1847_Gerstcker_147_180.txt

. Da kam dieser unter den Bauch des Pony, das einen raschen und kurzen Seitensprung machte, Mills' "Hinterläufe", wie sie der alte Lively betitelt haben würde, zuckten schnell und unwillkürlich zusammen und begegneten sich unter dem Rappen, dieser aber, solcher Behandlung ungewohnt, schlug kräftig hinten aus und warf den Kopf zwischen die Vorderbeine, während der Virginier mit einem

"Avast da –" gerade über die Ohren des scheuen Tieres hinweg und mit dem ganzen langen leib auf den Hofraum flog.

"Hallo!" lachte Smart, "bedeutendes Stück Arbeit daswar der längste Wurf, den ich in meinem Leben gesehen habe."

"Mrs. Smart's SattelSip!" – rief Adele und zitterte vor Angst und Aufregung – "Mrs Smart's Sattel –"

"M e i n e n Sattel?" rief, während Scipio rasch dem Befehl gehorchte, Rosalie Smart etwas erstaunt – "meinen Sattel, Kind? Ich denke gar nicht daran, zu reiten."

"Nicht wahr, Sie borgen ihn mir auf wenige Stunden?" bat Adele, und ergriff dabei den Zügel des ihr willig gehorchenden Tieres – "Mr. Smartbitte, den anderen Sattel –"

"Aber, beste Miss Adele –"

"Mr. Smart," sagte das schöne Mädchen, und der Ton, mit dem sie diese Worte sprach, klang so weich, so ängstlich, dass Jonatan Smart hätte kein Yankee sein müssen, wenn er dem widerstehen konnte. Mit einem Ruck hatte er den Sattelgurt geöffnet und den Sattel abgehoben, Scipio legte den andern in derselben Minute von der rechten Seite, wo der Damensattel auch geschnallt wurde, auf, und ehe noch Mrs. Smart, die durch das Schnelle dieses Entschlusses total aus den Wolken zu fallen schien, auch nur im stand war, eine Frage zu tun, ja kaum von Smart selber so weit unterstützt, dass er ihr leise den linken Ellenbogen hob, legte das schöne, in ihrer Eile jetzt lieblich erglühende Mädchen die rechte Hand auf den Sattel und schwang sich hinauf. Smart reichte ihr auf der einen Seite den kleinen, für den linken Fuss bestimmten Bügel, Scipio eine kurze, dort gerade liegende Weidengerte, und im nächsten Moment, ja bevor sich Mills ganz von seinem Sturz erholt hatte, warfen schon die rasch über den harten Boden dahin klappernden Hufe des kleinen Pony den Staub hinter sich auf, die Männer, vor Allen aber Mrs. Smart, in wirklich unbegrenztem Erstaunen zurücklassend.

* * *

James Lively hatte indessen, sobald Cook ihn verlassen, vorsichtig seinen Platz gewechselt und sich, einem Indianer gleich, bis dicht an das Haus geschlichen. Das aber war viel zu gut verwahrt, ihm auch nur das Geringste zu verraten. Bloss ein dumpfes Stimmengemurmel hörte er, als ob viele Menschen mit einander sprächen, und ein paar Mal wurden Türen geöffnet und wieder geschlossen. Da vernahm er auf's Neue vom Flusse her Ruderschläge, die näher und näher kamen, und glitt nun so rasch und geräuschlos als möglich zum Ufer hinunter, wo er den Platz übersehen konnte, der zwischen dem Boot und dem haus lag. Es waren dies etwa zwölf bis vierzehn Schritt Zwischenraum, denn der Strom hatte noch lange nicht die Uferhöhe erreicht. Ein Versteck fand er aber hier weiter nicht, als den Stamm einer angeschwemmten Cypresse, hinter der er sich niederkauerte und mit gespannter Aufmerksamkeit dem näher und näher kommenden Fahrzeug entgegensah.

Endlich erkannte er durch den Nebel den dunkeln Schein desselbenes legte an, und acht Männer, einige in der Tracht der Bootsleute, andere wie Städter gekleidet, stiegen aus.

"He, Torby," sagte eine grosse, grobknochige Gestalt, als ihr ein Andererder Wirt der Schenkeentgegenkam, "war Kelly schon da? Was gibt's denn eigentlich? Waterford hat uns weiter nichts gesagt."

"Weiss auch nicht recht," brummte der Wirt, "werdet's schon erfahrenDonnerwetter, es geht jetzt wild in der Stadt zu, 's ist fast so, als ob Jemand a u s z ö g e ! Habt Ihr Porrel mitgebracht?"

"Toby? Nein, der kommt mit einem Kielbootmuss aber auch bald da sein. Kelly zieht ja seine ganze Mannschaft zusammen, es muss uns doch von irgend einer Seite Gefahr drohen! Wie steht's mit der Insel?"

"Gut," sagte Torby – "es ist eben ein Boot von dort hier eingetroffen; doch geht hinein, drinnen besprechen wir das Alles viel besser; kommen noch mehr?"

"JaWaterford selbst bringt alle die Sumpfmänner mit. Wie er uns sagt, wollen wir dann gleich von hier aus heute Abend zur Versammlung nach Einundsechzig hinunterfahren." – Und mit diesen Worten verschwanden die Männer im inneren des Hauses, das sich augenblicklich hinter ihnen schloss.

James Lively blieb noch ein Weilchen in seinem Versteck liegen, bis er ganz sicher war, dass keiner der mit dem Boote Gekommenen mehr in diesem weile, und kroch dann, vorsichtig und geräuschlos wie er gekommen, zum haus zurück. Obgleich er dort aber deutlich genug hören konnte, wie die darin Befindlichen ein lebhaftes Gespräch mit einander unterhielten, und hier also keineswegs nur zum Spielen und Trinken zusammengekommen schienen, so war er doch auch nicht im stand, etwas Näheres darüber zu bestimmen. Uebrigens fühlte er sich jetzt fest