kommen. 21 Gesandter. 22 Pagen des Sultans. 23 Der Zweite unter den schwarzen Verschnittenen. Kislar-Aga, das Haupt derselben, einer der einflussreichsten Posten. 24 Er ist am 23. April 1823 geboren. 25 Diese werden im Orient jetzt trotz des teuren Preises sehr viel getragen. 26 Der türkische Gruss. 27 2. Juli 1839. 28 Ihr seid willkommen. 29 Mährchenerzählerin. 30 Die Ceremonieen der Ueberreichung, des Kaffee's in den vornehmen Häusern auch bei den Besuchen sind so charakteristisch, dass eine kurze Beschreibung nicht uninteressant sein wird. Nach dem Befehl "Cave Smarla" erscheint der Kafidschi – der Kaffeebereiter – im Unterteil des Zimmers, an der Stufe, auf beiden flachen Händen in der Höhe der Brust ein schmales Präsentirblech haltend, worauf die von einer reichen Decke ganz verhüllten kleinen Kaffeekannen und Tassen stehen. Sofort drängen sich die Diener um ihn, die verhüllende Decke wird abgenommen und dem Kafidschi über Kopf und Schulter gelegt. Wenn jeder Diener – für jeden Gast ein besonderer – mit seinen Tassen in Ordnung ist, drehen sie sich zugleich um und gehen langsamen Schrittes auf die verschiedenen Gäste zu. Die kleinen, kaum wie ein halbes Ei grossen Tassen (Flindschan) stehen in silbernen Untertassen (Zarf) von derselben Form, wie die Obertassen, nur am Boden etwas weiter; sie bestehen aus durchbrochener Silberarbeit oder Filigrän, auch aus Gold mit Edelsteinen oder aus seinem Porzellan. Die Diener tragen sie zwischen den Fingerspitzen und dem Daumen mit leicht gebogenem arme vor sich her. Sind sie nahe an die Gäste hingetreten, so machen sie eine Sekunde Halt, strecken die arme aus und bringen die Tassen mit einer Art leichten Schwunges in die Mundnähe der Gäste, welche so dieselben hinnehmen können, ohne Gefahr zu laufen, den Inhalt zu vergiessen oder die Hand des Domestiken zu berühren. So klein und zerbrechlich auch diese Tassen zu sein scheinen, werden sie doch niemals verschüttet oder zerbrochen. Die Diener gleiten mit so leisen aalgleichen Bewegungen dahin, dass man beim Kaffeepräsentiren, ob gleich lange Pfeifen und die gewundenen Röhren der Nargileh's den Boden bedecken, niemals einen Unfall sieht; und dennoch ist die Schwierigkeit noch durch das Rückwärtsgehen vermehrt, weil die Diener den Gästen immer das Antlitz zukehren müssen. Dem Sultan wird Alles knieend dargeboten. Wenn Her Kaffee überreicht ist, ziehen sich die Diener nach dem untern teil des Gemachs zurück, wo sie mit gekreuzten Armen stehen bleiben und jeder die Tasse, die er präsentirt hat, beobachtet, bis er sie wieder zurücknehmen kann. Alsdann hält, damit nicht die Finger des Dieners berührt werden, der Gast die Tasse in der Unterschaale vor sich, der Diener hält eine offene Hand darunter, legt dann die andere aus den Rand der Tasse, der Gast lässt los und der Diener zieht sich rückwärts zurück. 31 Schande! Schande! 32 Titel des Sultans. 33 Die erste Frau. 34 Jammer! Jammer! 35 Gott sende ihnen Unglück. 36 General Du-Hamel und Herr von Kotzebne. 37 Das russische Besatzungscorps wurde damals vom General-Adjutanten General Lüders commandirt. 38 Ein Titel, etwa wie Geheimer Rat. Omer erhielt ihn nach seiner Unterdrückung des Aufstandes im Libanon. 39 Campo santo, Begräbnissplatz. 40 Der Mord Paduani's ist historisch, wie – wir wiederholen es – fast alle Scenen dieses Romans wenigstens ihre historische Basis haben. 41 Neugriechisch: Guten Abend! 42 Das bekannte italienische Fingerspiel. 43 Branntwein. 44 Kaffewirt. 45 Titel, den man höflicher Weise den Pascha's gibt. 46 Türkische Goldmünze, etwa 11/2 Taler. 47 An diesem Tage wurde an Robert Blum das Urteil des Kriegsgerichts in der Brigittenau vollstreckt. 48 Türkischer Pass, offene Ordre für die Stationen, Pferde zu stellen. 49 So geschehe es. 50 Schurke.
Zweiter teil:
Die Reveille der Völker
Ein Getreuer.
Um vier Uhr Morgens, am Donnerstag, den 13. October, donnerte eine kräftige Faust an das Tor des Konak I s m a ë l - P a s c h a ' s , des neuen Gouverneurs von Smyrna, und der Klopfende verlangte den Einlass.
Schlaftrunken und scheltend über den Lärmen erhoben sich die Wache habenden Khawassen und öffneten die Pforte, durch welche drei in Mäntel gehüllte Männer in den Hofraum schritten, der Eine das Gesicht in die Falten tief verborgen, Alle bis an die Zähne bewaffnet.
"Weckt zur Stelle den Gouverneur," sagte einer der Fremden; "Jani Katarchi will ihn sprechen."
Die Khawassen und Tschokadars lachten.
"Du Jani? Mashallah, seht diesen Sohn eines Schweins! Meinst Du, Du könntest einen Moslem in den Bart lachen? Du bist ein Esel und Deine Väter waren Esel. Wir spucken aus ihr Grab und sprechen: Delhi der! es sind Tolle."
"Jani," höhnte ein Anderer, "wird sich selbst in die Höhle des Löwen bringen? Woher kommt Ihr, dass Ihr solchen Kot redet?"
Da warf der Verhüllte den Mantel von sich und mit donnernder stimme rief er:
"I c h b i n J a n o s ! – Geht!"
Zugleich legten alle drei ihre Waffen auf das Pflaster des Hofes und standen ernst und unbeweglich da. In die Diener des Pascha's aber kam Leben, als sie diesen Mann sahen; der Schlaf und der Zweifel wich aus ihren Augen und sie beeilten sich, die seltsame Kunde ihrem Herrn zu bringen.