das heisst nach Amerika. So heulte Elisi in Absätzen und wollte seinen Mann haben, oder weil er nicht da sei, solle man ihm ihn herschaffen. Nun, der Mann war nicht da, aber ein bös Licht ging Uli und seiner Frau auf, doch entielten sie sich, ihre Gedanken zu äussern. Sie dachten, jetzt sollte es doch dem Joggeli einfallen, was der Brief zu bedeuten hätte, es sei denn, er hätte ihn vergessen. Aber Joggeli hatte ihn nicht vergessen und sagte doch nichts. Er schweige dazu, dachte er. Wenn er nichts sage, so werden sie auch schweigen, und er wollte ein Narr sein, da Bescheid zu geben, wo er nichts schuldig sei. Wollten sie im Ernst etwas, so könnten sie ihn aufsuchen wie üblich und bräuchlich.
Da kam Johannes dahergefahren wie aus einer Kanone und blies Tabakswolken von sich, dass man von weitem hätte glauben können, sein Charabanc sei eine Höllenmaschine oder ein kleiner feuerspeiender Berg und blase Rauch von sich. Er hatte auch vernommen, der Schwager sei zum Teufel und zwar mit hunderttausend Gulden vom Vater. Man kann denken, wie der schnaubte und tobte. Joggeli wollte nichts von allem wissen, und das kam Elisi wohl. Johannes hätte es zwar nicht gefressen, aber doch halb zerrissen im ersten Zorn. Joggeli wollte auch nicht glauben, dass der Tochtermann fort sei, er werde nur dem Geheul ein wenig aus dem Wege gegangen sein; auch er hätte Lust, zu gehen, so sei es ihm erleidet, und doch hätte er es noch nicht so lange gehört. Er wollte lieber, man liesse ihn endlich ruhig und plagte ihn nicht bis auf den letzten Tag. Geplagt zu werden, werde ihm beschieden sein. Viele Jahre hätte ihn die Frau geplagt, es sei nie recht gewesen, was er gemacht, zu guter Letzt plagten ihn nun die Kinder und seien ihm immerfort vor der tür. So kifelte Joggeli, während die Kinder heulten und tobten. Der Alte sei ein Kind, brüllte Johannes den Uli an, man könne kein vernünftig Wort mehr aus ihm herausbringen. Sie hätten besser zu ihm sehen sollen oder Bescheid machen, als sie gesehen, wie er sei, und den Schelm nicht zu ihm lassen. Wenn etwas geschehen sei, so mache er sie dafür verantwortlich. Jetzt wolle er der Sache nachfahren, bis er wisse, woran er sei, das werde nicht so schwer zu erfahren sein. Und hätte er es mal, dann schone er niemand. Da solle er machen, was er könne, sagte Uli; an Joggeli hätten sie nichts Besonderes bemerkt, ihn auch nicht zu hüten gehabt. Sie, die nächsten Verwandten, seien gekommen und gegangen, wann es ihnen gefallen; ihm und seiner Frau wäre es übel angestanden, wenn sie ihnen hätten den Zugang verwehren wollen. Er hätte es ihm doch befohlen, sagte Johannes. "Selb hast," sagte Uli, "aber ich und die Frau dir wiederum gesagt, dass wir mit der Sache nichts zu tun haben wollen und können." Johannes ging ab, ganze Mäuler voll Lumpen und Schelmenpack, dem er es eintreiben wolle, vor sich herstossend.
Es war Johannes allerdings nicht wohl bei der Sache, und er hatte Ursache dazu; was der Bock an sich selbsten weiss, trauet er der Geiss. Er liess anspannen und fuhr dem Gerücht nach. Das ist ein Ding, welches oft weit schwerer ist als das Verfolgen eines flüchtigen Hirsches durch amerikanischen Urwald. Diesmal war es Johannes viel leichter, denn das Gerücht war nicht bloss ein leises Gemurmel, sondern ein lautes Geschrei, und nicht Johannes allein, sondern gar Viele jagten ihm nach und suchten den wahren Grund. So vernahm man bald, dass der Bursche wirklich einen nicht sehr alten Pass habe, den man ihm ohne Bedenken gegeben, da er immer mit einem versehen gewesen sei, angeblich wegen Handelsgeschäften, den er regelmässig, wenn er nach dem gesetz ausgelaufen gewesen, mit einem neuen vertauscht habe. Man vernahm, wo er Geld aufgenommen haben solle. Johannes fuhr darauf los, dort fand er den wahren Grund und ein Papier mit seines Vaters Unterschrift, auf welchem dem Schwager fünfzehntausend Taler zugeschrieben stunden. Dem Johannes verging eine ganze Weile das Fluchen, selbst die Pfeife löschte aus. Als er wieder Atem hatte, ging es freilich wieder los, und das Versäumte hatte er bald reichlich eingeholt. Erst ging es über den Schwager los, dann über den Vater und endlich über den Herrn Handelsmann oder Banquier oder wie man ihm sage, der auf das Papier hin das Geld gegeben hätte. Dem sagte er alle Schande, drohte ihm mit Galgen und Rad, und als dies nichts half, wollte er ihn prügeln. Der aber war nicht dumm, hatte zu rechter Zeit für hülfe gesorgt, und Johannes musste abmarschieren, tat es aber nur unter Donner und Blitz und mit dem Drohen, wann er wieder komme, so bringe er dann Leute mit Handschellen und Stricken. Nun kam er auf die Glungge wieder gefahren, wie eine gejagte Seekuh durch den Schilf fährt. Der Vater wollte nichts unterschrieben haben, wenigstens nichts solches. Ein paarmal hätte der Tochtermann ihm Päcklein von der Post gebracht, und da hätte er die Quittung unterschrieben, sonst wisse er von nichts. Wahrscheinlich hatte ihm einmal der Spitzbube das Papier als Postschein untergeschoben, nach, dem er ihn früher einige Postscheine über Päcklein, welche durch seine Vermittelung Joggeli