längs des Donauufers gegen Orsowa und das eiserne Tor führt. Radowan bildete somit den Winkel der combinirten Position. Diese Bewegungen waren in den letzten Tagen des December ausgeführt worden, hatten natürlich die Aufmerksamkeit der Türken erregt, und es war vor der Rückkehr des Muschirs nach Nicopolis in Folge der neuerdings durch die Spione über die Vorwärtsbewegung des Feindes eingegangenen Nachrichten beschlossen worden, die drohende Festsetzung der Russen nördlich von Kalafat bei Czetate um jeden Preis zu verhindern.
Gegen diesen günstig zur Verteidigung und Befestigung gelegenen Ort war die (erste) Infanterie-Brigade des General-Majors B e l l e g a r d e , bestehend aus dem Jekaterinenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 19 unter Oberst Uwasnow-Alexandrow und dem Tobolskischen Regiment Nr. 20, vorgeschoben worden, und Oberst B a u m g a r t e n nahm mit dem letzteren hier Stellung, nachdem bereits am 31. December in der Nähe ein heftiges aber erfolgloses Gefecht stattgefunden hatte. Schweres Geschütz mit Pionieren und Schanz-Arbeitern hatte Krajowa am 2. Januar verlassen, um die Stellung bei Czetate zu befestigen.
Diese Nachrichten waren es, welche Oberst Pisani durch die geheime Correspondenz der Gräfin Laszlo erhalten hatte, die trotz der Kriegsgefahr, und während viele walachische Bojaren im Gegensatz nach Ungarn und Siebenbürgen flüchteten, zu Anfang December von ihren nahegelegenen ungarischen Besitzungen auf einem ihr gehörenden Gute in der Nähe von Radowan und Krajowa in dem von den russischen Truppen besetzten Gebiet erschienen war. –
Die Scene, welche wir in dem vorigen Capitel beschrieben, ereignete sich am Donnerstag den 5. Januar. Obschon der nächste Tag der Sonntag der Moslems war, hatte man doch nicht zögern wollen, bis die Russen sich stärker befestigt hätten, und der Angriff war für den nächsten Tag bestimmt.
Um 4 Uhr Morgens verliessen die Türken, 13 Infanterie-Bataillone, 6 Kompagnieen Jäger, ein Regiment türkischer kosacken und zwei starke Abteilungen der berittenen Irregulairen mit 28 Geschützen, im Ganzen etwa 18,000 Mann stark, die Verschanzungen von Kalafat und rückten gegen Czetate vor. I s m a ë l -Pascha, der Tscherkesse, kommandirte die Vorhut und das Haupttreffen, unter ihm der Ferik (DivisionsGeneral) M u s t a p h a -Pascha und der Livas (Brigade-General) O s m a n -Pascha. Achm e t -Pascha, der Commandeur von Kalafat, befehligte die Reserven.
Zwei der türkischen Bataillone mit zwei Kanonen wurden auf der Strasse in den Dörfern Maglavit und Gunia zurückgelassen, um die Verbindung mit Kalafat aufrecht zu erhalten. Sieben Bataillone sollten die Reserve bilden. –
Das Dorf Czetate liegt auf einem Hügel, welcher auf mehrere Meilen hin die umliegende Fläche überragt und auf beiden Seiten von Schluchten eingefasst ist. Die östliche ist von ziemlicher Tiefe, zerklüftet und steil und verliert sich in einen kleinen See, unter welchem sich eine Fläche bis zur Donau erstreckt; die andere, weniger furchtbar, windet sich gegen die Spitze des Hügels hinter dem Flecken, indem sie eine Art Hohlweg bildet, den man jedoch ohne Schwierigkeit von einem Ende zu dem andern passiren kann. Die Strasse von Kalafat schneidet mitten hindurch in nordwestlicher Richtung, nachdem sie zwischen den Schluchten aufgestiegen ist. Auf der Höhe über dem Flecken, rechts von der Strasse, hatten die Russen eine starke Verschanzung aufgeworfen, die für den Fall eines Rückzugs als Zufluchtsort dienen konnte. Vor Czetate und dies deckend, liegt der Weiler FontonBanali, den Oberst Baumgarten mit dem Regiment Tobolsk, einer Schwadron Husaren des Regiments Fürst von Warschau und einer Abteilung des Donischen kosacken-Regiments Nr. 36 mit 6 Kanonen der leichten Batterie Nr. 1 von der 10. Artillerie-Brigade unter Oberst Sagoskinn besetzt hielt. Die Reserve der Position unter General-Major Bellegarde stand, da man den raschen Angriff keineswegs erwartete, fast zwei Meilen zurück in dem dorf Motsesseï.
Der Oberkommandirende, General-Lieutenant von Anrep, hatte sein Quartier in etwa gleicher Entfernung zur Rechten in dem dorf Boleschti genommen. –
Es war bereits spät am Abende, als eine Ordonnanz einen Offizier weckte, der in einer ärmlichen Hütte des letztgenannten Dorfes auf seinem Mantel schlief, und zu dem General beschied. kapitän v o n M e y e n d o r f , dieser war der Offizier, war rasch empor und in wenig Minuten bei dem Kommandirenden. Einige Offiziere waren in dem Gemache versammelt, kosacken hielten am Eingang einen walachischen Bauer, dem die hände auf dem rücken zusammengeschnürt waren, am Strick. Der General selbst war offenbar in grosser Aufregung und sah wiederholt Briefe durch, die auf dem Tische lagen.
"Gut, dass Sie kommen, Herr Adjutant, es gibt für uns Alle zu tun. Wir werden eher gelegenheit haben, als wir es hofften, die Befehle des Fürsten auszuführen und mit den Türken anzubinden. Meine kosacken haben in der Nähe der Deszneizia diesen Nachmittag bei einer Streifpartie einen Spion aufgegriffen, den Hettmann Poduroff mir so eben zuschickt. Seine Papiere sind von Wichtigkeit und zeigen, dass unsere Stellung bei Czetate vielleicht morgen schon angegriffen wird."
"Desto besser, Excellenz."
"Das mag sein, aber nicht besonders erfreulich ist es, zugleich daraus zu erfahren, dass der Verrat nicht müde wird, in unserm eigenen Feldlager sein Nest zu bauen. Wenn ich mich recht erinnere, kennen Sie die ungarische Gräfin Laszlo, die sich seit Monatsfrist – wie sie angab, um ihr Eigentum in den Kriegsdrangsalen möglichst zu schützen