mir nicht denken, dass wir gezwungen werden sollten, uns wirklich um Schutz an die französische Ehrenhaftigkeit zu wenden, worauf ich als Bürger Frankreichs dann nicht ohne Anspruch bin."
"Und auf meine Ehre, Sie sollen ihn finden, und sollt' es mein Patent kosten! – Da sind wir unterm Spiegel der Fregatte. Monsieur Chaleron, haben Sie die Güte, steuerbord wenden zu lassen und an der Fregatte zu stoppen."
Der zweite Lieutenant eilte die Treppe über der Maschine hinauf.
"A dorit! – Halt!"
Die Fregatte schob langsam am Steuerbord des Niger entlang.
Der französische kapitän stand mit dem Sprachrohr in der Hand auf den Hängemattengittern.
"Bon jour, Herr Kamerad! Ist's Ihnen gefällig, beizulegen? ich habe Besuch für Sie an Bord."
kapitän Warburne salutirte eben nicht besonders freundlich den Gruss.
"Zu Diensten, Herr kapitän! Brasst die Segel! Steuer umlegen!"
Die Fregatte hielt in ihrem Lauf, während vom französischen Dampfer bereits ein Boot heruntergelassen wurde.
"Monsieur Bertaudin, Sie werden diese Herren begleiten und mit meinem Boot auf ihre weiteren Befehle warten. Adieu, Doctor; ich hoffe, Sie zum Diner wieder an Bord zu sehen."
Welland und Caraiskakis, von dem Aspiranten geleitet, bestiegen das Boot und schoben ab, während sich der Dampfer durch einige Raddrehungen weiter von dem Engländer zurücklegte. Nach einigen Ruderschlägen waren sie seitlängs der englischen Fregatte und stiegen die Schiffswand empor.
"Sir, ich habe die Ehre, Sie zu begrüssen. Darf ich um Auskunft bitten, ob Baronet Maubridge sich an Bord Ihrer Fregatte befindet?"
"Zu Befehl!"
"Sie würden uns sehr verbinden, Sir, wollten Sie die Güte haben, ihm diese Karte zu schicken und ihm sagen zu lassen, dass wir um eine Unterredung bäten."
Master Hunter lud die Fremden ein, näher zu treten, und schickte den nächsten Midshipman mit dem Auftrage an den kapitän.
"Der Besuch gilt Ihnen, Maubridge," sagte dieser. "Wollen Sie sich meiner Kajüte bedienen, so lassen Sie die Herren dahin führen."
Der Baronet hatte die Karte des Doctors gesehen.
"Ich kenne den Herrn nicht, – wenn Sie erlauben, empfange ich den Besuch hier."
"Wie Sie wollen. führen Sie die Herren hierher."
Einige Augenblicke darauf betraten Welland und der Grieche das Hinterdeck. Der kapitän lud sie ein, auf den umherstehenden Schiffestühlen Platz zu nehmen, und trat an das Bollwerk zurück.
"Darf ich Sie bitten, mein Herr, mir zu sagen, was mir die Ehre verschafft ...?"
"Wir kommen, Sie um einige Auskunft in Angelegenheiten Ihrer Gemahlin, Lady Maubridge, zu bitten," sagte Welland laut genug, um von dem kapitän und den Leuten am Steuer gehört zu werden.
"Meiner Gemahlin, Sir? – Sie irren wohl!" Die Stirn des Baronet färbte sich dunkelrot.
"O nein, Sir; ich meine Lady Diona Maubridge, geborene Grivas."
Der Baronet suchte gewaltsam seiner Verwirrung Herr zu werden.
"Ich wiederhole Ihnen, dass Sie sich irren; doch bitte ich, mir zu sagen, was oder welches Recht Sie zu der Anfrage veranlasst."
"Sogleich, Sir. Mein Auftrag besteht darin, Sie im Namen der Lady Maubridge um die Aushändigung des Ehecontracts oder einer vidimirten Abschrift zu bitten."
Der Engländer schwieg einige Augenblicke.
"Ich muss Ihnen wiederholen, dass Sie sich in Betreff einer Lady Maubridge täuschen. Ich bin nicht verheiratet."
Der Grieche machte eine heftige Bewegung, doch Welland legte die Hand auf seinen Arm.
"Sie haben mir versprochen, mir die Angelegenheit zu überlassen." – Er wandte sich wieder zu dem Baronet. "Wir waren einigermassen auf diese Antwort gefasst. Doch erlauben Sie mir eine andere Frage. Sie kannten unzweifelhaft eine junge Dame im haus des Kaufmanns Andriarchos in Smyrna, Diona Grivas."
"Ja wohl, mein Herr."
"Was ist aus ihr geworden?"
"Diese Frage ist wirklich seltsam, doch muss ich gestehen, dass Sie mich selbst verbinden würden, wenn Sie mir über ihr Schicksal und ihren Aufentalt Auskunft geben könnten."
"Die Dame wurde in der Nacht des 23. Juni aus dem Landhause des englischen Vice-Consuls in Burnabat und aus Ihrem Schutz entführt, Sir Maubridge."
"Sie sind sehr gut unterrichtet, mein Herr. Um es kurz zu machen, sind Sie etwa der Sendbote des Banditen, der in meine wohnung einbrach, und kommen Sie, um irgend ein Lösegeld für das junge Mädchen zu fordern?"
"Für Lady Maubridge, Sir. Diesmal inen S i e ; wir waren es selbst, welche die Dame entführten."
"Wie, Sir?"
"Ja wohl. Die Dame befindet sich gegenwärtig unter unserm Schutz, und in ihrer Vertretung kommen wir hierher, um Sie über das Schicksal derselben zu beruhigen und die weiteren Verhandlungen mit Ihnen zu führen."
"Ich bin nicht gewohnt, mit den Genossen von Dieben und Mördern zu verhandeln. Danken Sie Gott, dass ich Sie nicht auf der Stelle wegen eines Angriffs auf britisches Eigentum und des Mordes britischer Untertanen verhaften lasse. Sie stehen auf diesem Schiff auf britischem Boden."
"Und unter'm Schutz eines guten Freundes da drüben." Der Doctor wies kalt nach dem französischen Dampfer. "Was das Recht