Kegel, und m e i n Eigentum ist auch o h n e Dampfschiff transportabel; ich werde deshalb also auch keinen Deut dazu geben, Ihr Anderen könnt natürlich tun, was Euch gefällt. – Was mich betrifft, so gehe ich m e i n e Bahn."
"Und worin besteht die diesmal?" fragte Blackfoot, "Ihr habt mir noch gar nicht gesagt, was Ihr eigentlich in Helena wollt –"
"Was ich w i l l ?" sagte Sander und zog die Stirn in finstere, ärgerliche Falten – "fragt lieber, was ich s o l l . – Ich wollte noch ein paar Tage auf der Insel bleiben, um mich nach den letzten gehabten Strapazen auszuruhen. Alle Wetter, es ist keine Kleinigkeit, ein Boot den Wabasch, Ohio und Mississippi herunter bis hierher zu steuern – und nachher d i e Scenen. Aber nein, ich darf nicht einmal ausschlafen heute Morgen, und muss Hals über Kopf einen Weg zurücklegen, auf dem mich – Gott soll mich strafen – kein Christenmensch zum zweiten Mal antreffen soll."
"Aber Euer Zweck in Helena?"
"Ein hübsches junges Mädchen von zu haus fortzulocken."
"Ein hübsches junges Mädchen? Kelly wird doch unmöglich eines Liebesabenteuers wegen –"
"Schwerlich," unterbrach ihn Sander – "der Preis wäre erstlich zu hoch, den er gesetzt hat, und dann stimmen dazu auch nicht die übrigen Umstände. – Eine zu erlangende E r b s c h a f t wäre wahrscheinlicher."
"Eine Erbschaft? Von woher?"
"Ja, da fragt Ihr mich zu viel, darüber hab' ich mir selber den Kopf schon zerbrochen. Apropos – in welchem staat war der kapitän neulich, als er so lange fortblieb?"
"In Georgien. – Glaubt Ihr, dass das mit jener Erbschaft etwas zu tun hat?"
"Warum nicht? Ist doch Simrow ebenfalls in Georgien, und Kelly steht mit dort in sehr lebhafter Correspondenz."
"So? Davon hat er mir noch gar nichts gesagt," meinte Blackfoot und starrte nachdenkend auf seinen Sattelknopf nieder. – "Kennt Ihr denn die Dame schon, bei der Ihr Euch in Helena einführen wollt?"
"Ja wohl – von Indiana her," erwiderte Jener noch immer zerstreut.
"So? Eine alte Bekanntschaft also – nun da bedarf's keiner weiteren Empfehlungen; da ist schon halb gewonnen Spiel. Wie heisst sie denn?"
"Ich habe trotzdem noch eine Empfehlung an einen Verwandten von ihr, in dessen Haus sie lebt – an einen gewissen Mr. D a y t o n !"
"Mister D a y t o n ihr Verwandter?" rief Blackfoot in lautem Erstaunen, und griff so fest in den Zügel seines Rosses, dass dieses zurücksprang und hoch aufbäumte.
"Ja, der Brief ist für ihn," sagte Sander, "die Dame aber ein junges Gänschen vom land, doch nicht ohne richtigen Mutterwitz. Sie kennt mich übrigens, und die Sache hat nicht die mindeste Schwierigkeit."
"Was kann da nur die Absicht sein?"
"Ei zum Henker, was kümmert's mich. – Ich habe nur den Auftrag, sie w o m ö g l i c h i n G ü t e b i s s p ä t e s t e n s Sonnabend Abend an einen mir genau bezeichneten Ort zu schaffen, und das Weitere dann dem kapitän zu überlassen. dafür bekomme ich tausend Dollar aus seiner Privatkasse. Aber was wollt denn Ihr oben in Helena – auch etwa kleine Privatgeschäfte, heh? Hört, Blackfoot, Ihr habt Euch heute so stattlich herausgeputzt – ich will doch nicht hoffen –"
"Hoffen? Was?" brummte der Alte- "Unsinn, alberner – Ihr habt weiter nichts als solche Possen im kopf. Und dennoch," schmunzelte er nach kleiner Pause, "gilt mein Auftrag diesmal einer Lady."
"Hab' ich's denn nicht gedacht?" jubelte Sander und bog sich lachend auf den Hals seines Pferdes nieder – "hab' ich's denn nicht gedacht – Blackfoot auf Damenbesuch – Blackfoot als angenehmer galant homme in der Stadt – das ist göttlich – hahaha – das ist capital!"
"Nun ich sehe nicht ein, was dabei gross zu grinsen sein könnte, wenn es wirklich der Fall wäre," brummte Blackfoot. "Uebrigens," fuhr er selber lachend fort – "werdet Ihr Eure saiten wohl ein wenig tiefer spannen, wenn Ihr erst einmal erfahrt, w e r die Dame eigentlich ist, der ich, nach Eurer bescheidenen Ansicht, den H o f machen soll. – Sie heisst Louise Breidelford."
"Gott sei uns gnädig," schrie Sander entsetzt – "d e r Drache existirt auch noch in Helena? – Na dann gnade mir Gott, wenn mich die einmal gewahr wird. eigentlich ist mir's fatal – sie hat mir einmal in Vicksburg einen Streich ausführen helfen, den ich in Helena gerade nicht während meines dortigen Aufentalts an die grosse Glocke geschlagen haben möchte. – Ich war damals noch dazu unter einem falschen Namen in Vicksburg."
"Habt deshalb keine Angst," sagte Blackfoot – "d i e schweigt; denn wenn Jemand Ursache hätte, von der Vergangenheit zu schweigen, so wäre es gerade sie. – Sollte sie Euch aber d