, der Mann habe bloss eine probe machen wollen, wie gescheut oder wie dumm er sei. Hier könne er vielleicht die beste Zeit verpassen, dann komme hintenher einer und presse ihm die Kühe, welche er nicht heimführen wolle, wohlfeil ab.
Juden schwirrten herum mit der ihnen eigenen Geschäftigkeit, beschnoberten ganz ohne Komplimente Menschen und Vieh, um zu erfahren, ob nicht e Handel zu machen sei. Bald trat einer zu Uli und fragte, ob er nicht ein Ross kaufen wolle, er könne ihn versorgen, wolle tauschen, begehre nicht bar Geld; ein anderer pries ihm Uhren an, wie keine noch auf der Welt gewesen, und wollte sie garantieren bis eine Woche nach dem jüngsten Tage; ein dritter hatte Schnupftücher, Halstücher von echter Seide und sonst noch Tuch von allen Sorten, wollte allen alles halb schenken aus reiner Liebe und gerade weil sie es seien und weil ihm das Artikelchen verleidet sei. Uli war fast seines Lebens nicht sicher, sein Kaffee wurde kalt, weil er ob dem Bescheidgeben nach allen Seiten nicht Zeit fand, ihn zu trinken. "Was kommt er denn auf den Markt, wenn er nichts kaufen will?" fragte endlich ein Jude hässig. Er habe zwei Kühe da, antwortete Uli. "Wo hat er die zwei Kühe, wo sind die zwei Kühe?" frugen Zwei, drei. Sie seien unten im Stalle, antwortete Uli. "Komm zeige sie, Bauer! Wollen sie schauen, kaufen sie dir ab, tauschen mit dir e Ross, e Kuh, wie du willst." Als Uli sagte, jetzt komme er nicht runter, er müsse hier auf jemanden warten, wollten sie wissen, wo die Kühe stünden, wollten sie schauen, sagten, wollten e Handel mit ihm machen.
Nicht lange ging es, so kam ein schlichter Bauersmann daher und fragte, ob nicht einer mit zwei Kühen da sei? Da fiel Uli ein Stein von dem Herzen; im Ring der Juden war ihm ordentlich bang geworden, er wusste, wie man oft wider Willen auf einem Markte in ihre hände gerät und nie anders drauskömmt als geschoren und beschnitten. "Mein Nachbar hat mir gesagt, du hättest zwei Kühe, welche mir dienen könnten. Zeige sie mir, wollen sehen, ob wir Handels eins werden, wo nicht, ist Keiner versäumt", sagte der Mann zu Uli.
Als sie hinunterkamen, hörten sie grossen Streit. Ein Jude hatte Ulis Kühe abgelöst und wollte mit ihnen aus dem Stalle, um draussen bei Licht sie besser beschauen zu können als drinnen im finstern Stall, wie er sagte. Der Stallknecht wollte es nicht geschehen lassen, bis der da sei, welcher sie ihm übergeben. Er sei verantwortlich dafür und lasse nicht jeden Schelm aus dem Stalle nehmen, was ihm beliebe, da käme er sauber an.
Als Uli kam, hingen sie an ihm wie Kletten. "Wie teuer, Bauer?" fragte einer. "Sind magere Kühe," sagte ein Anderer, "für die ist kein Kauf", ein Dritter; ein Vierter wollte Ulis Begleiter, der unterdessen die Kühe untersuchte, von denselben wegjagen. Sie seien mit dem mann im Handel, sagte er, die Kühe gingen ihn also nichts an, er solle gehen, das sei keine Manier, zwischen einen Handel zu kommen. "Nun, Bauer, was willst du für die Kühe?" Doch Beide, Uli und der Andere, waren nicht zum ersten Male auf einem Markte. Uli schätzte die Kühe nicht, der Andere liess sich nicht stören, und als er fertig war, befahl Uli dem Stallknecht, die Kühe wieder anzubinden, einstweilen gingen sie niemanden was an als ihn, und Beide verliessen den Stall, um das Geschnatter sich nicht kümmernd. Hui, die Juden ihnen nach, sortierten sich alsbald in zwei Hälften; die eine rühmte zuhanden des Verkäufers die Tiere, die andere machte zugunsten der Käufer die Kühe runter, dass man hätte glauben sollen, es seien zwei miserable Ziegen, welche noch dazu kein gesundes Haar am leib hätten. Da der Handel ihnen einstweilen gefehlt, zielten sie jetzt nach Schmausgeld und zwar hartnäckig, so dass der fremde Mann, der in dem haus bekannt schien, Uli in ein besonderes Zimmer winkte, wohin denn doch die Juden nicht nachkamen.
Hier wurden sie wirklich Handels alsbald einig. Mit schönem Gelde zahlte der Käufer aus, legte noch einen blanken Taler als Trinkgeld für die Frau zu und sagte, wenn er diesmal gut versorget sei, so solle es nicht das letztemal sein, dass sie mit einander handelten. Er hätte ein grosses Hauswesen, müsse viel ändern und sei froh, ohne viel Geläufe aus versorgter Hand seine Ware zu kaufen. Da es Uli wunder nahm, wer der Mann gewesen, der ihm nachts begegnet war, so sagte ihm der Andere, er sei ein Metzger, der aber das Geschäft nur noch für seine Freunde treibe, nötig hätte er es nicht mehr. Er sei ein wenig wunderlich, aber ein guter Mann; sie seien gute Freunde, und wenn Einer dem Andern dienen könne, so spare es Keiner. Diese Auskunft setzte Uli über alles, was ihm dunkel war, ins Klare. Er dachte, solche Wunderlichkeit, die einem Freunde zehn Taler abnimmt und sie einem Fremden in die tasche jagt, möchte er alle Tage erleben.
Es mögen vom selben Markte wahrscheinlich Wenige fröhlicher aus gutem grund heimgekehrt sein als