1847_Gerstcker_147_179.txt

entgegen – "potz Zwiebelreihen und Holzuhren, Du gehst ja, als ob Du Blei in den Beinen hättestah, Miss Adeleschönen guten Morgen; nun, nehmen Sie meine Alte mit? ja, 's gibt heute Morgen nicht viel zu tun hierMrs. Breidelford hat all die Kundschaft –"

"Pfui, Mann, schäme Dich, wie kannst Du nur so hässlich reden," sagte hier Mrs. Smart, die eben mit neben Adele auf die Veranda trat und die linke Treppe niederstieg – "ich machte mir auch nichts aus ihr, aber s o l c h schreckliches Ende –"

"Mr. Smart meint's nicht so bös," entgegnete, sie beruhigend. Adele – "ach, wissen Sie wohl, Sir, wie Sie vor wenigen Abenden noch jenen Scherz mit ihr trieben? – Wer hätte da gedacht, dass ihr auf fast ähnliche Weise ein so fürchterliches Schicksal bevorstand? Sie ist sicherlich überfallen worden."

"Nein, Miss," sagte der Virginier, indem er die Mittelstufen hinabstieg und auf das Pferd zuging – "ich war dort. Die Buben, die sie erschlagen haben, hatten sich's vorher ganz bequem gemacht; es sind wahrscheinlich welche von ihren F r e u n d e n gewesen, die auch Hausgelegenheit kannten. Aber, Smartich muss wahrhaftig fort, sonst komm' ich zu spät. Wie weit ist's denn eigentlich bis zu Lively's und nach welcher Richtung zu liegt die Farm?"

"Ihr könnt sie, wenn Ihr Euch dazu haltet, in zwei Stunden recht gut erreichen," erwiderte der Yankee, "die Richtung ist ziemlich Nordwest."

"Wen wollen Sie denn von Livelys sprechen?" fragte, sich gegen den Virginier wendend, Adele, denn sie gedachte des heute gehörten Gespräches zwischen dem Squire und William Cook. – "Ich glaube kaum, dass Sie Jemand von ihnen zu haus finden werden."

"Na, weiter fehlte mir nachher nichts," brummte der Virginier – "erst den Ritt, und dann umsonst. Ich will James Lively aufsuchen, und die Sache hat Eileer ist in Gefahr."

"In Gefahr?" frugen Smart und Adele zu gleicher Zeit – "wie so? Durch wen?"

"Ei, sie haben Cook verhaftet –"

"Cook verhaftet?" rief der Yankee und zog aus lauter Verwunderung zum ersten Mal die hände aus den Taschen – "William Cook?"

"Ei ja wohl, und wollen James auch an den Kragenman hat James' Messer in der Ermordeten Haus gefunden."

"Das ist nicht möglich," rief Adele entsetzt – "grosser Gott, sie können doch nicht solch' fürchterlichen VerdachtSquire Dayton weiss ja selbst, dass er erst heute Morgen, und weshalb er in die Stadt gekommen ist."

"Der Squire? Hm, das glaube' ich kaumder ist's gerade, der mir am meisten auf Lively's Verhaftung zu dringen scheint. – Wenn ich nur wüsste, wo er wäre –"

"Oben gleich über der Stadt, am Flussufer," sagte Adele rasch und heftig – "es ist keine Viertelstunde von hiergerad' an der kleinen Schenke vorüber, wo das Kieferndickicht steht –"

"So nahe? Hm, da werde' ich wohl zu spät kommen," meinte der Virginier und drückte sich den Filz mit beiden Händen fest in die Stirn – "den Henker auch, wenn's nicht weiter ist, sind sie schon lange oben –"

"Ja, aber was macht er denn im Kieferndickicht?" fragte Smart verwundert.

Adele beobachtete, die Frage wahrscheinlich ganz überhörend, die jetzigen Bewegungen und Anstalten des langen Virginiers mit fast fieberhafter Aufregung. Dieser nämlich, auf der linken Seite des Pferdes stehend, hob höchst sorgfältig das rechte Bein in die Höhe und stellte es in den Bügel, und wurde erst durch das vergnügte Grinsen des Negers darauf aufmerksam gemacht, das er die "Larbord-Finne" zuerst lüften müsse, um, Bug nach vorn, in's Fahrwasser zu kommen. – Er wechselte hierauf die Füsse.

"Sie können nicht reiten, Sir?" rief Adele ängstlich, während sich Smart mit hochgezogenen Brauen ganz ungemein auf das in den Sattel Klettern des Langen zu freuen schien.

"Ein Boot wäre mir lieber," meinte Mills – "'s hat mir 'was schrecklich Unbehagliches, dass die Beine so an beiden Seiten herunterhängen sollen."

Er hatte jetzt den richtigen Fuss in den Steigbügel gebracht, warf das rechte Bein über den Sattel und kam, als das kleine muntere Tier ein wenig zusammenfuhr, mit plötzlichem Ruck "an Bord", wie er's nannte.

"grosser Gott, ist der Steigbügel kurz!" sagte er, während er erschreckt auf seine bis fast an die Brust gezogenen Kniee blickte, "und wo hängt denn eigentlich das andere Ding?"

Er bog sich etwas rechts hinüber und suchte vorsichtig mit dem Fuss den ziemlich hochhängenden Riemen zu treffen; das Pony aber, schon durch den schwankenden Sitz des Bootsmanns etwas geängstigt, warf scheu den Kopf zur Seite.

"Brrrrr!" rief Mills – "Brrrrr, mein Tierchenno bottom"1 und immer noch fühlte er mit dem rechten Bein vergebens nach dem weiter oben hin- und herschlenkernden Bügel