, hatte selber n i e geraucht. Männer mussten sich also auf jeden Fall, und zwar eine ziemlich geraume Zeit, im inneren des Hauses, ja, wenn man das zeugnis der Wache annahm, auch mit Bewilligung der Frau, aufgehalten haben. – Wer aber konnten diese gewesen sein?
Cook, dem es grauste, in all' dem wilden lauten Treiben der Gerichtsbeamten die Leiche der Frau mit dem blutigen Angesicht so kalt und starr daneben ausgestreckt zu sehen, war mit dem Virginier wieder unten vor die Tür getreten, während indessen oben die gefundenen Sachen von Hand zu Hand gingen und genau besehen und geprüft wurden.
Unter den Leuten, die sich jetzt herzudrängten, befand sich auch ein deutscher Krämer, der in Helena mit allerhand Sachen, sie mochten Namen und Wert haben wie sie wollten, handelte. Dieser aber hatte kaum das Messer gesehen, als er rasch danach griff, es von allen Seiten aufmerksam betrachtete und schnell hin- und herwandte. Die Augen der Umstehenden hafteten schon auf ihm, als wenn sie eine Erklärung erwarteten. Da sagte der kleine Mann, während er das Messer in die Höhe hob und die rechte Hand dabei auf's Herz legte:
"Soll mer Gott helfe – ich waiss, wem das Messerche ischt."
"Und wem gehört es, Bamberger?" rief der Constabler und fasste den kleinen Burschen an der Schulter – "heraus mit der Sprache, Mann. – Die Frau ist allerdings mit keinem Messer getödtet, aber der M ö r d e r kann es hier vergessen haben."
"En elender Mensch will ich sain," beteuerte Bamberger, indem er sich gegen den ihn scharf beobachtenden Richter wandte – "en erbärmlicher, elender Mensch, wenn's Messerche nich ä jungem Borschen vom land isch – Schämes Lively haisst er met Nomen. – Hot er mer doch erscht am vergangena Donnerschtog ä blanken baaren Silberdoller defir gegebe."
"James Lively," brummte der Constabler, "nun, d e r hat die Frau nicht ermordet – weiss aber der Henker, wie sein Messer hier hereinkommt."
"James Lively?" wiederholte der Richter schnell – "das wäre wunderbar – wo ist Mr. Cook? Nach jenes Mannes geständnis soll er selbst, gerade mit diesem James Lively heute Morgen, schon vor Tagesanbruch, in Helena gewesen sein. Watchman – Ihr saht heute Morgen z w e i Männer rasch am Flussufer hinaufgehen?"
"Ja, allerdings," entgegnete der Angeredete – "aber ich kann natürlich nicht gewiss behaupten, dass es die Mörder waren."
"Gentlemen," sagte der Richter ernst – "die Sache verdient mehr Erwägung, als Sie vielleicht jetzt glauben. – Dieser Cook ist ganz plötzlich, und zwar gleich nach jenem am Fourche la fave gehaltenen Regulatorengericht, von d o r t her hier eingetroffen."
"Das spricht in der Tat nicht besonders für C o o k ," erwiderte der Constabler, "James Lively aber ist ein ehrlicher braver Mann, und als solcher auch hinlänglich bekannt."
"Sein Messer ist hier gefunden worden," sagte ruhig der Richter.
"Ja – und zum Henker auch – wir wollen den Burschen doch erst einmal sprechen," fiel hier Einer der Beistehenden ein. "Auf jeden Fall sind die Beweise stark genug, einen V e r d a c h t zu erwecken. Ueberdies möchte ich hier noch bemerken, dass vorgestern erst – kaum eine Meile von eben dieses Lively Haus entfernt – ein Mann erschlagen und beraubt gefunden worden ist. – Und wenn er auch des Constablers Freund wäre –"
"Halt da, Sir," fiel ihm der Constabler in's Wort, "es soll Niemand sagen, dass ich meine Freunde begünstigte. – Ich bin augenblicklich bereit, James Lively zu verhaften, desto schneller wird er seine Unschuld beweisen können."
"Heda – wer sagt hier 'was gegen James Lively oder Bill Cook?" rief in diesem Augenblick der Letztere, indem er rasch in die Tür sprang. Ein Freund von ihm hatte ihn schnell gerufen, damit er sich gegen die auftauchende Anklage verteidigen könnte. "Hier kommt Cook, und Lively ist auch nicht weit – wer hat Mut oder Unverschämteit genug, meiner Mutter Sohn einen Mord in's Gesicht zu werfen?"
"Halt, Sir," bedeutete ihn ernst der Squire – "nicht mit Prahlen kann solche Sache beseitigt werden. Hier – dieses Messer hat man auf dem Tische neben der Ermordeten gefunden."
Cook drängte sich durch die ihm bereitwillig Raum gebenden Männer zum Richter hin, erblickte aber kaum das Messer, als er auch die geballte Faust auf den Tisch schlug und ausrief:
"Heilige Dreifaltigkeit! – Hat dieser neunhäutige Schurke auch hier wieder die Hand mit im Spiele? – Steckt denn die blutige Bestie überall? Aber wart', Du sollst uns nicht lange mehr äffen, einmal kommst Du uns doch in die hände, und dann –"
"Sir?" sagte der Richter ungeduldig.
"Dieses Messer," wandte sich jetzt Cook rasch gegen ihn, "kann kein Anderer als der berüchtigte C o t t o n hierhergebracht haben. – Der hat es vorgestern Abend, mit noch zwei Kugeltaschen, aus unserem haus gestohlen. Jetzt dürfen wir aber auch keinen Augenblick mehr verlieren, wenn wir diesen niederträchtigen Schurken noch erreichen wollen. kommt, Leute, hier gilt es den