen manchen Anlass und manchen Fingerzeig gegeben habe. Ich drückte meine Freude über alles das aus, und versprach, dass ich, wenn ich in die Nähe käme, jederzeit recht gerne einen kurzen Besuch in dem Rotmoor machen würde.
Nach diesem unbedeutenden Aufentalte im Lautertale und im Rotmoor setzte ich meine Reise zu meinen Eltern ohne weitere Verzögerung fort.
3. Die Mitteilung
Zu haus hatten sie mich noch nicht erwartet, weil ich ihnen durch meinen Brief angezeigt hatte, dass ich mit meinem Gastfreunde eine kleine Reise zu einer altertümlichen Kirche machen würde. Auch hatten sie sich vorgestellt, dass ich noch einmal in meinen Aufentaltsort in das Hochgebirge gehen und mich auf der Rückreise eine Zeit in dem Sternenhofe aufhalten werde. Sie irrten aber; denn obwohl ich in beiden Orten war, war ich doch nicht lange dort, und es drängte mein Herz, den Meinigen zu eröffnen, wie meine Angelegenheiten stehen. Als ich dieses getan hatte, waren sie bei weitem weniger ergriffen, als ich erwartet hatte. Sie freuten sich, aber sie sagten, sie hätten gewusst, dass es so sein würde, ja sie hätten seit Jahren die jetzige Entwicklung schon geahnt. Im Rosen haus und im Sternenhofe, meinten sie, würde man mich nicht so freundschaftlich und gütig behandelt haben, wenn man mich nicht lieb gehabt, und wenn man nicht selbst das, was sich jetzt ereignet hat, als etwas Angenehmes betrachtet hätte, dessen Spuren man ja doch habe entstehen sehen müssen. So lieb mir diese Ansicht war, weil sie die Gesinnungen meiner Angehörigen gegen mich ausdrückte, so konnte ich doch nicht umhin, zu denken, dass nur die Meinigen die Sache so betrachten, weil sie eben die Meinigen sind, und dass sie mich auch darum des Empfangenen für würdig erachteten. Ich aber wusste es anders, weil ich Natalien und ihre Umgebung kannte und ihren Wert zu ahnen vermachte. Ich konnte das, was mir begegnete, nur als ein Glück ansehen, welches mir ein günstiges Schicksal entgegen geführt hatte, und dessen immer würdiger zu werden ich mich bestreben müsse.
Mein Vater sagte, es sei alles gut, die Mutter liess in wehmütiger und freudiger Stimmung immer wieder die Worte fallen, dass denn so gar nichts für ein so wichtiges Verhältnis vorbereitet sei; die Schwester sah mich öfter sinnend und betrachtend an.