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Staat von einer wahren Geissel zu befreien!"

Der Constabler vertrat ihm auf einen Wink des Richters den Weg, und dieser fragte jetzt, ohne des jungen Mannes Entrüstung darüber weiter zu beachten:

"Wann sind Sie heute nach Helena gekommen, Sir?"

"Ich? Weshalb?" rief Cook ärgerlich.

"Ich verlange meine Frage beantwortet," lautete die ernste Entgegnung.

"Nun gut denn, heute Morgen."

"Und zu welcher Zeit?"

"Ei, zum Donnerwetterich führe keine Taschenuhr bei mir," sagte Cook unwillig – "'s war noch dunkeldas mag Euch genügen!"

"Und wo hält sich der junge Mann jetzt auf, der, wie Ihr sagt, mit Euch gekommen ist, und dem dieses Messer hier gehört?"

"Squire Daytonich habe d a r ü b e r schon heute Morgen –"

"Ich muss Sie bitten, Sir, meine jetzigen fragen einfach zu beantworten. Wo ist James Lively in diesem Augenblick?"

"Squire," sagte Cook und richtete seinen blick fest und ernst auf den Richter – "es will mir fast so vorkommen, als ob hier eine Art Spiel mit mir getrieben werden sollteWetter noch einmal, ich bin kein Kind mehr! Was bedeuten diese fragen?"

"Einer Frage gebührt auch eine Antwort," sagte in diesem Augenblick eine scharfe, schneidende stimme, und ein langer, hagerer Mann, dem vier oder fünf Andere, ebenfalls Fremde, folgten, wandte sich freundlich gegen den jungen Farmer. Fast Aller Blicke hefteten sich verwundert auf die so plötzlich Eintretenden, der Richter aber fuhr mit einem freudig überraschten – "Ah!" – empor, streckte dem ersten die Hand entgegen und rief in frohem Erstaunen:

"Mr. Porrel, von Sinkville. – Sie kommen wie gerufen, um teil an unseren Verhandlungen und Geschäften zu nehmen, die, wie ich fast zu fürchten anfange, gar ernster Art werden könnten."

"Guten Morgen, Squire," sagte der eben Gekommene – "es ist, wie ich höre, ein Mord geschehen –"

"Lassen Sie sich die geschichte ein anderes Mal mitteilen," rief Cook unwillig dazwischen und wandte sich der Tür zu – "w i r haben jetzt keine Zeit weder für Erzählungen noch für leere Gerichtsformen, wenn wir nicht die Schuldigen indess wollen entfliehen lassen. Hallo, meine Burschen, wer geht mit mir?"

"Ei, eine ganze Menge, denke' ich," sagte der Virginier und sah sich dabei im Kreise um – "vor allen Dingen müssen wir die Kneipe da oben aufheben."

"Halt, SirIhr seid mein Gefangener!" rief in diesem Augenblick der Constabler und legte seine Hand auf die Schulter des Farmers – "im Namen des Gesetzes!"

"Das Gesetz soll zum Teufel gehen!" schrie der Backwoodsman, der keineswegs gesonnen schien, sich solcher Willkür geduldig zu fügen. – "Zurück da, Mannhierher, Virginnyhierher, meine HelenaBurschen! Das ist G e w a l t !"

"Schützt das Gesetz!" rief es aber von allen Seiten, und wenn der junge riesige Hinterwäldler auch den Constabler wie einen Federball zurückschleuderte und, von dem Virginier und zwei oder drei Anderen unterstützt, der Tür zukämpfte, so sahen sich diese doch bald von der Uebermacht bewältigt, die Cook endlich umschlangen und trotz seines wütenden Sträubens mit schnell herbeigebrachten Stricken banden.

"Die Pest über Euch!" schrie der Farmer und suchte, freilich vergebens, seine arme frei zu bekommen – "nennt Ihr d a s Gesetz, e h r l i c h e Männer festzuhalten, damit Eure Schurken frei ausgehen? Und Ihr davermaledeiter DintenkleckserDayton oder Wharton, wie Ihr nun heissen mögt, Ihr sollt mir Rede stehen für diesHallo, Virginnysind denn keine M ä n n e r mehr da?"

"Raum da!" schrie in diesem Augenblick der baumlange Virginier und stürzte sich mit einigen rasch geworbenen Freunden auf's Neue zwischen die hinein, die Cook gefangen hielten.

"Schützt das Gesetz," tönte es ihm aber überall entgegen, und nur Widerstand fand er, wo er hülfe erwartet. Es schien auch für kurze Zeit wirklich zu einem ernsten Kampfe zu kommen, die Mehrzahl befand sich jedoch zu stark auf Seiten der g e s e t z l i c h e n Parteidie Uebrigen waren nicht im stand, den Gefangenen zu befreien, und Dayton, der mit kaltem Lächeln dem tollen Wirniss zugeschaut hatte, gab jetzt ruhig den Befehl, den Gefangenen in die Jail hinüber zu schaffen.

"Virginny!" rief Cook, als er unten in der Tür stand und den Virginier sah, der sich noch immer vergebens bemühte, bis zu ihm hinzudringen – "wollt Ihr mir einen Gefallen tun?"

"Ruhe da, Sir!" rief der Constabler – "kein Wort weiter, oder –"

"Ay ay!" rief der Lange hinüber.

"Keine Verabredungen, Sir, – duldet keine Verabredungen Constabler!" schrie jener Mr. Porrel und eilte rasch herbei – "Leutebringt die Beiden auseinander."

"Warnt James Lively!" schrie da der Farmer, so laut er schreien konnte, und sah sich im nächsten Augenblick von den Wächtern erfasst und fortgerissen.

"Ja,