der Prediger.
"Nun gut," fuhr Roberts fort, "ich habe schon heute Abend Brown darum gebeten, uns anzumelden; der kommt morgen früh dort vorbei, um der Regulatorenversammlung beizuwohnen, die bei Bowitts gehalten werden soll."
"Mir wurde gesagt, die Regulatoren hätten sich aufgelöst," sagte Rowson etwas eifriger, als sich sonst mit seinem ruhigen, gesetzten Benehmen vertrug. "Auf meiner Reise hört' ich das als ganz bestimmt."
"Nicht doch – es soll jetzt erst recht losgehen. Ich glaube, sie haben, wie ich heute hörte, Verdacht auf mehrere Personen der Nachbarschaft, und da wollen sie wohl morgen mit einander beraten, was jetzt, da die zeiten doch einmal so gefährlich –"
"Wäre es nicht möglich, dieser Versammlung einmal beiwohnen zu können?" unterbrach ihn Rowson.
"Warum nicht," lachte Roberts, "dann müssen Sie aber Regulator werden, und meines Wissens haben Sie bis jetzt sehr dagegen geeifert."
"Den Regulatoren täte ein Mann not," sagte Rowson schnell gefasst, "der ihren zu stürmischen Eifer manchmal zügelte und sie von Excessen, wie die zum Beispiel in White County, zurückhielte. In diesem Sinne würde ich es selbst mit meiner Stellung nicht unvereinbar finden, mich ihnen anzuschliessen."
Roberts sah ihm forschend in's Auge, und Rowson fuhr leicht errötend fort:
"Sie glauben, dass ich in so kurzer Zeit meine Meinung geändert habe? Nein, wahrlich nicht, ich halte die Versammlung der Regulatoren noch immer für unrecht, weil sie ungesetzlich ist –"
"Aber –?" sagte Roberts, als Jener stockte.
"Nun, Du hast es ja schon gehört!" rief Mrs. Roberts halb ärgerlich, "der gute Mr. Rowson hat ganz Recht. Das junge Volk tobt da toll und wild in den Tag hinein – ich sage ja gar nicht, dass sie's böse meinen, – aber sie glauben recht zu handeln und üben dann vielleicht manchmal das grösste, schreiendste Unrecht aus, und ich, an Mr. Rowson's Stelle –"
"Es werden Keine in den Verein aufgenommen," sagte Roberts, den Prediger dabei fortwährend ansehend, während dieser den blick mehrere Mal niederschlug, endlich aber dem seinigen fest begegnete, "die nicht auch t h ä t i g e n Anteil nehmen. Ich glaube nicht, dass sie einen Ratgeber, wenn sie auch dessen bedürfen sollten, dulden werden."
"Es kommt auf einen Versuch an!" rief Rowson, der jetzt seine ganze Geistesgegenwart wieder erlangt hatte. "Ich werde mich morgen, wenn es mir irgend möglich ist, dort einfinden und nicht eher gehen, bis sie mich f o r t w e i s e n ; ich habe in diesem Falle meine Schuldigkeit getan – mehr kann selbst Gott nicht verlangen."
"Brav," sagte Roberts, ihm die Hand treuherzig schüttelnd, "brav gesprochen. Es freut mich, wenn ich sehe, wie ein Mann seinen grundsätzen treu bleibt."
"Wer ist jetzt ihr Anführer?"
"Brown – wenigstens für den Fourche la fave."
"D e r ist dann wenigstens seinen grundsätzen n i c h t treu geblieben," entgegnete der Prediger, indem er zu dem alten Mann aufsah; "ich erinnere mich noch recht gut der Worte, die er hier an dieser selben Stelle über eben diese Verbindung äusserte."
"Das ist etwas Anderes," erwiderte ernstaft der alte Farmer. "Brown sah sich halb und halb dazu g e z w u n g e n , an dieser Verbindung tätigen Anteil zu nehmen, da sein eigener guter Name auf dem Spiel stand. Er war als Mörder förmlich angeklagt, und sein einziges Streben ist jetzt, den wirklichen Mörder Heatcott's heraus zu bekommen. Er hatte zwar den Streit mit ihm, denn Heatcott war überhaupt etwas rauher natur, und ich weiss mich noch recht gut zu erinnern –"
"Ich glaubte, die Hauptabsicht der Regulatoren beschränkte sich auf die Entdeckung der Pferdediebe," sagte Rowson, leicht erbleichend.
"Nur teilweise, doch wenn Ihr morgen der Versammlung beiwohnt, werdet Ihr das Alles hören. Jetzt gilt es, so viel ich erfahren habe, die Verdächtigen aufzugreifen, um von diesen, wenn sie auch wirklich nicht die Täter sind, wenigstens auf die Spur gebracht zu werden."
"Wenn sie nur den schändlichen Mörder der armen Wilden entdeckten," sagte Mrs. Roberts. "Oh, Mr. Rowson, Sie glauben gar nicht, wie ich schon deshalb gebetet habe! Die Frau war so fromm und gut und hing mit einer solchen Ehrfurcht an Ihnen. Ach, wie oft habe ich sie während Ihrer Predigten weinen sehen, als ob ihr das Herz brechen wollte – und nun so jung und auf solche Art sterben zu müssen."
"Ja, es ist schrecklich!" sagte Rowson, selbst tief erschüttert, freilich um einer andern Ursache willen. "Doch, meine Freunde – ich muss wirklich fort, also gute Nacht für heute. – Gute Nacht, Marion, wo ist das Mädchen?"
"Marion – Kind! – so komm doch heraus hier!" rief die Mutter – "Herr Rowson will Dir gute Nacht –"
"Lasst sie gehen, verehrte Freundin," sagte der Metodist abwehrend – "das Herz ist ihr voll und sie