, flüsterte Fränzchen. Ich kann so nicht zurückkommen. Wir müssen gute Worte geben. Haltet einmal die Leiter, Onkel! Hält sie auch fest?
Heunisch, erfreut von dieser vielleicht folgenreichen Wendung, sprang herab.
Fränzchen stieg einige Stufen empor und rief zur Öffnung hinauf:
Herr Nachbar –
Heunisch dachte: Nun woll' er sehen, was kommen würde.
Keine Antwort auf den zarten, schmeichelnden Gruss.
Tu' ihm schön! flüsterte der Onkel, der wohl einsah, dass dies der einzige Weg der Eroberung war.
Ihr habt so viel tausend Eier, sagte sie – wir wissens – und hundert Hühner im mindesten – ein Kompliment von Herrn Ackermann – guten Tag, Herr Sandrart –
Der Alte, statt aller Antwort, ohne sich an die Bitte zu kehren, ohne sich nach dem niedlichen Köpfchen, das schon durch die Luke hindurchsah, umzuwenden, fing wieder an, Häcksel zu schneiden.
Fränzchen stieg nieder und schluchzte fast vor Zorn und beleidigtem Stolz. Sie hatte dem alten "Ekel", wie sie ihn mit städtischem putzmacherischen Ausdruck nannte, geschmeichelt, sie war ihm fast, aus der Ferne wenigstens, um den Bart gegangen und nun stand der oben in seiner kurzen Jacke und seiner Pelzmütze und schnitt Häcksel und hörte nicht und lachte in sich hinein voll Übermut.
Wart', Fränzchen, flüsterte der Jäger. Ich hab' jetzt einen andern Gedanken! Wir wollen's anders machen. Du kriegst die Eier und die Hühner auch.
Damit hielt er Fränzchen, die schon gehen wollte, zurück, und begann nun laut und vernehmlich, dass es der Alte hörte:
Fränzchen, lass gut sein! Der Heinrich kommt zu Weihnachten – der Heinrich, der –
Ach geht mit dem Heinrich! sagte Franziska in natürlichster Regung.
Willst du wohl! flüsterte Heunisch und nun wieder laut: Was? Heinrich Sandrart! Nicht wahr? Das ist ein schmucker Junge! Da soll Kuchen gebacken werden! Darum spart er die Eier! Aber was macht sich denn so ein Sergeant aus Kuchen! Der ... der hat Höflichkeit, du weisst, ich sagt's ja damals gleich nach der Parade ...
Ach was, Parade! Ich will hinüber! unterbrach Franziska, die auf des Onkels List nicht eingehen mochte.
Pst! flüsterte dieser, hielt sie fest und fuhr laut fort:
Musjöh, sagt' ich auf der Parade, Heinrich, was bist du gewachsen! Als ich dich im wald attrapirte und du mir einmal die Brombeeren maustest, die ich selber gern esse, was warst du ein winziger Knirps und nun, wo du Andre fuchtelst, bist du ein rechter Sappermenter! Ja, wie du die Rekruten zurecht setzest! Nicht wahr, Fränzchen, wir haben's gesehen, wie der Rekruten zustutzt?
Der alte Bauer hörte schon lange zu häckseln auf und horchte.
Fränzchen, die die wirkung merkte, widersprach nicht mehr, sondern liess den Onkel seine Spässe fortsetzen.
Der Major von Werdeck ritt vorbei und sagte – Heunisch flüsterte: Wenn's auch nicht wahr ist – Sandrart, sagte er, Sandrart! Er ist ein ganzer Kerl! Sein König kann sich auf ihn verlassen! Er hat die sauberste Uniform, die nettsten Handschuhe und das beste Lederzeug –
Das Lob schallte im ganzen Heuboden nach. Der Jäger nahm den Mund so voll, dass der Bauer oben wirklich Anteil nahm und auch laut sagte:
Ho! Ho!
Wie so hoho? sagte Heunisch und stieg auf die Leiter. Wie so hoho? Was will Er da oben mit Hoho? Was weiss Er? Er Häckselschneider? Was weiss Er vom König und wen der lieb hat? Schneid' Er Häcksel!
Alles erlogen! rief der Bauer schon lachend.
Warum erlogen? polterte Heunisch und stieg noch höher, dass sein Kopf bald durch die Bodenluke kam. Was erlogen? Der Major liebt den Heinrich und sagt des Tages zehnmal zu ihm: Sandrart, Er gefällt mir!
Ho! Ho! Der Major sagt "Sie" zum Heinrich ...
Ach, das weiss ich ja! polterte Heunisch; was wollt Ihr denn! Er oder Sie! Wollt Ihr grober Bauer mir, einem Jäger, der Soldat war, sagen, wie ein Major zu einem Freiwilligen sagt! Was wisst Ihr denn da an der Häckselbank! Alter Grobian! Heinrich ist ein Freiwilliger. Er ist mit mir Arm in Arm gegangen, wie er vom Appell kam und in einen Weinkeller sind wir gegangen und ich habe zu ihm gesagt: Junge, was hast du für einen Schnurrbart gekriegt, hab' ich gesagt, und er hat gelacht und gesagt:
Er würde' ihm noch ganz anders wachsen, wenn er erst Feldwebel würde und Feldwebel muss er werden und er wird's und der König will's –
Ne – ne! hiess es jetzt oben, mit einer stimme, wie wenn man den Bauer gekitzelt hätte.
Warum will's der König nicht? schrie der Jäger und war mit dem kopf durch die Bodenluke.
Ne! Ne! sagte Sandrart fast kichernd.
Antwort! Warum will der König so einen Feldwebel nicht? Was?
Der Bauer lachte.
Diese Stimmung rasch benutzend, sagte Heunisch polternd:
Hier will der Nachbar ein Dutzend Eier haben – Aber ich wette hundert, er wird Feldwebel!
Er warf dies so hin, als unterbräche diese Störung nur die wichtige Unterhaltung über das fernere Avancement des Sohnes.
Er wird