, den die beiden feindlichen Armeen genossen, erklärt auch, dass ungeachtet der zahlreichen Streitkräfte die Operationen im feld keinen grossen Einfluss auf den gang der Belagerung und Verteidigung Sebastopols haben konnten.
Zwischen der Tschernaja und Balaclawa bildeten
die unzugänglichen Schluchten des Sapunberges den Schutz der Verbündeten, die hier 16 Feldschanzen aufgeworfen hatten, um diese natürliche Mauer noch zu verstärken.
In der Nacht vom 9. zum 10. October eröffneten die Belagerer ihre erste Parallele, die Franzosen mit 1600 Arbeitern unter dem Schutz von 8 Bataillonen gegen die Mast-Bastion (Nr. 4 in einer Entfernung von 400 Saschen5). Die Parallele sollte sich bis zur Quarantaine-Bucht erstrecken und mit 5 Batterieen die russischen Werke auf dieser Seite beschiessen. Die Engländer erbauten ihre Parallele in der grösseren Entfernung von 600 Saschen gegen die Bastion Nr. 3 und verlängerten sie an den folgenden Tagen gegen den Malachof-Hügel und die östliche Seite der SchifferVorstadt. Die Nacht war dunkel, ein starker Nordostwind jagte schwarze Wolken daher, welche den ganzen Horizont bedeckten und es der Garnison unmöglich machten, den Beginn der Belagerungsarbeiten sogleich zu bemerken und zu stören. Als der Tag anbrach, eröffneten die russischen Batterieen ein starkes Feuer, doch konnte dasselbe den Fortgang der arbeiten nicht mehr hindern. Am 13. bereits führten die Franzosen 53 Geschütze in ihre Batterieen ein, die Armirung der englischen mit 73 Geschützen grossen Kalibers, darunter 4 Lancaster-Kanonen, war erst am Abend des 16. beendet. Eine zahlreiche Artillerie stand in Reserve.
Am 15. October versammelten sich die verbündeten Generäle und Admiräle zu einem Kriegsrat. Der Kommandant der englischen Escadre, Dundas, erklärte sich entschieden dagegen, mit den Kanonen seiner Flotte die Landbatterieen durch einen Angriff auf die Seeforts zu unterstützen, wurde aber überstimmt.
Am Morgen des 17. sollten die Flotten in zwei Linien gegen die Rhede vorrücken. Von der französischen Escadre, welche den rechten Flügel gegen das Quarantaine-Fort, die Batterie Nr. 10 und das Alexander-Fort bildete, waren dazu bestimmt in erster Reihe die Schiffe: Charles Magne, Montebello, Friedland, Ville de Paris, Valery, Heinrich IV. und Napoleon; in zweiter: Algier, Marengo, Marseille, Souffrant, Bayard und Jupiter. Das englische Geschwader, gegen das Fort Constantin gerichtet, bestand aus der: Queen, Vengeance, Albion, Britannia, London, Aretusa, Bellerophon, Rodnei, Trafalgar, Agamemnon, Sanspareil, Terible und Samson. In der Mitte, zwischen den englischen und französischen Schiffen, standen 2 türkische – demnach 28 Schiffe mit ungefähr 500 Geschützen ihrer Breitseiten gegen die drei mit 260 Kanonen besetzten Seeforts. Tausend Geschütze harrten somit am Morgen des 17. des Signals zum gegenseitigen Feuer.
Wir haben gesagt, dass der Octobermorgen hell und friedlich über die Berghöhen im Osten empordämmerte; die aufgehende Sonne warf ihre ersten Strahlen auf das Meer so leuchtend und glänzend, wie an jenem Morgen, als sie das Grab Fatinitza's und ihres Geliebten vergoldete.
Die Luft war rein, ein leichter Südostwind, welcher den ganzen Vormittag anhielt und die Bewegungen der Flotte erschwerte, strich über die Felsenplateaus. Aus dem Morgendunst tauchten die langen weissen Häuserreihen der "heiligen Stadt" empor, die Schiffe lagen noch träge und regungslos auf den spiegelglatten Fluten des Meeres und der Rhede, dass man sie für tote Bilder auf einem gemalten Ocean zu halten versucht war. Terrassenförmig steigt hinter der crenelirten Mauer auf dieser Seite die Stadt mit ihren Kirchen, stolzen Gebäuden aus weissem oder rotem Sandstein, ihren Gärten und Baumgängen am Hügel empor, der sich auf der Südwestseite an 200 Fuss hoch erhebt und sich dann zu der Rhede, der Bucht und den Südforts hinabsenkt.
In einer Embrasüre der Kapitale der Mast-Bastion sass der junge Fürst B a r j a t i n s k i , der wackere erste Lieutenant des Wladimir, mit mehreren seiner Kameraden plaudernd, während um ihn her die Matrosen die schweren Schiffsgeschütze in Stand setzen, Kugeln häuften, und die Werkzeuge der Vernichtung von dem Tau polirten, der sich über Nacht auf das blanke Metall gelegt. Der 30. Flottenequipage nebst der Mannschaft des "Wladimir" unter dem Oberbefehl des Vice-Admirals N o v o s s i l s k i war die Verteidigung der wichtigen Mast-Bastion anvertraut worden.
Der Fürst legte das Fernrohr, das er einige Augenblicke am Auge gehabt, aus der Hand, glättete die gelben pariser Glacé-Handschuhe schärfer über die Hand und holte aus der tasche seines grauen Paletots den goldgestickten Tabacksbeutel mit dem duftenden Latakia, um sich eine neue Cigarre zu drehen.
"Reich' mir die Lunte, K o s c h k a ," sagte er nachlässig, "wir werden noch zu verschiedenen Rauchwolken Zeit haben, ehe wir die ihren da drüben aufsteigen sehen. Willst Du Dich bedienen, B i r j u l e w ?"
Er warf einem in seinen Paletot auf dem Boden liegenden Offizier den Beutel zu, während der riesige Matrose, den er angesprochen, mit der brennenden Lunte eines Geschützes herbeisprang.
"Ich bin neugierig," sagte der Offizier am Boden, "ob sie ihre Schiffe in's Gefecht bringen?"
"Bah – vielleicht versuchen sie's, aber die Quarantaine und Constantin würden ihnen eine Lection geben, die sie für künftig in gehöriger Entfernung hielte. Wie steht der Wind, K u s m e n k o ?" Der junge Aristokrat war zu