und schütze unsere schöne Sultanin!" und eilig schleppte er die Möbel, die er greifen konnte, zur nahen Treppe, denn eben brach unten die Tür des Hauses unter den Händen der Banditen.
Aber die Odaliske hatte bereits einen anderen Freund und Schützer gefunden. Aus weit aufgerissenen Augen hatte Vaso, der türkische Soldat, die ehemalige Braut einige Momente angestarrt, dann sprang er auf sie zu und riss sie gewaltsam in seine arme.
"Nausika, Tochter Jani's, bist Du es wirklich, meine Braut, mein Weib? Du hier in Byzanz?"
Mit einem, fast mit Entsetzen gemischten Erstaunen hatte Caraiskakis die Worte des Soldaten gehört, und ein blick auf die Verwirrung des schönen Mädchens überzeugte ihn, dass sie wahr. Die Odaliske, die sein Herz und seine Sinne so zauberschnell umstrickt hatte, in deren Arm er die Nacht verschwelgt, – die Tochter Jani's, dessen Haupt für ihn gefallen? Und so, mit dem Schimpf des Mädchens, hatte er das blutige Opfer vergolten?! Seine Gedanken wirbelten, da rief ihn der Schuss des Banditen und die stimme des Midshipman zum Bewusstsein und seiner Pflicht zurück und im nächsten Augenblick stand er an dessen Seite und schleuderte die schweren Geräte nach den Angreifern.
"Hurrah für Alt-England!" schrie der kleine Mid, während er am Fenster die abgeschossene Pistole lud. "D'rauf, Frank, und pfeffere sie tüchtig; ich muss auch einen Schuss auf sie tun!"
Und sein Ruf fand ein Echo, denn aus der Gasse herauf donnerte es aus zehn Kehlen über den Lärmen der Feuersbrunst und das Geschrei der Griechen: "Hurrah für Alt-England!" und die Matrosen des Tiger, von Adams und dem Baronet geführt, stürzten herbei und jubelten hoch auf, als sie die stimme des Knaben hörten.
"Hurrah, Frank! brav gehalten! Es kommt Ersatz; unsere Tiger sind da, Adams und Dein Bruder Baronet! Hierher, Männer! greift sie von vorn an und bringt die Halunken zwischen zwei Feuer!"
Aber es tat auch Not, dass Hilfe kam, denn wie Teufel, der Hölle entsprungen, stürmten die Banditen die Treppe, während ihre zahlreichen Kameraden sich bereits mit dem volk auf dem platz vor der Tür umherschlugen.
"Das Seil! das Seil!" rief der wackere Frank seinem jungen Kameraden zurück. "denke' an das Seil, Gosset, und rette das Mädchen!"
Der kleine Mid hörte den Ruf seines gefährten und mit Vaso's Hilfe schleppte er die halb ohnmächtige Schöne zum Fenster, schlang den Strick um sie und liess sie hinabgleiten, wo die Anne des Baronets sie auffingen. Kaum war das Tau am Boden, so hatte es auch der alte Deckmeister erfasst und schwang sich mit der Gewandteit eines Seemannes, der im Sturm die Tauwand erklimmt, hinauf in das Gemach. Andere folgten ihm.
"Hurrah, Master Frank! Die Tiger sind da!"
Aber der Beistand tat Not. Hassan voran stürmten die Banditen des Kahvedschi wie rasend die Treppe, über die Möbel und Gegenstände kletternd, mit denen Frank und Caraiskakis sie gefüllt. Einen zweiten der Stürmer schoss der Grieche nieder, doch den beiden anderen Kugeln wichen die Männer aus und zum Laden war keine Zeit mehr. über die Barrikaden aus Stühlen und Tischen hinweg wurden sie handgemein, doch auch die schwache Schutzwehr riss die starke Faust der Stürmenden bald zur Seite und ihre Handjars und Dolche klirrten gegen den Säbel und den Kurzdegen der Verteidiger. Gregor sprang zur Tür des Gemachs zurück und rief seinem tapfern jungen gefährten zu folgen, aber der Midshipman, von einem leichten Dolchstich in die Seite getroffen, strauchelte und fiel, und im Augenblick war Hassan der Arnaut neben ihm und hob den blinkenden Yatagn zum Todesstoss.
Frank war verloren!
Aber Caraiskakis hatte den Fall des jungen Mannes gesehen – im Nu sprang er vorwärts mitten unter die Angreifer und sein Säbel fing, zersplitternd am Gefäss, den schweren Yataganhieb auf. Dann den Griff dem Banditen in's Antlitz schmetternd, fasste er mit der Linken den Jüngling und suchte ihn fortzuschleppen.
"Brav gemacht, Mann! Heran, Jungens!" schrie eine stimme hinter ihm und der kräftige Schwung eines Enterbeils deckte den Griechen gegen die erhobenen Waffen seiner Bedränger. "D'rauf auf die Schufte und gebt's ihnen!"
Die kräftige Gestalt des alten Deckmeisters sprang in die Gruppe, zwei Matrosen folgten im nächsten Moment und die unverhoffte Hilfe wendete im Nu den Kampf. Die drei Banditen stürzten Hals über Kopf die Treppe hinab und aus dem haus, an dessen Eingang ihre Kameraden sich mit den Fanarioten und einigen von dem zweiten Lieutenant des Tiger geführten Matrosen schlugen.
Adams half dem Midshipman empor.
"Da habt Ihr die Bescheerung, toller Bursche," sagte er ärgerlich. "Kein Unterrock in der ganzen Welt ist wert, dass ein wackerer Seemann sich dafür ein Loch in den Leib rennen lässt, durch das der Wind hineinpfeift. Wie geht's Euch, Master Frank? redet! ich hoffe, es ist nicht schlimm, und der brave Mann hier ist nicht zu spät gekommen!"
"Ich glaube nicht," murrte der Midshipman, "aber Zeit war's. Ich bin in die Hüfte gestochen und der erste Lieutenant wird's vorerst bleiben lassen müssen, mich in den Mastkorb zu schicken. Aber wo führt Dich der Henker zu so glücklicher Zeit her,