anders würde er damit wohl nicht anfangen können; jetzt habe er mal Geld, und zu demselben wolle er jetzt sorge tragen, und während er sprach, packte er so unmerklich als nur möglich Geld in den Sack. "Nun," sagte Johannes kalblütig und klopfte seine Pfeife aus, "wenn das so gemeint ist und Ihr mir nicht helfen wollt, Wirt zu sein, wie es sich gehört, so kann ich es anders machen; ich gebe mein Wirtshaus in Pacht oder verkaufe es, wie es sich besser schickt, komme her und will da Bauer sein."
Das war ein Kernschuss! Joggeli hörte alsbald mit Einpacken auf und sagte: "Bist doch gleich so aufbegehrisch, man kann nicht mehr vernünftig mit dir reden; habe ja nie gesagt, dass ich dir nicht helfen wolle, aber alles Geld fortgeben kann ich doch auch nicht, ich und meine Alte müssen auch leben. Du glaubst nicht, welch weit Maul eine Haushaltung hat, was man alles kaufen muss." "He," sagte Johannes, "wenn Ihr die Zinse von dem Kapital braucht, welches Euer Herr Tochtermann Euch eingehändigt hat für verkaufte Vorräte, so kommt Ihr schon weit damit." "Schweig mir von dem Lumpenhund, wegen ihm wollte ich dir schreiben, er bringt mich noch vor der Zeit ins Grab; der Lumpenhund prügelt Elisi, Elisi läuft fort, ist jetzt hier, verpestet uns das Leben, und er tut kein Lebenszeichen, lässt das Mensch uns auf dem Halse." "Warum gabet Ihr es ihm?" sagte Johannes. "Bin nicht schuld daran," antwortete Joggeli, "wollen lieber nicht davon reden. Aber wahrhaftig, das Geld kann ich dir nicht alles geben, wieviel musst haben?" "He, mit sechshundert Talern liesse sich schon was machen," antwortete Johannes. Endlich marktete Joggeli bis auf fünf hundert Taler hinunter, leerte den Sack wieder aus, zählte sie langsam mit bedenklichen Seufzern zweg. Johannes sah mit behaglichem Lächeln zu, seit langem hatte er nicht mit solcher Freude an einer Pfeife gezogen als an der, welche er eben im Maul hatte. Als Joggeli endlich fertig war, betrachtete er wehmütig den Rest, es war, als dünke es ihm, es lohne sich kaum der Mühe, denselben wieder in den Sack zu tun.
Da ging die Tür auf, und unter derselben stand der Lumpenhund, der Tochtermann. Wohl, da kam Leben in Joggelis hände: hui, wie die fuhren nach dem Gelde und es bergen wollten im Sacke! Aber allzu grosse Eile tut nicht gut, unter den Tisch, statt in den Sack, rollten die Taler mit grossem Gepolter, und mit schlauem Lächeln sagte der Baumwollenhändler: "Da treffe ich es doch gut, der Vater wird was zu teilen geben wollen und ich komme wie gerufen." Johannes sah ihn an mit dem Blicke eines Stiers, der einstweilen noch an der Kette liegt. Joggeli aber sagte, sie hätten zusammen gerechnet und er käme gerade recht, auch mit ihm hätte er noch zu rechnen, wenn es ihm recht im kopf sei. Das sei ihm ganz recht, sagte der Baumwollenhändler, Besseres wünsche er nicht, gleiche Kinder, gleiche Rechnung der Herr Schwager werde selbst es billig finden so. Es hätte ihn schon lange gelüstet, mit ihm abzurechnen, sagte Johannes, besser treffen hätte er es nicht können. Mit ihm hätte er einstweilen keine Rechnung, sagte der Baumwollenhändler, es könnte eine Zeit kommen, wo es freilich noch eine muntere absetzen werde; jetzt wolle er davon nichts sagen, sondern sich an den lieben Vater halten, der habe dem Herr Schwager Geld zurechtgelegt, er wolle sich jetzt auch rekommandiert haben, es sei ein Kind wie das andere.
Nun gab es einen wüsten Lärm, der mehr als einmal in Handgemenge überzugehen drohte, dass mehr als einmal man Uli zu hülfe zu rufen drohte, der endlich damit endete, dass Johannes mit fünfhundert Talern, der Tochtermann mit vierhunderten davonfuhren, Joggeli nichts übrig blieb als der leere Sack, an dem er seinen Zorn ausliess, ihn mit seinem Stecken in der stube herumtrieb, bis derselbe unter das Bett fuhr, wo er einstweilen in Sicherheit war. Der Tochtermann hatte eine so gute Handhabe am Geldseckel als Johannes Er drohte Elisi dazulassen, selbst nachzukommen, da eine kleine Fabrik einzurichten, kurz Dinge, ob welchen dem Vater und der Mutter die Haare zu Berge stunden und vierhundert Taler ihnen als ein sehr billig Lösegeld aus so grossen Plagen er, schienen, wenigstens solange Elisi und sein Mann noch da waren. Aber als die Plagegeister abgefahren waren, nichts da war als der leere Sack unterm Bette, da kam grosses Elend über Joggelis Gemüt. Aus den Händen hatte er den Hof gegeben aus den Händen rissen ihm die Kinder das Geld, nahmen ihm wie mit Gewalt den Löffel, ehe er gegessen hatte! Das hatte er also vom Verleihen, welches man ihm so herrlich vorgestellt hatte! Aus dem Regen war er unter die Traufe gekommen. Er hatte nun Ruhe, aber eine Ruhe vom Teufel, wie er sagte, ob welcher er verhungern konnte, und wer war daran schuld als seine Frau, welche auch zum Verleihen geraten, dasselbe ihm so dringlich geraten und gleichsam mit Gewalt erzwungen hatte? Die gute Frau hatte einen schweren Abend und wusste nicht, sollte sie wirklich bereuen, ein Wort zur Sache gesprochen zu haben; denn erzwungen hatte sie dieselbe