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Pertz, Mon. I. 458. 150 S. Hermann des Lahmen von Reichenau Chronik ad. ann. 888 bei Pertz. Mon. V, 109. 151 ... vel, ut perturbatores reipublicae dignum est pati, usque ad cinerem concremati et in omnem ventum dispersi cum nominibus vel potius ignominia et memoria sua condemnetur in secula! Erchanberti breviarium ad ann. 880 bei Pertz, Mon. II, 330. 152 Die Gestalt des Alten in der Heidenhöhle möchte historisch etwas anzuzweifeln sein. Alle Merkmale deuten auf Karl den Dicken, aber der war eigentlich längst gestorben, bevor die erste Stunde des zehnten Jahrhunderts schlug. Indes, was die geschichte trennt, fügt die Sage wieder zusammen, und wie sie einst dem ostgotischen Dietrich von Bern im Nibelungenlied eine Stellung verschaffte, auf die er seinen historischen Präzedentien nach gar keine nachzuweisenden Ansprüche hat, so gefällt es ihr, den letzten Träger des karolingischen Weltreichs an einen stillen Ort zu entrücken und ihm eine Gerechtigkeit angedeihen zu lassen, die ihm die Mitlebenden versagten.

Eines Gerüchtes, dass der alte Kaiser nicht gestorben, sondern von seinen Feinden stranguliert worden sei, erwähnt der Mönch von Vaast in seinen Jahrbüchern bei Pertz, Mon. II, 203. Das Volk aber, das von ihm ein ganz ander Bild im Herzen trug, als der Hass der Parteien, die ihn mit entstellten Zügen der Nachwelt geschildert, und das in dem hereingebrochenen Jammer der nächsten Jahrzehnte keinen Grund fand, begrüssen, hielt in Alemannien an dem Glauben fest, dass er gar nicht gestorben sei und noch, wie früher und später manch ein anderer Held, in irgendeiner Höhle verborgen sitze, um zu rechter Stunde wieder herauszutreten und die Zügel seines Reiches zu Handen zu nehmen. Mehrere Aufstände in Alemannien gegen den durch Karl des Dicken Sturz emporgekommenen Kaiser gaben Zeugnis von dem Anteil, den man für seinen abgesetzten Vorfahr hegte.

Auch die neuere Geschichtschreibung beginnt, die wahren Gründe der Absetzung und das seiter dem dicken Kaiser zugefügte Unrecht einzusehen, und es wird zugegeben, dass die Machinationen des hohen Klerus, der damals mit der Einführung des pseudo-isidorischen Kirchenrechts in Deutschland beschäftigt war und einen seinen herrschsüchtigen Bestrebungen willfährigen Kaiser bedurfte, "guten Teils" an jener Absetzung schuld gewesen. S. Gfrörer, geschichte der ost- und westfränkischen Karolinger II, 293. 153 "Fortis juventus, virtus audax bellica,

Vestra per muros audiantur carmina,

Et sit in armis alterna vigilia,

Ne fraus hostilis haec invadat moenia.

Resultat echo comes: Eja, vigila!

Per muros eja dicat echo vigila!"

Gefahr lehrt Verse machen! Der Gesang der Nacht

antiqu. Ital. III, 709 mitteilt, wetteifert an Wärme und rhytmischem Schwung mit den Kriegsliedern aller zeiten. – Einen Bittgesang an den heiligen Geminianus um Schutz und Schirm wider die Hunnen in gleichem Metrum s. bei Muratori antiqu. Ital. I, 22. 154 Mit Aufrichtung der Fahne wurde das Volk aufgeboten und versammelt. Nach nordischem Brauch wurde im Fall feindlichen Einbruchs schnell ein Pfeil herumgeschickt, das Volk zu entbieten, herör, der Heerpfeil. S. Grimm, Rechtsaltertümer 161, 162. 155 Walafrid Strabo, Abt der Reichenau, ein gefeierter Dichter der karolingischen Epoche. Manche seiner lateinischen Poesien sind von einem zarten Hauch durchweht, der an die Elegiker des Altertums erinnert. Es finden sich darunter eine Beschreibung seines Klostergartens sowie eine Elegie an seine Freundin (ad amicam), und hierauf scheint sich Simon Bardos Äusserung zu beziehen. Der Anfang der letzteren ist allerdings sehr weich:

Wenn mildschimmernden Scheins der Mond den

Äter durchleuchtet,

Dann durch die wehende Nacht, o Freundin, schaue

zum Himmel,

Eingedenk, wie von dort die reine Leuchte herabglänzt

Und mit demselbigen Strahl uns beide freundlich um

schlinget,

nah sind.

Darf auch nimmer mein Auge in dem der Geliebten

sich spiegeln,

Bleibt uns der Mond doch als Pfand von still glückseli

gem Ehmals etc.

Des mehreren von ihm ist nachzulesen bei: Canisius, Lect. ant. ed Basnage, pars II, 183 u. ff. 156 Das griechische Feuer, eine Mischung von Naphta, Schwefel und Pech, durch wasser nicht zu löschen, leistete seine Dienste schon bei der Belagerung Konstantinopels im Jahr 716 wider die Sarazenen und rettete im Jahr 941 die Hauptstadt vor einer russischen Flotte, die unter Igor, Ruriks Sohn, die schon damals gangbare Prophezeiung zu verwirklichen drohte, dass die Russen "in den letzten Tagen Herren von Konstantinopel werden würden". Seine Verwendung wurde zu einer förmlichen Artilleriekunst ausgebildet und von den griechischen Kaisern als ein wichtiges Staatsgeheimnis bewahrt. Die französischen Kreuzfahrer, die der heilige Ludwig in Orient führte, beschreiben mit aufrichtigem Entsetzen den Anblick der zerstörenden Geschosse. S. Joinville. Histoire de St. Louis, Paris 1668. p. 39. 157 ... ipse velut Domini gigans lorica indutus, cucullam superinduens et stolam, ipsos eadem facere jubet: "Contra diabolum, ait, fratres mei, quam hactenus animis in Deo confisi pugnaverimus, ut nunc manibus ostendere valeamus, ab ipso petamus." Ekkeh IV. casus S. Galli, c. 3. Pertz II, 104. 158 Jornandes de rebus geticis, c. 24. 159 ... tollensque manu sua de pallio suo filum projecit in terram et dixit: "Ecce in testimonium perfectae remissionis filum de pallio meo projicio in terram, ut cunctis pateat, quod pristina deinceps annulletur inimicitia." Vita S. Sturmi, c