muss er darhalten, mitmachen, Läuf und Gänge haben und am Ende des Teufels Dank." "Wenn Ihr das fürchtet, so habt Ihr ja eine gute Ausrede: Ihr seid mein Bürge, und leider Gott kann es beide Wege gehen, und manche Sache ist ja nicht ausgemacht. Wäre das nicht Grunds genug?" "Uli, gibst noch einen Gemeindsvater," sagte der Bodenbauer. "Du hast recht, dass mir dies nicht einfiel! Aber die Sache ging mir zu rund und rasch im Kopf herum."
Nun traf es sich, dass der Bodenbauer nicht in einem ruhigen Augenblick ankam, wo man Zeit hatte zu denken: "was will der und wo kommt er her?" Es wurde gebrüllt, gestritten, gelärmt, und als Joggeli den Bodenbauer von weitem sah, rief er: "O Vetter, Vetter, wie gut ist doch, dass du kömmst; da haben sie mich zwischeninne, als ob sie mich morden wollten, hilf mir, Vetter, rate mir." Es waren nämlich Gerichtspersonen da der bekannten Schuld wegen. Da solche Formalitäten allentalben anders sind, so entalten wir uns aller nähern Spezialitäten.
Der Sohn, welcher eben erst heimkam von einer Rundreise, auf welcher er bei Freunden Rat und Trost erst halbschoppen-, dann schoppen-, endlich flaschenweise geschöpft, wollte sie vom haus wegprügeln, Joggeli wollte nichts unterschreiben, auch keinen Abschlag geben, kein Zeugnis, dass das Ding bei ihm verrichtet worden sei. Er rühre keine Feder mehr an, sagte er, ein Narr sei, wer es tue. Wenn er gewusst, wie man sich damit verfehlen könne, er hätte sein Lebtag keine zur Hand genommen. Trinette und Elisi gränneten einander an, erst aus der Ferne, rückten sich aber näher und näher, und wäre Vreneli nicht dazwischen gestanden, so wären sie einander sicher bis auf Nagelweite nahegerückt. Weiber liefern ihre Gefechte gern in nahen Distanzen, je näher je lieber. Männer haben es bisweilen umgekehrt. Die Gerichtspersonen begehrten ebenfalls auf. Hinter dem Mist krähte der Hahn, und zwei feindselige Hunde gingen zähnefletschend um einander herum.
Auch Vreneli verliess seinen Posten unbedacht, grüsste den Bodenbauer freundlich; da, risch, die Trinette auf das Elisi, dann, ermutigt durch das Beispiel, ein Hund auf den andern, und ein Brüllen, Wälzen, Spektakel entstand von Hunden, Trinetten, Elisi bunt durcheinander, dass niemand wusste, war man ganz im Tierreich oder noch halb und halb unter Menschen. Man riss Weiber und Hunde auseinander, nahm es aber nicht so genau, ob die Fusstritte Weiber oder Hunde trafen. Bekanntlich streckt man auch die hände nicht gern zwischen streitende Weiber oder beissende Hunde, man kriegt gern Zähne drein. Nun, am Ende stoben die zusammengebissenen Parteien heulend auseinander, und die andere Partei, welche eigentlich nicht beissen wollte, sondern bloss reden, konnte ihre Verhandlungen wieder eröffnen. Die Gerichtspersonen beklagten sich bitterlich und sprachen des Bodenbauers Vermittlung dringlichst an. Sie trügen ja keine Schuld an der Sache, sagten sie, täten nichts als ihre Pflicht, begehrten nichts, als was gesetzlich sei; da liessen sie sich nicht persönlich beleidigen, dafür sei ein Richter. Die Leute ins Unglück zu bringen, begehrten sie nicht, sie seien bereits tief genug darin; das sollten die Leute begreifen, dünke sie.
"Ja aber, Vetter Johannes, Vetter Johannes! Der Lumpenhund, der Spitzbube hat mich betrogen, ist es dann recht, dass ich bezahle? Soll ich allein darunter leiden, dass der Spitzbube mich betrogen hat?" Der Vetter Johannes sagte, das könne er begreiflich nicht entscheiden, da er nicht wisse, worum es sich eigentlich handle und was die Vorgänge seien. Nun erzählen es ihm alle, aber das Ding war noch schwerer zu fassen als eine neubarbarische, das heisst philosophische Vorlesung. Endlich brachte der Bodenbauer Ordnung in das Chaos, begriff, und endlich sagte er, das sei eine fatale Sache, sie bekümmere ihn sehr. Er könne nicht begreifen, dass man da so mir nichts dir nichts mit den Gerichten komme, ehe man gütlichen Weg versucht, das sei sonst Sitte. Da musste auf die Einrede der Gerichtspersonen Joggeli endlich sagen, es seien ihm zwei Briefe gekommen mit allerlei Redensarten, die er nicht begriffen. Er habe nicht gedacht, dass das was zu bedeuten hätte, und das Papier abseits gelegt; es könnte ihm jeder Narr schreiben und in den Brieftun, was ihm gefalle. "Ja so," sagte der Bodenbauer, "also geschrieben hatten sie; aber angefragt vorher, wie die Sache sich verhalten, das wird nicht geschehen sein. Das wäre jedenfalls anständig gewesen, aber die Sache ist, wie sie ist, mit Prügeln macht sich das allweg nicht. Gebt eine Antwort, dass eine Einigung Zeit und Platz hat, eines Tages macht sich das allweg nicht."
So geschah es endlich, das Gerichtspersonal entfernte sich und der Bodenbauer wollte ebenfalls gehen. Aber er musste bleiben und sollte raten. "Ja," sagte er, "die Sache ist schlimm. Da wird wenig anders zu machen sein als Zahlen." Die Unterschrift ableugnen täte er nicht, von wegen es möge gegangen sein, wie es wolle, unterschrieben sei unterschrieben; ein Dritter vermöge sich dessen nichts, und wenn er auch unter der Decke sein sollte, so sei es noch nicht bewiesen. Elisis arme Kinder könnten ihn dauern, denen sei es