blasirt, um den Wolkenzug eines eigenen Blicks zu würdigen.
"Süd-Süd-Ost, Euer Gnaden!"
"Ein trefflicher Strich, um nach Odessa zu fahren."
"Was gibt es Neues in Petersburg?" fragte der Lieutenant Birjulew. "Ich sah, dass Sie gestern einen Brief erhielten."
"Gagarin von der Garde hat mir geschrieben. Der liebe Junge wusste noch Nichts von unserer Affaire an der Alma und glaubt mich schwerlich hier mein Nachtlager auf dieser verteufelten Maner halten. Der Kaiser hat ein Witzwort gemacht, und das läuft durch die Stadt, weil es ziemlich selten passirt."
"Erzählen Sie, Fürst."
"Der Kaiser begegnet nach den neulichen Unterhandlungen mit Wien – Sie wissen, dass Hess, unser erbitterter Gegner, das Kommando der Invasionstruppen erhalten hat – dem General Fürst Radziwil. – 'Du bist ein Pole, Fürst,' sagt der Kaiser, 'und wirst die geschichte Deines Vaterlandes kennen. Kannst Du mir sagen, welches die beiden dümmsten Regenten von Polen gewesen sind?' – Der General schaut ihn verlegen an und stottert: 'Nein, Sire!' – 'Dann will ich es Dir sagen. Sobieski ist der Eine, weil er Wien entsetzte, und ich bin der Andere, weil ich Oesterreich rettete.'"
Der Lieutenant lachte. – "Ich meinte eigentlich, welche Neuigkeiten man vom Kriegsschauplatz im Norden meldet?"
"Ei so, ich dachte, Du verlangtest Petersburger Hofgeklätsch. Nun, dass sich Bodisco in Bomarsund gefangen gegeben, statt sich und das Nest in die Luft zu sprengen, ist keine Neuigkeit mehr – die Flotten haben seitdem einige Plünderungen an der finnischen Küste verübt und beziehen ihre Winterquartiere in Kiel, während die unsere in Kronstadt fault. Der Teufel hole das Glück zur Marine zu gehören, ich habe es immer dem Grossfürsten Constantin verdacht. A propos, weisst Du, dass die Engländer das Schloss meines Onkels Woronzoff an der Yalta geplündert haben?"
"Massandra?"
"Gewiss. Auch des Grafen Potozki himmlische Besitzung Livadja und des Fürsten Dundukoff Gut Korjakoff sind von den Halunken unter dem Vorwand einer Fouragirung völlig geplündert worden. GeneralLieutenant Rischef hat jetzt eine starke Recognoscirung nach dem Baidartal gemacht und die Feinde können nur an den Küsten fouragiren. Ich würde Iwan Oczakoff raten, seine schöne Schwester von Schloss Aya in Sicherheit zu bringen, so fest es auch auf den Klippen am Meer gelegen ist. Wie ich höre, befindet sich überdies eine zweite Dame da, eine Freundin des Obersten Wassiltschikoff, und das Beispiel der Fürstin Tschestsawadse lehrt uns, dass es gefährlich für Damen ist, in der Nähe der Feinde allzusehr auf die Sicherheit der wohnung zu trauen".
"Hat man von den Unglücklichen Nichts weiter gehört?"
"Ei freilich! Schamyl hat die Damen – Du weisst, dass auch die Fürstin Orbelion und eine Verwandte der Tscheftsawadses, eine junge polnische Gräfin, die erst kurz vorher in der Kachetie eingetroffen war, ehe die Tschetschenzen sie überfielen, mit gefangen genommen wurden, – in das Innere der Berge nach seiner Felsenveste Pokhalski geschleppt und fordert ein unverschämtes Lösegeld. Er will vierzigtausend Rubel und seinen Sohn Djemala-Din zurück."
"Wenn ich recht weiss, ist dieser ja Offizier?"
"Er steht bei den Ulanen in Podolien. Der Fürst hat sich an den Kaiser gewandt und ihm das Verlangen des Imams vorgelegt. Man kennt die Entscheidung noch nicht. Schorte wos mi! Da regen sich die Franzosen und da drüben auf der Batterie des Krähennests geben die Unsern Signale. Wir wollen den Admiral benachrichtigen lassen. – Heda, Fähnrich Bitschesko, meldet Seiner Excellenz, dass der Feind sich rührt."
"Da kommt er selbst und Korniloff mit ihm."
Das Ravelin herauf kamen langsam mehrere Reiter mit nebenhergehenden Offizieren sprechend. Es war der Admiral Korniloff, der mit seinem Collegen Novossilski herankam. Seit dem Tagesgrauen war der General-Stabschef des Fürsten Menschikoff, dem die Verteidigung der Festungswerke anvertraut war, zu Pferde und beritt die einzelnen Teile. Ein Urrah der Matrosen begrüsste den geliebten Führer.
"Nun, Kinder," sagte der Admiral, "ich fürchte, es wird heute heiss her gehen, aber ich kenne Euch und weiss, was Ihr leisten könnt. Bei Euch wird der Lärmen zuerst anbrechen, deshalb bin ich hierher gekommen. Sieh' da, Barjatinski! Guten Morgen, Kamerad!"
Er reichte dem Fürsten die Hand. – "Ah, meine Wackern von der 'Maria' – toller Koschka und Du, Bolotnikow, und der alte Schewtschenko. Wo ist Rostislaw, Euer Batterieführer?"
"Ich habe ihm die Batterie dort drüben anvertraut, welche die Leute das Krähennest nennen."
"Charoscho. Er wird seine Schuldigkeit tun. Was starrst Du mich so trübselig an, Fürst Petrowitsch, da wir doch zum Tanz gehen"?
Der junge Mann trat an den Admiral und deutete mit der Hand auf eine seltsam geformte breite Waffe, die derselbe als Seitengewehr angeschnallt trug. Es war eine Schaschka6 von altertümlicher Arbeit, die breite Scheide mit grossen Stahlbuckeln belegt, der Griff von künstlich ciselirter Arbeit.
"Excellenz", sagte der Fürst, "es betrübt mich, dass Du die Waffe heute trägst. Ich bitte Dich, lege sie ab und nimm meinen Säbel."
"Närrchen! kommst Du wieder mit der alten geschichte. Ich hatte die Schaschka zufällig zur Hand, aber da sie an meinem