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sagten sie, schlummere noch sehr sanft. Das Frühmahl war eingenommen, die Pferde standen vor dem Haustore, die Mutter verabschiedete sich von mir, die Schwester begleitete mich zu dem Wagen, küsste mich dort auf das innigste und freudigste, ich stieg ein, und der Wagen fuhr in der noch überall dicht herrschenden Finsternis davon.

Ich war nie mit eigenen Postpferden gefahren, weil ich die Auslage für Verschwendung hielt. Jetzt tat ich es, mir ging die Reise noch immer nicht schnell genug, und auf jeder Post, wo ich neue Pferde und einen neuen Wagen erhielt, deuchte mir der Aufentalt zu lange.

Ich hatte den Vater um den Brief nicht gefragt, der mit den Zeichnungen oder mit dem Tische gekommen war, auch hatte ich mich nicht um die Art erkundigt, wie diese Dinge eingelangt seien. Der Vater hatte ebenfalls nichts davon erwähnt. Ich beschloss, meinem Vorhaben treu zu bleiben und hierüber eine Frage nicht zu stellen.

Nach einer nur durch das notwendige Essen von mir unterbrochenen Fahrt bei Tag und Nacht kam ich gegen den Mittag des zweiten Tages in dem Rosenhause an. Ich hielt vor dem Gitter, gab einem Knechte, der gar nicht erstaunt war, weil er an mein Gehen und Kommen in diesem haus gewohnt sein mochte, meinen Koffer, sendete Wagen und Pferde auf die letzte Post, in die sie gehörten, zurück, ging in das Haus und fragte nach meinem Freunde.

Er sei in seinem Arbeitszimmer sagte man mir.

Ich liess mich melden, und wurde hinaufgewiesen.

Er kam mit lächelnd entgegen, als ich eintrat. Ich sagte, er scheine zu wissen, weshalb ich komme.

"Ich glaube es mir denken zu können", antwortete er.

"Dann werdet Ihr Euch nicht wundern," sagte ich, "dass ich in diesem Jahre, für welches ich schon Abschied genommen habe, mittelst einer sehr eiligen Reise noch einmal in Euer Haus komme. Ihr habt meinem Vater eine doppelte Freude erwiesen, Ihr hasst zu mir nichts gesagt, mein Vater hat mir auch nichts geschrieben, wahrscheinlich, um den Eindruck, wenn ich die Sache selber sähe, grösser zu machen: ich müsste ein sehr unrechtlicher Mensch sein, wenn ich nicht käme und für den jubel, der in mein Herz kam, nicht dankte. Ich weiss nicht, wodurch ich es denn verdient habe, dass Ihr das getan habt, was Ihr tatet; ich weiss nicht, wie Ihr denn mit meinem Vater zusammenhänget, dass Ihr ihm ein so kostbares Geschenk macht, und dass Ihr mit den Zeichnungen so in Liebe an ihn dachtet. Ich danke Euch tausendmal und auf das herzlichste dafür. Ich habe Euch für alles Freundliche, was mir in Eurem haus zu teil geworden ist, in meinem Herzen gedankt, ich habe Euch auch mit Worten gedankt. Dieses aber ist das Liebste, was mir von Euch gekommen ist, und ich biete Euch den heissesten Dank dafür an, der sich am besten aussprechen würde, wenn es mir nur auch einmal gegönnt wäre, für Euch etwas tun zu können."

"Das dürfte sich vielleicht auch einmal fügen," antwortete er, "das Beste aber, was der Mensch für einen andern tun kann, ist doch immer das, was er für ihn ist. Das Angenehmste an der Sache ist mir, dass ich mich nicht getäuscht habe, und dass Euer Vater an den Sendungen Freude hatte, und dass die Freude des Vaters auch Euch Freude machte. Im übrigen ist ja alles sehr einfach und natürlich. Ihr habt mir von den altertümlichen Dingen erzählt, welche Euer Vater besitzt, und welche ihm Vergnügen machen, Ihr habt von seinen Bildern gesprochen, Ihr habt ihm Schnitzwerke gebracht, für welche er eigens einen kleinen Erker seines Hauses umbauen liess, Ihr habt Euch grosse Mühe gegeben, die Ergänzungen zu den Schnitzereien zu finden, habt sogar meinen Rat hiebei eingeholt, und es war Euch unangenehm, befürchten zu müssen, dass Ihr das Gesuchte trotz alles Strebens nicht finden würdet. Da dachte ich, dass ich vielleicht mit einem meiner Gegenstände Eurem Vater ein Vergnügen machen könnte, besprach mich mit Eustach, und sandte den Tisch. Das Übersenden der Zeichnungen war auch ganz folgerichtig. Ihr habt im vorigen Jahre mit vieler Mühe hier und im Sternenhofe Abbildungen von Geräten gemacht, um Eurem Vater nur im allgemeinen eine Vorstellung von dem zu geben, was hier ist. Wie nahe lag es also, ihm Zeichnungen zu schikken, in denen noch weit mehr, weit Umfassenderes und weit Edleres entalten ist, obgleich sie nur die Sammlung eines einzelnen Menschen sind, und weit hinter dem zurückstehen, was an Prachtwerken hie und da besteht. Wir haben vielerlei an alten Geräten hier, wir können etwas entbehren, haben schon manches weggegeben, und geben gerne etwas einem mann, der damit Freude hat, und der es zu pflegen und zu achten versteht."

"Es würde mir sehr viel Schmerz machen," sagte ich, "wenn Ihr nur im entferntesten denken könntet, dass ich mit meinen Handlungen auf ein solches Ergebnis habe hinzielen können."

"Das habe ich nie geglaubt, mein junger Freund," antwortete er, "sonst hätte ich die Sachen gar nicht geschickt. Aber es ist die zwölfte Stunde nahe. Gehet mit mir in das Speisezimmer. Wir wussten zwar von Eurer Ankunft nichts; aber es wird sich schon etwas vorfinden, dass Ihr nicht Hunger leiden müsset, und dass auch wir nicht