fort und schien über die Erklärungen Seiner Excellenz so glücklich und zufrieden, dass der alte Herr sie hocherfreut bis in das Spielzimmer zurückführte und dort dem GeneralAdjutanten sagte: "Bester Baron, es ist eine wahre Freude, Ihrer Frau Etwas zu zeigen; sie scheint eine grosse Liebe für die Blumen zu haben, und ich fand noch nie eine liebenswürdigere und gelehrigere Schülerin." –
Der Pflanzengarten wurde übrigens an diesem Abend häufig zu den verschiedenartigsten Unterredungen benützt. Kaum hatte ihn der alte Graf Fohrbach mit der Baronin am Arm verlassen, als ihn der junge Graf betrat.
Dieser hatte sich längere Zeit spähend in einer Ecke des Tanzsaales aufgehalten, und obgleich dort viele Françaisen getanzt wurden, so schien er doch nur für die Tanzenden einer einzigen derselben Sinn zu haben. Das Finale war zu Ende, die Gruppen lösten sich auf, und mehrere Damen, vom Tanzen erhitzt, stiegen zu den Blumen hinab, um dort die frische, kühlere Luft einzuatmen. Auf diesen Moment hatte der Graf gewartet, denn er, der bis jetzt ganz unbeweglich in seiner Ecke gestanden, schoss plötzlich mit grosser Lebhaftigkeit bei den Gruppen vorbei, die sich im saal gebildet hatten, und eilte ebenfalls in den Wintergarten. Vor ihm schritt Eugenie von S. am Arm einer Freundin, welche sie mit ihrer hohen Figur aber überragte, wie die stolze Lilie das bescheidene Veilchen; und diese beiden Damen lachten und plauderten mit einander, blieben hier vor einer prächtigen Blume, dort vor einem murmelnden Springbrunnen stehen.
"Bis jetzt war es mir unmöglich," sagte die Kleinere, "das ganz allerliebste Apartement zu besehen; Ihre Majestät hatten jeden Augenblick irgend einen Befehl oder eine Frage. Wenn es Ihnen recht ist, Eugenie, so machen wir eine kleine Entdeckungsreise und den Versuch, wie weit wir dort drüben in dieses unbekannte Zauberland eindringen können. Der Salon, der an den Wintergarten stösst, soll charmant sein. nachher beim Souper hat man doch keine rechte Zeit, sich alles Das zu betrachten."
Diese Worte hatte Graf Fohrbach, der den Damen folgte, gehört und sagte so verbindlich als möglich: "Ich würde mich ausserordentlich glücklich schätzen, wenn es mir erlaubt wäre, den Führer in diese bescheidene wohnung machen zu dürfen, welche Sie für ein Zauberland zu erklären so freundlich waren."
"Wir könnten uns keinen bessern wünschen," entgegnete lachend die kleine Dame.
Und auch Eugenie, die ein wenig, wenn auch kaum merklich errötete, nahm dies Anerbieten dankbar an.
Die drei schritten mit einander durch den Wintergarten, und als sie drüben den Salon betraten, sagte der Graf: "Hier sind die Grenzen meines Reichs und ich heisse die Damen in meiner Behausung feierlichst willkommen."
"So dürfen Sie uns diese Zimmer nicht vorstellen!" versetzte neckend die kleine Hofdame. "Gott steh' mir in Gnaden bei! wir sind durchaus nicht in Ihrer Behausung; wir befinden uns in einem der Salons Seiner Excellenz des Herrn Kriegsministers, und zwar in dem Salon, wo später die allerhöchsten Herrschaften soupiren werden, wesshalb ich eigentlich hinzufügen darf: ich bin hier in meinem Dienste, denn als getreuester Hofdame Ihrer Majestät kommt es mir zu, dies Terrain zu rekognosziren. – Nicht wahr, Eugenie?"
"Allerdings," entgegnete diese, indem sie wie aus einem Traume zu erwachen schien; denn während die Andere sprach, hatte es Graf Fohrbach nicht unterlassen können, Eugenien immerfort und aufmerksam in die schönen Augen zu sehen, – Blicke, die sie, wenn auch nicht erwidert, doch gern geduldet hatte.
"Aber hier ist es in Wahrheit deliciös," sagte die Kleine, "das ist ja ein wahres Blumenparadies! – Sagen Sie mir die Wahrheit: sind diese Zimmer immer so wunderbar dekorirt?"
"O nein," entgegnete lächelnd der Graf. "Für mich selbst wäre dieser Flor unpassend; aber für solche Gäste, wie ich sie heute verehre," setzte er mit einer Verbeugung hinzu, "kann die Umgebung nicht reizend genug sein."
Die kleine Hofdame, die überhaupt eine lebendige person war, durchschritt rasch den Salon und freute sich wie ein Kind über jedes neue Etablissement, das sie entdeckte. – "Es ist da für Alles gesorgt!" rief sie lustig, "eine der vortrefflichsten Einrichtungen, die ich je gesehen. Man kann hier causiren, deux à deux, dos à dos, oder zu drei, zu Vier, Fünf, sechs, wie man gerade will. – Auch," setzte sie gravitätisch hinzu, "sind vortreffliche Schmollwinkel hier oder heimliche Plätzchen, wo man einen Monolog halten kann. Ich will Beides versuchen; aber stört mich nicht in meiner Andacht."
Damit tauchte sie hinter die Blumengruppen und liess sich auf einem der Sitze nieder, die sich dort befanden.
Der Graf war mit Eugenien allein. Sie machte eine Bewegung, der Freundin zu folgen, doch hielt sie ein bittender blick zurück.
"fräulein Eugenie," sagte er, "ich bin Ihnen noch eine Erklärung schuldig über mein Ausbleiben neulich Abends bei dem Major von S. Ich kann es eigentlich keine Erklärung nennen, denn Sie werden es bereits erfahren haben, was mich zurückhielt."
"Ich weiss es," versetzte das schöne Mädchen mit einem offenen blick; "Seine Durchlaucht, der Herr Herzog, welcher an Ihrer Stelle kam, erzählte es lachend dem Major."
"Ah! er erzählte es lachend. Und der