, die ihn begleitet, der OnBaschi Hussein, Abdallah, der Syrier, kaum Zehn noch hielten Stand.
Da führte der Graf, das Verzweifelnde seiner Lage erkennend, gleich wie Roland im Tal von Ronceval das Horn, die silberne Pfeife, die er zum Kommandogebrauch an gleicher Kette auf der Brust trug, an die Lippen und drei gellende, schneidende Töne schrillten durch die Luft, über alles Kampfgetöse weitin vernehmbar.
kapitän Meiendorf hatte sich mit den Husaren auf den Trupp geworfen, der den Bei schützte, und sein Degen kreuzte sich mit dem Säbel des Führers.
"Ergeben Sie sich, Graf, Sie sind gefangen."
"Einem Russen? Niemals! Tysiąc byci mać mordowało!" Sein Hieb sauste zur Seite, doch glücklich parirte der Adjutant, dass nur leicht die Spitze des Säbels seine Wange ritzte. Von der andern Seite umdrängten die Husaren den kühnen Polen und kräftige hände erfassten ihn.
"Nehmt ihn gefangen – Schonung dem Tapfern!" Da brauste und tobte es heran, gleich einer Sturmesbraut. "Allah! Hurrah!" und rechts und links flogen die Russen zur Seite, Ross und Mann übereinander stürzend, Lanzen brachen sich Bahn, Handjars und Säbel blitzten: "Hussah, Bei! Jacoub'a ist hier!" und die tolle Arnautenbande mit dem Aga an ihrer Spitze hieb rasend den Führer aus der Gefahr! –
Die Redoute war glücklich erreicht, die Geschütze derselben und die Feldbatterie donnerten gegen den Feind und hinüber gegen Czetate – sechshundert russische Krieger deckten den Kampfplatz, über achtundert waren verwundet.
Ismaël-Pascha sammelte die Bataillone, um sie zum Sturm gegen die Redoute zu führen, als ein Adjutant Achmet's herbei jagte und das Anrücken der russischen Truppen von Motsetseï meldete.
Es war bereits um Mittag. In dunklen Colonnen, kaum noch eine halbe Meile entfernt, kamen die Russen gegen die rechte Flanke des Feindes an unter General-Major B e l l e g a r d e : das Jägerregiment Odjessa, geführt von General-Major S c h i g m o n d , der Rest des Alexandrinskischen Husaren-Regiments Fürst von Warschau, geführt vom Oberst und FlügelAdjutant A l o p ä u s , eine Feldbatterie von sechs Geschützen und ein Schwarm von kosacken, im Ganzen zwischen 7- und 8000 Mann. Die Infanterie bildete das Mitteltreffen, die Kavallerie und Artillerie war auf den Seiten aufgestellt und ihr Marsch direkt gegen die Kalafater Strasse gerichtet, um den türkischen Truppen den Rückzug abzuschneiden.
Die Reserven Achmet-Pascha's, aus fünf Bataillonen bestehend befanden sich am Fuss des Hügels, und er liess sie Front gegen den anrückenden Feind machen. Die türkischen Truppen bewiesen hier grosse Standhaftigkeit, denn die Nachricht, dass der Feind die Rückzugslinie bedrohe, ist auch bei den bestdisciplinirten wohl geeignet, Verwirrung anzurichten.
An der Seite des Hügels, unter der Schlucht auf der Rechten, war eine Art von alter Fenz, die einen viereckigen weiten Raum einschloss, der von den Einwohnern wahrscheinlich zur Schafhürde benutzt worden war, jedoch schon vor langer Zeit, da der Graben halb angefüllt ist. Dennoch gewährte er noch immer eine günstige Position zur Verteidigung. Die türkische Infanterie unter dem Livas O s m a n -Pascha entwikkelte sich zur Rechten über diese Einzäunung, drei Bataillone in Linie, zwei in Reserve, die rechte Flanke durch eine Batterie von 4 Zwölfpfündern, die linke durch 6 Feldstücke gedeckt. Die Kavallerie aus dem genommenen Czetate wurde zurückgerufen und auf der Linken aufgestellt, das Regiment türkischer kosacken vor den Irregulairen.
Der Anmarsch der russischen Truppen bot einen imposanten Anblick. Nichts konnte die Festigkeit ihres Marsches übertreffen, jede Linie schritt wie ein Mann und alle Distancen wurden so genau innegehalten, als ob sie in St. Petersburg paradirten. Als sie näher herankamen, ritten vier Offiziere vor, um den Grund zu recognosciren und zogen sich dann wieder zurück. Gleich darauf änderten die russischen Reservebataillone ihren Marsch und rückten mit zwei Geschützen gegen die Schlucht vor, machten aber Halt, als sie diese ungangbar fanden. Zugleich eröffnete die russische Artillerie ihr Feuer, und die türkische erwiderte dasselbe.
Es zeigte sich jetzt jener bedeutende Unterschied dieser Waffe in beiden Lagern, der schon zwei Jahre vorher Kaiser Nicolaus gegen den General Wrangel, als dieser Petersburg besuchte, zu den Worten hingerissen: "Das habe ich Ihnen (den Preussen) zu verdanken!"
Die russischen Geschütze feuerten viel zu hoch und ihre Kugeln taten anfangs wenig oder gar keinen Schaden, bis es ihnen endlich gelang, die Distance zu finden. Die türkische Artillerie dagegen, von HadschiMustapha kommandirt, räumte furchtbar auf unter den anrückenden Colonnen und riss weite Lücken in die lebenden Mauern. Aber mit jener stoischen Haltung, die der russischen Infanterie eigen ist, schlossen sich im Augenblick wieder die Reihen, und bewegten sich mit derselben Ruhe vorwärts.
Ein türkisches Feldgeschütz wurde demontirt, einen Augenblick liess das Feuer nach. Dies benutzten die Gegner, um sich zu einer dichten Colonne zu schliessen und zum Bajonnetangriff auf die türkischen Linien vorzubereiten. Die Trommeln wirbelten den kurzen Sturmmarsch und die Colonnen kamen heran.
Aber der Kartätschenhagel der türkischen Geschütze fegte die Spitzen nieder. Zwei Mal setzten die Russen an, und zwei Mal siegte die menschliche natur über den Gehorsam des Kriegers, und sie wurden zurückgedrängt unter dem Allahruf der ermutigt jetzt vorgehenden türkischen Linien; einige Augenblicke waren die russischen Geschütze ohne Deckung und fast in der Gewalt der Moslems, als General-Major Schigmont, selbst