1855_Goedsche_156_575.txt

Graf Lucan bleiben in der Reserve, um Sie gegen die feindlichen Reiter zu decken. Das sind die Dispositionen und nungute Nacht, Gentlemans."

Ferne Schüsse unterbrachen das Gespräch.

"Ich glaube, unsere Vorposten werden handgemein."

Man vernahm Nichts weitererst am anderen Morgen verbreitete sich die Nachricht, dass der französische Oberst-Lieutenant de la Gondie bei der Rückkehr vom Herzog von Cambridge zum Prinzen im Nebel in die hände der Kosacken gefallen war.

"Auch wir müssen scheiden," sagte der Vicomte, "denn einige Stunden Ruhe werden uns nötig sein für die morgende Anstrengung. Leben Sie wohl, kapitän; ich hoffe, Sie besuchen uns morgen Abend auf den erstürmten Höhen."

Sir Morton hatte sie einige Schritte begleitet.

"Ich danke Ihnen für Ihren Wunsch, Kamerad," sagte er ruhig und gefasst, "indess lassen Sie mich Ihnen Lebewohl sagen, Beiden, für immer! Ich werde den morgenden Abend nicht sehen."

"Was machen Sie sich für Gedanken, kapitän! Niemand weiss den Fall der blutigen Würfel einer Schlacht, aber der Soldat darf sich nicht damit den Mut schmälern, sondern muss kühn auf Glück und Sieg vertrauen."

"Mein Mut, Vicomte," sagte der Engländer ruhig, "wird hoffentlich über jeder probe stehen. Doch, Freund, ich stamme aus dem Hochland und Sie werden vielleicht gehört haben, dass in einigen unserer alten Familien die Gabe des zweiten Gesichts den Mitgliedern eigen ist."

"Ich habe gehört davon!"

"Vielleicht erinnern Sie sich, Doctor, was ich Ihnen von dem Ende meines Vaters erzählte."

Der Arzt nickteer gedachte der Vorbedeutung, die er vor kaum einem Jahre dem Italiener Pisani im Peragarten zu Constantinopel mitteilte.

"Wohlvor einer Stunde ist auch mir die Kunde meines Todes geworden. Der Blaue wird mich erschiessen."

"Sie haben lebhaft geträumt, kapitän. Selbst die Farbe kann Sie beruhigen; unsere Gegner tragen bekanntlich die grüne Uniform."

Sir Morton schüttelte mit schmerzlich ernstem Lächeln das Haupt.

"Ich täusche mich nicht und kann meinem Schicksal nicht entgehen. Doch das ist Soldatenloos. Leben Sie wohl, meine Freunde, und gedenken Sie meiner."

Er reichte Beiden die Hand und verliess sie eilig. Sie kehrten zu ihrer Division zurück, die am Meeresufer bivouacquirte. ––––––––––––––––––––––––––––

Der anbrechende Morgen zeigte einen heitern klaren Himmel, sonnig und hell lag er über Berg, Tal und See.

Die verbündeten Truppen verliessen um 6 Uhr ihre während der Nacht inne gehabte Stellung und begannen den Vormarsch in der bereits angedeuteten Ordnung. Auf der Ebene, die sich vor der russischen Position ausbreitete, formirten sie ihre Schlachtordnung. Um 8 Uhr hatten die französischen Divisionen bereits ihre Stellung eingenommen und begannen den Angriff, während die Engländer mit ihrem gewöhnlichen Phlegma erst im Aufmarsch begriffen waren. Sämtliche Dampfboote hatten sich dem Vorgebirge Lukull genähert und machten sich fertig, das Feuer zu eröffnen. –

Die Position, welche der Fürst M e n s c h i k o f f gewählt, lag auf dem linken Ufer der Alma, etwa 12 Wersts von der Nordseite Sebastopols entfernt. Die Höhen treten dort hart an den Fluss heran und erheben sich über denselben um mehr als 100 Fuss. Bei dem im grund gelegenen tatarischen dorf Burliuk führte eine hölzerne brücke über den Fluss, die einzige auf der ganzen Länge desselben. Zwar konnte er an mehreren Stellen mittelst Furten von allen Truppengattungen leicht überschritten werden, doch ist das Flusstal durch die Abhänge und Weinberge so beengt, dass man bei einem solchen Unternehmen offenbar mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Obschon diese verteidigende Stellung durch die günstig gelegenen Höhen manchen Vorteil gewährte, hatte sie doch auch in taktischer Beziehung ihre besonderen Nachteile. Vorerst war die Position zu ausgedehnt, um hinreichend von der geringen Anzahl der russischen Truppen besetzt werden zu können, und weiter konnte sich der linke Flügel nicht an das Meer stützen, da er hier unter dem Kreuzfeuer der alliirten Flotte gestanden hätte.

Der Fürst hatte daher den linken Flügel 2 Werst vom Meer entfernt aufstellen müssen. Hier standen in Compagnie-Colonnen formirt die 4 Reserve-Bataillone des Bialystok'schen und Tarutinski'schen Jäger-Regiments mit der leichten Batterie Nummer 4 des 17. Artillerie-Regiments. Die Reserve des Flügels bildete auf einer rückwärts gelegenen Höhe das Moskau'sche Infanterie-Regiment und das 2. Bataillon des Minski'schen.

Im Centrum standen die leichten Batterieen 1 und 2 der 16. Artillerie-Brigade links von der Strasse von Eupatoria, hinter ihnen das Borodin'sche Jäger-Regiment; rechts von der Strasse die Batterie Nummer 1 in vorteilhafter Stellung, dahinter das Jäger-Regiment Grossfürst Michael Nicolajewitsch und das Wladimir'sche Infanterie-Regiment.

Den rechten Flügel bildete das Susdali'sche Infanterie-Regiment mit 3 leichten Batterieen, weiter rückwärts das Uglitz'sche Jäger-Regiment mit 2 Batterieen. Die Haupt-Reserve stand an der Strasse, aus dem Wolinski'schen und 3 Bataillonen des Minski'schen Regiments mit 1 leichten Batterie gebildet.

Rechts davon hielt die Husaren-Brigade der 6. leichten Kavallerie-Division mit 1 leichten reitenden Batterie. elf Sotnien Kosacken befanden sich auf dem rechten Almaufer, das 6. Schützen-Bataillon und das combinirte halbe See-Bataillon hielten die Weinberge und die Gärten der tatarischen Dörfer Burliuk und Alma-Tamak besetzt; die Sapeur-Compagnieen standen an der brücke. Der Marschall