das lachende, muntere Völkchen über die heisse Chaussee dahinzieht oder durch den Schatten des Waldes, so laufen hier emsig die blitzenden Augen über die Blätter des buches, durch die Linien frisch und wohlgemut. Bei manchem der da draussen Wandelnden ebenso wie bei den Lesern ist indessen der Reiz der Neuheit bald vorbei; sie blicken seufzend auf den Weg, den sie noch zurückzulegen haben, und die bunten Bilder, die sich vor ihnen aufrollen, sind ihnen schon entleidet. Diesem ist die Fläche, die er durchwandern muss, zu einförmig, Jenem zu abwechselnd; dem Einen scheint die Sonne zu hell, der Andere ärgert sich über die finsteren Wolken, die am Horizont emporsteigen, auch gefallen ihm nicht die Gesichter, die ihm begegnen, oder die Kleidung der Leute, denen sie angehören; bald scheinen sie ihm zu geputzt, zu geziert, bald gar zu sehr bedeckt mit dem Schmutze dieses Lebens. Unmutig seufzt der Spaziergänger auf der staubigen Strasse und der Leser mit dem buch in der Hand. Er findet Kameraden, die wie er denken und die sich stillschweigend verbinden, langsam zurückzubleiben. Manche werden schon nach den ersten Kapiteln zu Marodeurs, Andere bei der ersten Rast, hier am Schluss des ersten Bandes. Die Zurückbleibenden folgen nicht mehr dem Winke des Voranmarschirenden, sie lagern hier und dort an der Strasse, und da böses Beispiel ansteckend ist, so werden der Marodeurs immer mehrere, je mehr man sich dem Ziel der Reise nähert. Viele gehen nicht weiter als bis zum Schluss des zweiten Bandes, Andere schauen noch in den dritten hinein; da aber der Anfang desselben nicht ganz ihren Erwartungen entspricht, so schlagen sie ihn ungeduldig zu und wenden sich missmutig ab. Wenige halten aus bis zum Schluss; diese Wenigen aber sind die Freunde des Führers, und wenn er sich am Ziele angekommen nun ebenfalls ausruhend niederlässt und zurückblickt auf den Weg, den er durchlaufen, so belobt er die freundlich, die fest bei ihm ausgehalten, und entschuldigt den langen Marsch, den er ihnen zugemutet, indem er ihnen sagt: wenn derselbe auch vielleicht nicht so ganz nach ihren Wünschen ausgefallen sei, so habe doch gewiss Jeder etwas gefunden, was sein Herz erfreut, sei es nun ein glänzender Stein, eine bunte Blume, ein blick in den düstern Wald oder auf ein offenes, von der Sonne beschienenes Tal. Dabei bedankt er sich für gütige Teilnahme und versichert, wenn er nächstens wieder einen Spaziergang vorschlage, so wolle er sich nach besten Kräften bemühen, eine schönere Gegend zu finden, einen angenehmeren Pfad mit noch mehr Abwechslungen, durch Wärme, Kälte, Sonne, Regen, Staub, Nässe, Licht und Schatten – eine wahre Musterkarte, auf der jeder sich aussuchen könne, was ihm gerade am meisten behage oder was am besten für ihn passe. Und das sind auch für diesmal meine letzten Worte an Dich, freundlicher und wohlgeneigter Leser!