Beendigung Ihrer Mission, Sie aus dem Rat selbst scheiden und unter die Gehorchenden zurücktreten."
Der Pole verneigte sich. "So nehmen Sie die nötigen Papiere in Empfang und die Sonne der Freiheit leuchte Ihnen nach Osten."
Er reichte dem Scheidenden die Hand, jeder der Beisitzer tat dasselbe und der Pole verliess den Saal durch die erste Tür, während der Verhüllte dessen Sitz einnahm.
"S m y r n a und C o n s t a n t i n o p e l ?" führ derselbe nach einem weitern Blicke in das Papier fort. "Nach diesen Notizen hält der Rat es für gut, den dahin bestimmten Gehorchenden von hier zu entfernen und in eine Lage zu bringen, in welcher er gehörig überwacht, dem Bunde bessere Dienste leisten kann, als hier. Welchen Grad zählt der Gehorchende?"
"Den vierten."
"Das ist genügend, wir haben sichere Leute an Ort und Stelle. Lassen Sie ihn eintreten."
Der Secretair drückte auf eine Feder, die zweite Tür gegenüber dem Tisch öffnete sich, und ein Mann, anscheinend in den ersten dreissiger Jahren, von offenen männlichen Gesichtszügen und festem ruhigen Auge, einfach aber gut gekleidet, trat ein und nahte mit einer Verbeugung dem Tisch.
"Sie wollen nach der Levante gehen, um als Arzt dort Beschäftigung zu suchen?"
"So ist es."
"Seit wann sind Sie Mitglied des Bundes?"
"Seit fünf Jahren."
"Gut, Sie werden die Briefe erhalten, die Sie auf Gefahr Ihres Lebens sicher zu überbringen haben. Die weiteren Instruktionen werden Sie an Ort und Stelle finden. Die Mittel der Reise sind hier." Er reichte ihm zwei Goldrollen. "Wann reisen Sie?"
"Morgen früh."
"Wir werden in Constantinopel von Ihrer Kunst den geeigneten Gebrauch machen. Bedenken Sie: Willenloser Gehorsam! Leben Sie wohl."
Der Angeredete nahm mehrere Papiere in Empfang und entfernte sich durch dieselbe Tür, aus welcher er eingetreten.
"Die person für B e r l i n und Deutschland!"
Ein neuer Druck der Feder öffnete die dritte Tür: eine elegant in schwarze Seide und Spitzen gekleidete Dame trat mit graciösen Manieren ein. Ein kühner interessanter Kopf blickte aus den umhüllenden Falten des kokett um das dunkle Haar geschlungenen, von einer prächtigen Brillantnadel gehaltenen Spitzenschleiers. Die dunklen geschwungenen Brauen über dem feurigen Glutauge, die zierlich üppigen Formen von Busen und Hüften, der ganze Typus des zwar nicht mehr in der ersten Jugendfrische prangenden aber überaus interessanten und anregenden Gesichts liess die Südländerin nicht verkennen. Die sieben Männer erhoben sich und verbeugten sich artig vor der schönen Erscheinung.
"Sie gehen nach Berlin, Madame, um dort neue Triumphe zu feiern?"
"Senjor sind sehr galant," entgegnete die Dame. "Ich habe das immer erfahren, seit ich in Frankreich bin, wenn ich auch leider die mächtigen Beschützer nicht kenne, die sich meiner angenommen und mich aus verabscheuten Fesseln befreit haben. Sie wissen, Senjor, dass ich ganz zu Ihren Befehlen stehe."
"Wir wünschen vor der Hand Nichts, Madame, als dass Sie diese Empfehlungsbriefe in den verschiedenen Hauptstädten, die Sie berühren werden, abgeben, und die Personen, an die sie gerichtet sind, mit der bekannten Gewalt Ihrer Reize an sich fesseln. Sie wissen, dass wir mächtig sind und namentlich Schweigen verlangen. Denken Sie immer daran, dass selbst die Wände in unserm Solde stehen. Vor Allem, Madame, wenden Sie die Geschosse Ihrer Feuerblicke und die Macht Ihrer Reize gegen die Herren vom Militair und bilden Sie aus diesen den Kreis Ihrer Sclaven. Ist das besorgt, was für Madame bestimmt war?"
Der Secretair überreichte ihm ein sammetnes Etui, der Verhüllte schlug es auf und ein prachtvoller Brillantschmuck glänzte in dem Strahl der Kerzen. Die Augen der Dame funkelten bei dem Anblick in unbezähmbarer Begierde.
"Nehmen Sie," sagte galant der Redner, "es ist ein vorläufiges Zeichen unsers Dankes und seien Sie gewiss, dass derselbe dabei nicht stehen bleiben wird. Au revoir, Madame, vielleicht ehe Sie es denken."
Er erhob sich, während die Dame eine ziemliche Anzahl Briefe in Empfang nahm, und führte sie bis an die Tür zurück, die sich hinter ihr schloss. "Bei meinem Eide," sagte der Verhüllte zurückkehrend, "ein entzückend schönes Weib. Sie wird uns treffliche Dienste leisten. Doch lassen Sie uns eilen, die Zeit ist vorgeschritten. Ich sehe, die nächsten für London bestimmten Personen gehören den untersten Klassen an?"
"Man hat um Persönlichkeiten geschrieben, die weniger als Führer und Wissende, an denen es in London nicht fehlt, denn als geeignet erscheinen, kameradschaftlich unter den Arbeitern und dem Volk selbst zu wirken. Die beiden Personen, die wir gewählt haben, sind sehr zuverlässig und geeignet; der Eine finster, brütend, jedes Entschlusses und jedes Opfers fähig, ohne Familienbande und nur für die Revolution tätig; der Zweite ein Kind derselben, begeistert, einer jener pariser Proletarier, die mit Beranger's Liedern statt der Muttermilch gesäugt worden sind."
Ein Zeichen befahl den Eintritt; aus der vierten Tür erschienen zwei Männer, sehr verschieden im Aeussern. Der jüngere mochte etwa 23 Jahre zählen, ein ächtes Kind des pariser Pflasters, dem, wenn auch von der Conscription durch eine glückliche Loosung befreit, doch das soldatische Blut des Franzosen aus Haltung und Bewegung leuchtete