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besonders genau nach Otterzeichen um, und hätten doch gewiss in dem weichen Boden die Fussstapfen eines Mannes erkennen müssen."

"Dann sind sie in die Hügel," rief Cook. "Hat übrigens hier, wie ich kaum noch zweifeln kann, der verdammte entsprungene Mulatte die Hand im Spiele, so sei Gott unseren Pferden gnädigdann dürfen wir auch keinen Augenblick Zeit mehr verlieren."

"In Nacht und Nebel wird Ihnen aber eine Verfolgung wenig nützen," nahm hier Sander das Wort, der bis dahin sinnend am Kamin gestanden. – "Wär' es nicht besser, Sie warteten das Tageslicht ab und ritten dann gleich zum nächsten Richter, die nötige Anzeige davon zu machen?"

"Und was sollte d e r uns helfen?" fragte der alte Lively verächtlich, während er aus Leibeskräften in den verkehrten Aermel seiner Jacke fuhr – "wenn d e r 'was ausrichten wollte, müsste er u n s doch immer wieder dazu rufen. Nein, n a c h m ü s s e n wir, und das gleich. Bill mag die Pferde holen; glücklicher Weise sind sie drüben über dem Bache im Schilfbruch, wo der Mulatte n i c h t hin sein kann, sonst hätten ihn die Hunde schon."

"Ja wohl, Lively hat Recht," rief Cook, "wir können ja, so lange es dunkel ist, die Pferde an den Zügeln nehmen und vorsichtig am Bachufer hin suchen. Begreift Bohs erst einmal, was wir wollen, so hat's weiter gar keine Not."

"Mit dem einen Hunde wird es freilich eine langweilige geschichte werden," meinte James, "Bohs kann doch bloss auf einem Ufer suchen und der Flüchtling indessen immer auf dem andern den Bach verlassen haben, wenn erwas überhaupt noch erst bewiesen werden muss, diesem wirklich gefolgt ist."

"Gefolgt m u ss er ihm sein," meinte Cook, "sonst hätten ihn die Hunde auf jeden Fall gespürt. – Wie dem aber auch sei, Glück gehört allerdings zu einer solchen Nachtetze. Bleiben wir jedoch ruhig im Haus, so können wir gar nicht erwarten, dass wir irgend etwas ausrichten, denn h i e r h e r kommt er nicht wieder. Also fort, Bill', hol' uns die Pferde – d i e Sättel liegen dort in der Eckegehen Sie mit, Mr. Sander?"

"Ei, das versteht sich," lachte dieser, "bin ich auch kein so vorzüglicher Spürhund, wie ein alter Pionier, so hoffe ich doch meinen Mann zu stehen. – Uebrigens möchte ich Sie noch einmal darauf aufmerksam machen, ob es nicht doch vielleicht besser wäre, die Sache zuerst den Gerichten anzuzeigen; wir können ja nachher immer noch –"

"Wir wollen um Gottes willen die Gerichte nicht bemühen," sagte James unwillig – "jetzt haben wir auch wirklich gar keine Zeit mehr, an sie zu denken. Der Dieb ist noch dazu bewaffnet, und g u t bewaffnet, denn Cook's Büchse schiesst scharf, und da sind wir es sogar den Nachbarn schuldig, ihm wenigstens, wenn wir ihn wirklich nicht einholen könnten, doch so dicht auf den Fersen zu bleiben, dass er weiter keinen Schaden anrichten kann."

"Ja, wahrlich, gut bewaffnet ist er," – knirschte Cook zwischen den zusammengebissenen Zähnen hindurch, indem er sich den breiten Ledergurt mit dem Jagdmesser umschnallte. "Gott sei ihm aber gnädig, wenn er mir unter die hände fällt; das Eisen renne ich ihm zwischen die Rippen bis an's Heft."

Er sprang jetzt hinaus, dem Sohne mit dem Einbringen der Pferde zu helfen, die mit solch' nächtlichem Ritt keineswegs einverstanden schienen. Auch die Hunde kehrten nun nach und nach einzeln zurück, doch hatten sie sich zu schlecht bewährt, um grosses Vertrauen beanspruchen zu können. Sie erhielten deshalb mit Wort und Peitsche gemessene Befehle, beim haus zu bleiben, denn die Jäger fürchteten, auch nicht ohne Grund, durch die vielen Nasen Unheil und Verwirrung anzurichten. Bohs blieb jetzt seines Herrn einzige Hoffnung, aber auch diese war schwach genug, wenn er bedachte, wie unsicher eine solche Verfolgung sei; wusste ja doch der Hund nicht einmal, welches wild er hetzen sollte.

Der alte Lively ging nun vor allen Dingen an das andere Haus, um seine Büchse von dort zu holen und Cook damit zu bewaffnen, er selbst nahm einen leichten Reifel, der ebenfalls über dem Kamine lag, und seines kleinen Kalibers wegen sonst nur zu Eichhörnchenjagden benutzt wurde. Sander bekam eine alte Schrotflinteebenfalls Cook's Eigentum, die dieser einmal von einem deutschen Krämer erhandelt hatte, und also bewaffnet gingen die Männer an die Verfolgung des kühnen Diebes.

Das einzige, was ihnen jedoch nur eine Aussicht auf Erfolg versprach, war, gleich von Haus aus den klugen Hund auf die Fährte zu setzen, und dieser schien auch da recht gut zu begreifen, was er eigentlich solle. Am Bach hörte aber jede Spur auf, und stromauf und ab suchten sie nun mit ungeschwächtem Eifer, bis der Morgen schon seinen grauen Dämmerschein über die rauschenden Wipfel der Niederung ausgoss, ohne dass sie ihrem Ziele auch nur eine Hand breit näher gerückt wären.

Trotz Bill's Beteuerung hatten sie nämlich noch einmal den Bach hinab gesucht, freilich ohne auch nur das mindeste Zeichen von einem Boote zu finden