hätte sich verraten, nun aber nahm er Vrenelis Freude für innigen Anteil an seiner Freude. Er hatte nämlich das Mannli glücklich gefunden und in so grosser Not, wie er gefürchtet. Anfangs hatte derselbe grosse Augen gemacht, als Uli vor ihm stand, und dessen Frau, als sie vernommen, wer er sei, hatte die Schleusen ihrer Galle aufgezogen und Uli mit Schmähreden überflutet, dass er fast den Atem verlor, geschweige dass er zur Rede gekommen wäre. Indessen alles Irdische hält nicht ewig aus, selbst der Atem eines zornigen Weibes nicht; endlich konnte Uli sagen, warum er da sei. Anfangs sah man ihn an, als ob er Hörner habe am Kopf, denn so was war seit Langem nicht erhört worden in Israel. Als man aber lauter verständliche Worte hörte, die blanken Taler sah, welche er auspackte, klaren, lautern Ernst sah im Handel, da fehlte wenig, sie hätten ihn für einen Engel an, gesehen und hätten ihn angebetet. Er kam ihnen eben in die bitterste Verlegenheit hinein, sie waren hinausgedrängt auf die äusserste Spitze, hinter sich eine Wand, vor sich einen Schlund, und jetzt kam einer und schlug eine silberne brücke; sie mussten ihn für einen Engel halten. Es machte Uli unendlich glücklich, als er ihr freudiges Erstaunen sah, ihr unaussprechlich Glück. Mit den reichsten Segnungen beladen kehrte er heim und ward nicht müde, Vreneli zu versichern, wie er erst jetzt mit rechter Freudigkeit arbeiten wolle und den Glauben habe, es werde ihnen gut gehen, bei ihnen und ihren Kindern werde Gottes Segen bleiben. Sie hätten ihm angewünscht, sein Lebtag habe er es nie so gehört, es käme ihm noch jetzt das wasser in die Augen, wenn er daran denke, und den Glauben habe er, dass frommer Segen von Gott erhöret, von seiner Hand reich und gütig verwaltet werde zu Heil und Frommen der Gesegneten.
Uli wurde durch seinen Glauben nicht getäuscht. Der Herr war mit ihm und alles geriet ihm wohl, seine Familie und seine Saat. Offen blieben ihm Herz und Hand, und je offener sie waren, desto mehr segnete ihn Gott. Hagelhans blieb mitten unter ihnen, als Vater geliebt, aber nicht als Vater bekannt. Vreneli hatte die grösste Mühe, seiner Güte Schranken zu setzen, ihre Kräfte durch seine Freigebigkeit nicht zu lähmen. Es naht der festgesetzte Zeitpunkt, wo Hagelhans sagen will, wer er ist, wo Uli aus einem wohlhabenden Pächter ein reicher Bauer werden soll. Vreneli sieht der Sache mit Bangen entgegen, es bebt vor der neuen Prüfung; ob sie wohl Beide darin bestehen werden, frägt es oft am Tage sein Gewissen. Wir glauben, sie werden es. Der Gott, der ihnen durch so manche Not, über so manchen hohen Stein geholfen, wird ihre Füsse halten, wenn sie einmal auch wandeln sollen auf geebneten Wegen durch ein reiches Gelände.