! Vieler Selbstverleugnung wird es bis dahin bedürfen – aber sie wird uns herrlich vergolten werden und der heilige Loyola wird seine treuen Diener nicht verlassen.
Wir werden siegen in diesem Zeichen.
Jetzt gilt es also, auf dieses grosse Ziel hinzuwirken.
über den blick in diese grosse Zukunft dürfen wir das Nächste nicht übersehen.
Wir müssen die Parteien wider einander aufstacheln.
Wir müssen den Communismus überall in der Stille ausbreiten helfen – und wo er noch gar nicht da ist, da müssen wir den Teufel an die Wand malen, damit er komme. Dies ist eine Maxime, eben so schön und bewährt, als es das Sprichwort selbst ist.
Um zu zeigen, wie man dies machen muss und wie nützlich für unsern Zweck dies Verfahren ist, will ich unter Hunderten nur ein kleines Beispiel aus einem deutschen staat anführen, in dem wir jenes Verfahren kürzlich mit viel Glück in Anwendung brachten.
Wir wussten gleichzeitig durch anonyme Briefe, welche wir ganz und gar nur mit Stellen aus communistischen Büchern von den entschiedensten Verfechtern dieser Doctrinen ausfüllten – damit man sie um so weniger für ein Werk unsers frommen und rechtgläubigen Ordens halte – Eisenbahnarbeiter und Fabrikarbeiter aufzuhetzen, ihnen communistische Lehren beizubringen, ihr eigenes Elend vorzuhalten und sie wider die bestehenden Verhältnisse aufzureizen. Die Eisenbahnarbeiter waren für unsere Lehren ziemlich zugänglich, es waren Ausländer unter ihnen, denen diese Dinge bereits nichts Neues waren – und welche, wenn sie auch an der Möglichkeit ihrer Ausführung zweifelten, doch die Inländischen mit aufreizen halfen – und so kam es, dass sie jüngst aufstanden, ihre arbeiten einstellten und einen höhern Lohn verlangten.
Mittlerweile hatten wir unter den Arbeitern der nahen Fabrik eines Herrn Felchner auf einen der jüngern Arbeiter unser Augenmerk geworfen. Dieser, Franz Talheim, besitzt, eine ungewöhnliche Intelligenz für seinen Stand bei einem schwärmerischen aufopfrungsfähigen Herzen. Er hatte einige keine Schriften geschrieben, welche, allerdings weit entfernt von communistischen Tendenzen, doch die Rechte des armen Volkes vertreten und sein Elend zur Sprache bringen. Wir glaubten, es sei leicht, aus ihm einen Verbreiter des Communismus zu machen, wie wir ihn nur wünschen konnten. Leider scheint es, dass wir gerade in ihm uns verrechnet haben – er hat ein zu strenges Rechtsgefühl, um einer Auflehnung gegen das gesetzlich Bestehende fähig zu sein, um Etwas auf anderen als gesetzlichen Wegen erringen zu wollen, auch hat er zu Viel gesunden und unverblendeten Menschenverstand, um von einem im Augenblick noch unpraktischen System sonderlich Notiz zu nehmen. Auf ihn also – das haben wir erkannt – werden wir schwerlich zählen dürfen – desto leichter ging durch ihn einer seiner vertrautesten Kameraden in die Falle.
Jetzt haben wir in dieser Fabrik Alles in die beste Gährung gebracht und zwar durch die verschiedenartigsten Mittel.
Zuerst wussten wir – auf unserm gewöhnlichen Wege – einigen Regierungsbeamten zuzuflüstern, dass in jener Fabrik – als sich noch nicht das geringste Verdächtige dort zeigte – gefährliche Verbindungen bestünden und dass dort sich von einem Menschen, der sich auf derartige Sachen verstände, ein staatsgefährliches Complott entdecken liesse. Begierig, diese Entdeckung zu machen, setzte sofort der geheime Polizeirat Schuhmacher alle seine geheimen Maschinerien in Bewegung, um durch Entdeckung dieser gefahrdrohenden Zustände sich Ansprüche auf den Dank seiner Regierung zu erwerben. Er scheute kein Mittel, um zu seinem Ziele zu gelangen. Vortrefflich arbeitete er uns in die hände. Einer seiner Helfershelfer musste – worüber wir besonders frohlocken – den Fabrikherrn selbst warnen und zu grösserer Beaufsichtigung seiner Leute auffordern. Dies geschah – und nun werden wir es bald erleben, dass diese Strenge und Vorsicht bewerkstelligt, was unserm Zureden und Vorspiegeln allein nicht gelungen wäre: – die Fabrikarbeiter werden sich empören, und wenn sie gleich damit Nichts tun, als blind in ihr Unglück rennen – so ist es doch von da an eine beglaubigte Wahrheit: der Communismus spukt in Deutschland und greift schon zu praktischen Mitteln – und dadurch ist für uns schon Viel erreicht: wir können von da an den Communismus als Popanz brauchen! – Als Popanz zuerst für die Regierenden, damit sie hinter freien Regungen überhaupt gleich Communismus vermuten – und desshalb sich um so weniger zu Zugeständnissen verleiten lassen; – für die Besitzenden, damit sie gegen die armen und arbeitenden Classen desto härter verfahren und durch Druck und Härte sie um so eher dem Communismus in die arme führen, damit die Schwergedrückten endlich gar dem blinden Glauben der Verzweifelten sich hingeben: es gebe für sie kein anders Heil und keine Bestimmung, als Blut und Leben einzusetzen für die Verwirklichung des Communismus; – endlich auch als Schreckbild für die Liberalen, damit sie, weil sie nun nach zwei Seiten hin zu kämpfen haben, um so leichter ermüden, und damit sie, um nicht auch als Communisten verschrieen zu werden, vorsichtiger und zurückhaltender werden in Tadeln und Fordern.
Damit ist schon Viel gewonnen.
Zugleich sind auch in den Verdächtigungsnetzen des Polizeirat Schuhmacher, zwei Liberale mit gefangen worden: Graf Jaromir von Szariny und Gustav Talheim, zwei Schriftsteller für uns von der gefährlichsten Sorte. Man wird sie der Regierung als Teilnehmer an communistischen Comploten bezeichnen, da sie mit den aufsässigen Fabrikarbeitern in Berührung gekommen sind – man wird sich entweder ihrer bemächtigen, oder doch wenigstens ihre Schriften verbieten – obgleich diese radical und Nichts weniger als communistisch sind – oder sie des Landes verweisen, ihnen ihre literarische Tätigkeit erschweren, und so werden wir mit guter Manier zwei unsrer gefährlichsten Gegner los – indem sie entweder ganz unschädlich gemacht oder vielleicht aus Rache und Erbitterung das werden, für was man sie bisher nur hielt und als