in bestimmten Tagen, deren Datum am Abend ablief, erforderte.
Der Kreis der militairischen Sportsmen und Jäger war jetzt ziemlich gut beritten, denn viele Offiziere hatten im Laufe des Frühjahrs von England sich treffliche Pferde nachkommen lassen, zum teil auch unter den türkischen gute Einkäufe gemacht. Es befanden sich jedoch nur wenige französische Kavallerie-Offiziere in der Gesellschaft, da im Ganzen bei diesen Wettrennen die Franzosen sich als weit schlechtere Reiter bewiesen hatten und ihren Verbündeten nicht gern diesen Triumph über sich einräumten. Als der Baronet und sein Schützling auf dem Platz des Rendezvous ankamen, fanden sie die ganze Reitergruppe bereits in Bewegung und langsam dahin reitend, um den Gegenstand der Verfolgung aufzusuchen. Dies war ein sehr günstiger Umstand, der jede Aufmerksamkeit von ihnen ablenkte und sie schlossen sich unbemerkt der Cavalkade an.
Die Jäger trugen am rechten Handgelenk herabhängend eine schwere Hetzpeitsche von Riemen aus Büffelleder, in deren drei Spitzen Büchsenkugeln eingeflochten waren, und es galt, mit dem Schlag der Peitsche das Tier, so bald es erreicht worden, zu Boden zu strecken.
Unter den vordersten Reitern des Zuges konnte man eine Dame bemerken, die – fest im Sattel – mit grosser Sicherheit ihr schönes braunes Pferd leitete und mit ihren Nachbarn sprach. "Das einfältige Bombardement," bemerkte sie eben, "wird uns am Ende ganz die Jagd verderben. Die Munitionskarren, die unaufhörlich in Bewegung sind, und die Herren vom Genie haben alle Tiere verscheucht, und ich wette, wir bekommen kein einziges zu sehen."
"Dann würde der Preis unentschieden bleiben," sagte galant der Infanterie-kapitän an ihrer Seite, "und Mistress D u b e r l y , trotz ihrer schönen Aussichten, ihn verlieren."
"Dasselbe geschieht, wenn ein Anderer, als wir drei, heute das wild niederschlägt," entgegnete die Amazone. "Wie viel trafen Sie doch in diesen acht Tagen, kapitän C a v e n d i s h ?"
"drei Stück, Mylady!"
"Und ich und Herr O ' M a l l e y hier, ohne dass er den Hals gebrochen, eben so viele, während die Anderen nur zwei zählen. Was haben Sie da in der Hand, Sir?"
"O – Nichts, Mylady, nur eine Dose von indischer Elfenbeinschnitzerei. Ich hatte sie in meine linke Gilettasche gesteckt und bemerkte, dass sie mich dort genirt. Sie ist mit getrocknetem Ingwer gefüllt – darf ich Ihnen anbieten?"
"Nein, Sir – ich danke. Aber bitte, zeigen Sie mir die Dose selbst, die Arbeit scheint ausgezeichnet."
kapitän Cavendish überreichte sie ihr. – "Ich kaufte sie im Augenblick, als ich an Bord gehen wollte, um nach Europa zurückzukehren, von einer indischen Händlerin, die mich mit seltener Aufdringlichkeit plagte. Ich hatte die Dose ganz vergessen, da ich mein Gepäck nicht wieder nachgesehen, seit ich an der Wunde von Inkerman in's Lazaret zu Balaclawa kam. Ich fand sie heute zufällig beim Kramen und nahm sie zu mir."
"Die durchbrochene Elfenbeinarbeit ist ausgezeichnet, ich habe sie selten so schön gesehen," meinte die Dame, die Dose zurückreichend.
"Waren Sie mit dem Fähnrich O'Maillei verwandt, Sir?" fragte der Offizier den Dragoner, "der bei unserm Regiment stand und bei Inkermann fiel?"
"Er war ein Vetter von der Linie der O'Maillei von Timberary, kapitän. Warum?"
"Es kam mir in den Sinn, weil in den letzten Stunden, die ich mit ihm verlebte, zufällig auch die Rede von meinen Erinnerungen aus Indien war."
"Ich will nicht hoffen, dass Sie mir ein ähnliches Schicksal daraus vindiciren," lachte der DragonerLieutenant. "Hollah ho! – da haben sie Etwas entdeckt – vorwärts, Mylady, sonst kommen wir zu spät!"
Er gab seinem Pferde die Sporen und sprengte, von der Dame und dem kapitän begleitet, dem Orte zu, wo mehrere Reiter plötzlich angehalten.
"Wahrhaftig – da ist der Bursche," rief der kapitän – "sehen Sie dortin, Mylady, an dem Oleandergebüsch am Abhang."
Dort kauerte allerdings ein grosser gelbbrauner Hund, den spitzen Kopf weit vorgestreckt, die Ohren zurückgelegt, gleich als wisse er recht gut die Annäherung der Feinde und wolle doch voll Selbstvertrauen nicht eher von dem Pferdeknochen weichen, den er zwischen den Vorderpfoten hielt, als bis es die höchste Not erfordere. Die Reiter kamen rasch näher, während der Hund sie anbellte, und breiteten sich nach rechts und links aus, um ihm den Weg abzuschneiden. Plötzlich schien das Tier seine Sicherheit zu verlieren, es sprang empor, zog den Schwanz ein und fing an, davon zu laufen, während die ganze Gesellschaft ein wildes Tally-ho ertönen liess und im Galopp über das felsige Terrain die gefährliche Jagd begann.
Der Hund nahm seinen Weg nach dem Labordonaja-Grund und überschritt die Woronzoffstrasse, sich dann links wendend, nachdem die Jäger sich vergeblich bemüht hatten, ihm in dieser Richtung zuvorzukommen.
"Jetzt ist es Zeit," flüsterte der Baronet dem jungen Russen zu. "Vorwärts, und Gott schütze Sie!"
Iwan Oczakoff kniff, wie ihn der Araber bedeutet, in das linke Ohr der Stute und sofort stürzte das edle Pferd in gestrecktem Lauf voran.
Die Jagd ging über einen gefährlichen, von Felsspalten und Steinmassen vielfach durchbrochenen Boden. Cavendish, die Lady und der